Mallorca Mehrere Tote nach Überschwemmungen

Mindestens neun Tote und mehrere Vermisste: Auf Mallorca herrscht nach heftigen Regenfällen Chaos.

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Bei heftigen Unwettern auf Mallorca hat es Tote und Verletzte gegeben. Mindestens neun Menschen seien in den Wassermassen ums Leben gekommen, teilten die Rettungskräfte mit. Sechs Menschen würden nach dem schweren Unwetter vom Dienstagabend noch vermisst und gesucht, teilte ein Sprecher der Polizeieinheit Guardia Civil mit.

Am schwersten betroffen ist das Dorf Sant Llorenç im Osten der Insel. Dort war ein Sturzbach über die Ufer getreten. Bei zwei der Toten soll es sich um britische Staatsbürger handeln, sagte der Zweite Bürgermeister von Sant Llorenç dem Sender Cadena SER. Zwei weitere Opfer seien Einheimische, darunter eine Frau, die im Keller ihres Hauses tot aufgefunden wurde. Ein Todesopfer stammt demnach aus dem Küstenort S'Illot nahe Sant Llorenç.

Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß es, es lägen keine Informationen zu deutschen Opfern vor. Das Konsulat in Palma de Mallorca stehe in engem Kontakt mit den Behörden der Mittelmeerinsel.

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Tote bei Überschwemmungen: Chaos auf Mallorca

Zahlreiche Autos wurden weggeschwemmt, wie auf Bildern und Videoaufnahmen des Wetterdienstes der Balearen zu sehen war. "Es war eine harte Nacht, ich befürchte, dass der Tag noch heftiger wird", zitierte die Zeitung "El Mundo" eine Lokalpolitikerin. In der Region seien mehr als 220 Liter pro Quadratmeter gefallen.

Anwohner berichteten im regionalen Fernsehsender IB3 von "chaotischen Zuständen" vor Ort. Der deutschsprachigen "Mallora Zeitung" zufolge sollen Anwohner auf Dächern und Bäumen auf Rettung warten. Wer die Krisenregion verlassen konnte, wurde vorübergehend in Sporthallen untergebracht.

Die Regionalregierung hat eine Krisensitzung einberufen, um den Rettungseinsatz zu koordinieren. Vor Ort sind Feuerwehr, Polizei, Militär und Zivilschutz im Großeinsatz. Etwa hundert Rettungskräfte sind laut "El País" mit acht Fahrzeugen, drei Helikoptern, einem Wasserfahrzeug und Spürhunden im Einsatz.

Der spanische Premierminister Pedro Sanchez sprach den Hinterbliebenen der Todesopfer sein Beileid aus und versprach den Betroffenen seine Solidarität und Unterstützung.

Das Unwetter verursachte auch in anderen Regionen der Insel Chaos und Überschwemmungen. Auf Mallorca hatte es seit Montag heftig geregnet, ortsweise auch gehagelt. Durch das Unwetter kam es auf dem Flughafen von Palma zu Verzögerungen. Aus Sicherheitsgründen sei der zeitliche Abstand zwischen den Landungen vergrößert worden, hieß es. In der Hauptstadt und auch am sogenannten Ballermann östlich von Palma war die Lage weitgehend normal.

ala/mxw/AFP/Reuters/dpa/AP



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