Überschwemmungen Rettungskräfte finden auf Mallorca Leiche des vermissten Jungen

Hunderte Helfer suchten nach der Sturzflut auf Mallorca mehr als eine Woche lang einen vermissten Achtjährigen. Nun steht fest: Der Junge ist tot.

Rettungskräfte nahe Sant Llorenç des Cardassar (Archiv)
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Rettungskräfte nahe Sant Llorenç des Cardassar (Archiv)


Ein nach der schweren Unwetterkatastrophe auf Mallorca vermisster Junge ist tot geborgen worden. Die Leiche sei unweit des Ortes Sant Llorenç des Cardassar entdeckt worden, berichteten die spanische Zeitung "El País" und die "Mallorca Zeitung" unter Berufung auf die Einsatzkräfte.

Hunderte Helfer hatten mehr als eine Woche unter anderem mit Spürhunden und Booten nach dem Achtjährigen gesucht. Seine Familie sei bereits benachrichtigt worden, hieß es.

Damit ist die Zahl der Opfer der Sturzflut vom 9. Oktober auf insgesamt 13 gestiegen, darunter drei Deutsche. Die Mutter des Jungen war in dem Hochwasser im Osten der Insel ebenfalls ums Leben gekommen, die siebenjährige Schwester wurde von einem Deutschen gerettet.

Daniel Thielk zog das Mädchen aus den Fluten. Nun wird er auf der Insel mit einer Verdienstmedaille geehrt. Der Lebensretter erhalte die Auszeichnung im November, zitierte das "Mallorca Magazin" den Fremdenverkehrsverband von Mallorca.

"Ich habe sie am Arm aus dem reißenden Strom gezogen. Sie wollte mich gar nicht mehr loslassen", hatte Thielk nach der Rettung dem Sender RTL berichtet. Die Familie des Mädchens hatte dem Deutschen vor wenigen Tagen persönlich für seinen Einsatz gedankt.

Amateurvideos zeigen Verwüstungen

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Am Abend soll mit einem Trauergottesdienst in Manacor der Toten gedacht werden. An der Messe wollte nach Angaben des spanischen Fernsehens auch das Königspaar teilnehmen. Felipe und Letizia hatten bereits Ende vergangener Woche das betroffene Gebiet besucht.

Derweil haben Experten errechnet, dass die Flutwelle mindestens fünf Meter hoch war. Die "Mallorca Zeitung" schrieb unter Berufung auf die Koordinatoren der Rettungsaktionen, es habe sich um einen "umgekehrten Tsunami" gehandelt, bei dem sich Wasser in den Bergen ansammelt und dann ins Tal schießt - wobei es alles mitreißt, das im Weg ist.

Von dem sintflutartigen Regen mit anschließender Flut war vor allem Sant Llorenç des Cardassar betroffen, das tagelang unter Schlammmassen versank. Die Einsatzkräfte schließen nicht aus, dass weitere Menschen darunter begraben sein könnten. Es würden immer wieder persönliche Gegenstände entdeckt, die befürchten ließen, dass es weitere Vermisste geben könnte, sagte ein Mitglied der Rettungsteams dem Nachrichtensender "Canal 24 Horas".

Die Heftigkeit des Unwetters hatte die Behörden überrascht: Binnen weniger Stunden fielen etwa 220 Liter Regen pro Quadratmeter. Zum Vergleich: Im gesamten vergangenen Jahr fielen in Deutschland im Schnitt 850 Liter Regen pro Quadratmeter.

wit/dpa

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