Witwe des auf Mallorca ertrunkenen Deutschen "Ohne euch wäre mein Sohn jetzt auch tot"

Ein deutscher Urlauber ertrank vor Mallorca beim Versuch, seinen Sohn aus dem Wasser zu ziehen. Die Witwe hat nun die Männer besucht, die bei der Rettungsaktion halfen - und sie umarmt.

Bucht in der Nähe des Hafenortes Portopetro
imago/ robertharding

Bucht in der Nähe des Hafenortes Portopetro


Er starb vor den Augen seiner Familie: Auf Mallorca riss am Montag eine Welle die Kinder eines deutschen Paars mit. Der Vater der beiden starb bei einem Rettungsversuch, die Kinder überlebten. Die Tochter wurde an Land gezogen, den Sohn brachten Helfer mit einem Kajak in Sicherheit.

Für die Rettung des Jungen hat sich nun die Witwe bei den Helfern bedankt - einer Gruppe von Bauarbeitern, die zufällig in der Nähe des Unglücksortes war. Die Frau und die beiden Kinder besuchten die Männer gemeinsam auf einer Baustelle in der Nähe von Portopetro im Südosten der Insel. "Ohne euch wäre mein Sohn jetzt auch tot", sagte die Frau laut "Mallorca Zeitung".

Die drei Überlebenden umarmten demzufolge die Retter. "Mir ist bewusst, dass mein Sohn ohne euch gestorben wäre", sagte die Witwe. "Und dass mein Ehemann trotz eurer enormen Bemühungen nicht zu retten war. Danke für alles."

"Rissaga" könnte Welle ausgelöst haben

Die vierköpfige Familie aus dem Münsterland war dem Bericht zufolge gerade erst auf Mallorca angekommen, als es zu dem Unglück kam. Die achtjährigen Zwillinge seien bei einem Spaziergang an den Felsen entlanggeklettert, als sie von einer Welle erfasst wurden. Den Eltern sei es gelungen, die Tochter aus dem Wasser zu ziehen. Dann sei der Vater ins Wasser gesprungen, um seinem Sohn zu helfen. Zunächst hatte es geheißen, der Mann sei ebenfalls von der Welle ins Meer gerissen worden.

Am Tag des Unglücks hatte der Meeresspiegel in der Region teilweise um bis zu eineinhalb Meter geschwankt. Das Wetterphänomen, das auf den Balearen "Rissaga" genannt wird, könnte Ursache für die Welle in Portopetro gewesen sein.

Einer der Bauarbeiter erklärte, der Junge habe überlebt, weil er sich an seinem unter ihm im Wasser treibenden Vater festgehalten habe. "Man merkte, wie seine Kräfte immer weiter nachließen." Die Retter hätten das Kind auf einem Kajak an Land gebracht. Der Mann, der mit einem Seil ans Ufer gezogen wurde, sei zu diesem Zeitpunkt vermutlich bereits tot gewesen. Alle Wiederbelebungsversuche scheiterten.

Im Video: Mini-Tsunami auf Mallorca

Ana Martinez

mxw/dpa



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