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Verschollene Boeing: Zwei Passagiere mit gestohlenen Pässen an Bord

Angehörige von Flugzeugpassagieren: Tränen und Verzweiflung Fotos
DPA

Im Meer vor Vietnam sind Ölspuren gesichtet worden - doch die Passagiermaschine von Malaysia Airlines ist noch immer verschollen. Jetzt kommt heraus: An Bord des Fliegers saßen zwei Passagiere unter falscher Identität.

Kuala Lumpur/Peking - An Bord des verschollenen Fliegers von Malaysia Airlines befanden sich mindestens zwei Insassen mit gestohlenen Reisedokumenten. Das wurde bekannt, nachdem sich ein Italiener und ein Österreicher gemeldet haben, die zwar auf der Passagierliste des Flugs MH370 aufgeführt sind, den Flieger aber nie betreten haben.

Die zunächst an Bord des in Südostasien vermissten Flugzeugs vermuteten Männer waren nicht in der Maschine. Im Falle des Italieners teilte eine Sprecherin des italienischen Außenministeriums mit: "Er lebt zum Glück und ihm geht es gut." Der Mann rief aus Thailand seine Eltern an und versicherte ihnen, dass er unversehrt sei, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Laut Ansa war ihm im vergangenen Jahr sein Reisepass gestohlen worden.

Karte: Das Flugzeug könnte etwa 250 Kilometer vor Vietnam und etwa 190 Kilometer vor Malaysia im Meer abgestürzt sein Zur Großansicht
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Karte: Das Flugzeug könnte etwa 250 Kilometer vor Vietnam und etwa 190 Kilometer vor Malaysia im Meer abgestürzt sein

Das gleiche gilt für einen Österreicher, der ebenfalls auf der Passagierliste steht. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur AP sagte ein Sprecher des österreichischen Außenministeriums, dass dem Mann vor zwei Jahren der Reisepass in Asien geklaut worden sei.

An Bord der Maschine der Fluglinie Malaysia Air waren insgesamt 239 Menschen - 227 Passagiere und zwölf Mitglieder der Crew. Die Boeing 777-200 ist über dem Meer zwischen Vietnam und Malaysia verschollen. Weniger als eine Stunde nach dem Start verschwand sie vom Radar. Das Flugzeug war auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking.

Ein Wrack wurde bislang nicht gefunden. Flugzeuge entdeckten im Meer vor der vietnamesischen Küste kilometerlange Ölspuren, wie Vietnams stellvertretender Verkehrsminister Pham Quy Tieu sagte. Sie sind zwischen 10 und 15 Kilometer lang und liegen etwa 500 Meter auseinander. Eine Bestätigung, dass sie von dem Flugzeug stammen, gibt es zwar nicht. Aber laut einer Mitteilung der vietnamesischen Regierung sehen die Spuren so aus, wie es beim Absturz eines Flugzeugs mit zwei Treibstofftanks zu erwarten wäre.

Luftaufnahme von Ölspuren im Meer 250 Kilometer vor Vietnam Zur Großansicht
REUTERS

Luftaufnahme von Ölspuren im Meer 250 Kilometer vor Vietnam

Einen Notruf setzt die Maschine nicht ab, was manche Beobachter als Zeichen werten, dass sich das Schicksal des Flugzeugs schnell so entschied, dass den Piloten keine Zeit blieb zu reagieren.

Der 53-jährige Pilot hat nach Angaben der Airline mehr als 18.000 Flugstunden hinter sich. Er arbeitet seit 1981 für das Unternehmen. Der 27-jährige erste Offizier hat rund 2800 Stunden Flugerfahrung und steht seit 2007 im Dienst von Malaysia Airlines.

Über dem Meer verschollene Flugzeuge können sehr schwer zu finden sein. Im Fall des 2009 abgestürzten Air-France-Fluges 447 dauerte es fast zwei Jahre, ehe große Teile des Wracks und die Blackboxes gefunden wurden.

Die Blackbox sendet ein Ultraschallsignal aus, das unter Wasser empfangen werden kann - bei guten Bedingungen auch über Hunderte Kilometer. Sollte sich die Blackbox in einem Wrack oder einem Graben am Meeresgrund befinden, wird das Signal allerdings gestört.

Passagiere nach Nationalitäten
China 153
Malaysia 38 + 12 Flugzeugbesatzung
Indonesien 7
Australien 6
Indien 5
Frankreich 4
USA 3
Kanada 2
Neuseeland 2
Ukraine 2
Russland 1
Taiwan 1
Italien 1 (gestohlener Pass)
Österreich 1 (gestohlener Pass)
Niederlande 1

cst/Reuters/AP/dpa

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