Malaysia Mehr als 20 Tote bei Feuer in Religionsschule

In einem islamischen Internat in Kuala Lumpur sind mindestens 22 Schüler und zwei Lehrer bei einem Brand gestorben. Das Feuer brach vermutlich durch einen Kurzschluss im Schlafsaal des Gebäudes aus.


Bei einem Brand in einer Religionsschule in Malaysia sind 24 Menschen ums Leben gekommen. 22 Schüler im Alter von 13 bis 17 Jahren und zwei Lehrer seien entweder am Rauch erstickt oder in den Flammen umgekommen, sagte der Direktor des Brandschutz- und Rettungsdienstes, Khirudin Drahman.

Das Unglück ereignete sich in den frühen Morgenstunden in einer islamischen Religionsschule im Zentrum der Hauptstadt Kuala Lumpur. Nach Angaben der Feuerwehr brach das Feuer in einem Schlafsaal des zweistöckigen Gebäudes aus. Der Brand konnte binnen einer Stunde gelöscht werden, er richtete großen Schaden an. Örtliche Medien zeigten Bilder von rußgeschwärzten, mit Asche bedeckten Betten.

Zunächst war die Zahl der Toten auf 25 beziffert worden, diese Angabe wurde jedoch später korrigiert. Es handele sich um eines der schlimmsten Unglücke der vergangenen 20 Jahre, sagte Drahman. Die Brandursache sei noch nicht abschließend geklärt. Vermutlich habe ein Kurzschluss in dem Schlafsaal das Feuer ausgelöst, teilten die Behörden mit.

Die Zeitung "Star" berichtete, dass sich die Brandschutz- und Rettungsbehörde besorgt über die Brandschutzmaßnahmen in unregistrierten und privaten Religionsschulen gezeigt habe. Seit dem Jahr 2015 habe sie mehr als 200 Brände in derartigen Einrichtungen gezählt. Landesweit seien gut 500 sogenannte Tahfis-Schulen registriert, vermutlich gebe es aber noch viel mehr.

Im aktuellen Fall gehen die Behörden davon aus, dass die Opfer aufgrund vergitterter Fenster und unzureichender Fluchtwege in der Falle saßen. Eine Wand, die den Schlafraum von einem zweiten Treppenhaus trennte, hätte laut Plänen gar nicht existieren dürfen, sagte Moh Omar, Minister für Wohnungswesen.

wit/AFP/AP/Reuters/dpa

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