Manhattan: Baukran stürzt in Wohnhäuser und tötet mehrere Menschen

Tote und Trümmer in New York: Ein riesiger Baukran ist in Manhattan in mehrere Wohnhäuser gestürzt und hat mindestens vier Menschen getötet. Anwohner beklagen, dass schon seit Januar Sicherheitsmängel an der Baustelle bekannt gewesen seien.

New York - Beim Einsturz des Krans im New Yorker Stadtteil Manhattan sind laut Bürgermeister Michael Bloomberg mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Bloomberg sprach in einer improvisierten Pressekonferenz unweit des Unglücksorts von "einem der schwersten Bauunfälle, den die Stadt je erlebt hat". Bei den Toten handele es sich wahrscheinlich um Bauarbeiter. Zehn oder mehr Menschen seien zudem verletzt worden, drei von ihnen schwer.

Trümmer in Manhattan: Der riesige Kran zerstörte nicht nur Gebäude, sondern tötete auch mehrere Menschen
REUTERS

Trümmer in Manhattan: Der riesige Kran zerstörte nicht nur Gebäude, sondern tötete auch mehrere Menschen

Der mindestens 19 Stockwerke hohe Kran war am Samstagnachmittag aus bisher ungeklärten Gründen in sich zusammengebrochen und auf eine Häuserzeile in der belebten Upper East Side gestürtzt. Ein kleineres Gebäude zerstörte er dabei völlig. Die Feuerwehr erklärte, in den Trümmern werde noch nach möglichen Opfern gesucht. Mehrere Menschen seien noch eingeschlossen.

Anwohner berichteten, sie hätten einen furchtbaren Lärm gehört, als sich der Kran aus der Verankerung an einem im Bau befindlichen Gebäude riss. Er zerbrach in mehrere Teile, eines davon stürzte in die oberen Etagen des Wohnhauses. Andere Teile beschädigten andere Gebäude.

Bilder des Fernsehsenders New York 1 zeigten gewaltige Trümmerhaufen und umgestürzte Fahrzeuge. Feuerwehr- und Krankenwagen rasten zum Unglücksort und riegelten das Viertel ab. Videobilder von Augenzeugen, die der Sender zunächst ausstrahlte, zeigten dichten Rauch. Passanten berichteten von einem lauten Knall und von starkem Gasgeruch. Eine Frau sagte, die Menschen hätten gerufen: "Lauft weg, lauft weg!" Wegen des schönen Wetters waren viele Spaziergänger unterwegs.

Der Kran war an einem im Bau befindlichen Wolkenkratzer verankert. Er sollte am Unglückstag mit amtlicher Genehmigung nach oben hin verlängert werden, um die höheren Stockwerke zu erreichen.

Anwohner sagten dem Fernsehsender, bereits seit Januar seien Sicherheitsmängel an der Baustelle bekannt gewesen. "Wir haben vier Menschen verloren, vier unschuldige Opfer an einem sonnigen Nachmittag. Das reicht, das ist inakzeptabel, neun Verstöße sind seit Januar gemeldet worden", sagte Scott Stringer, der Vorsitzende einer Anwohnergruppe.

tno/AP/AFP/dpa

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