Rheinland Kirchenfunktionär regt ökumenische Gemeindezentren an

Lieber ökumenische WGs als gar keine kirchlichen Gemeindezentren - meint der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland. Er sieht sie als Hoffnungsort vor der Haustüre.

Manfred Rekowski (Archivbild)
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Manfred Rekowski (Archivbild)


Angesichts sinkender Mitgliederzahlen bei den Kirchen regt der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, eine Zusammenlegung katholischer und evangelischer Gemeindezentren an.

"Ist es nicht besser, ökumenische 'Wohngemeinschaften' zu gründen, statt dass sich beide Kirchen - am Ende vielleicht sogar unabgestimmt - aus Stadtteilen und Orten zurückziehen?", schreibt Rekowski in einem Gastbeitrag für den "Kölner Stadt-Anzeiger".

In Zeiten, in denen die Kirchen mit weniger Personal auskommen müssten, schienen ihm gemeinsame Gemeindezentren keine schlechte Idee.

Im gemeinsamen WG-Wohnzimmer gäbe es vielleicht manches, das nicht allen Mitbewohnern gleichermaßen gefällt: Heiligenfiguren, Frauen auf der Kanzel, Weihrauch, Trauung Geschiedener. Aber es bliebe ein Hoffnungsort für Menschen vor ihrer Haustüre erhalten, schrieb der Präses.

2016 gab es 21,92 Millionen Protestanten und 23,58 Millionen Katholiken, wie aus Statistiken der Evangelischen Kirche in Deutschland und der katholischen Deutschen Bischofskonferenz hervorgeht. Das entspricht rund 55 Prozent der Bevölkerung. Zur Jahrtausendwende waren es noch circa 65 Prozent.

Nach Angabe des Bundesamts für Statistik nahm die evangelische Kirche 2016 rund 5,4 Milliarden Euro Kirchensteuer ein, bei der katholischen Kirche waren es im selben Jahr rund 6,1 Milliarden Euro.

wbr/dpa



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