Marokko Viele Tote bei Explosion in Touristencafé

Hunderte Menschen rannten panisch durcheinander, Trümmerteile fielen in die Menge: Eine Explosion auf dem berühmten Platz Dschema el-Fna im Zentrum Marrakeschs hat mehr als ein Dutzend Menschen getötet und 20 verletzt. Unter den Opfern sollen auch Ausländer sein.

REUTERS

Rabat - Bei einer Explosion in einem Café der marokkanischen Stadt Marrakesch sind am Donnerstag 14 Menschen gestorben und 20 weitere verletzt worden. Die Detonation traf das Café "Argana" auf dem Platz Dschema el-Fna, teilte ein Sprecher des Innenministeriums mit. Der Platz ist eine der Hauptattraktionen für Touristen in Marrakesch. Unter den Todesopfern sind nach Angaben von Ärzten elf Ausländer und drei Marokkaner. Ein Augenzeuge sagte, einige der Verletzten seien nach ihrer Kleidung zu urteilen wohl Touristen.

Das Café ist bei ausländischen Besuchern beliebt, weil sie aus der ersten Etage den Platz überblicken können. "Die gesamte erste Etage des Cafés 'Argana' wurde durch diese Explosion beschädigt", sagte ein Augenzeuge der Nachrichtenagentur AFP. "Die Explosion fand in der Küche statt, wo es Gasflaschen gibt."

"Es gab eine große Explosion, viel Rauch, Trümmerteile fielen vom Himmel. Hunderte Menschen liefen in Panik durcheinander, manche zum Café, andere weg von dem Platz", sagte ein anderer Augenzeuge der Nachrichtenagentur AP. Die Explosion war offenbar so gewaltig, dass sie noch in zwei Kilometern Entfernung zu hören war.

Die Detonation hat nach Angaben der marokkanischen Behörden einen kriminellen Hintergrund. "Erste Indizien vom Tatort deuten darauf hin, dass es ein krimineller Akt war", hieß es in einer offiziellen Mitteilung des Innenministeriums. Zunächst hatte es geheißen, es handele sich um einen Unfall, vermutlich durch Gasflaschen ausgelöst. Der arabische TV-Sender al-Arabija berichtete, es könne sich um einen Terroranschlag gehandelt haben.

Der deutsche Reiseveranstalter TUI prüft nach dem Vorfall die Lage. Man sei mit dem Auswärtigen Amt in Kontakt, sagte eine Unternehmenssprecherin in Hannover. Wenn es sichere Erkenntnisse gebe, werde das Unternehmen entsprechend reagieren.

Größere Terroranschläge hatte es in Marokko zuletzt im Mai 2003 in der Wirtschaftsmetropole Casablanca gegeben. Damals starben bei Attentaten auf westliche und jüdische Einrichtungen 45 Menschen, darunter zwölf Selbstmordattentäter.

ulz/dapd/AFP/AP

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Seite 1
turo 28.04.2011
1. ohne Titel
Zitat von sysopHunderte Menschen rannten panisch durcheinander, Trümmerteile fielen in die Menge: Eine Explosion auf dem berühmten Platz Dschema el-Fna im Zentrum Marrakeschs hat mehr als ein Dutzend Menschen getötet und 20 verletzt. Unter den Opfern sollen auch Ausländer sein. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,759539,00.html
Ich hoffe, dass es "nur" ein Unfall war. Jedoch sollten Touristen z.Z. nicht in diese Region reisen!
...und gut ist`s 28.04.2011
2. EU- Demokratie 2011: In Brüssel regieren sich selbst bestimmete Politker.
Nur eine Vermutung: Erinnert ein bischen an die Discothek "La Belle". Das Cafe ist bei Touristen sehr beliebt. Woher kommen die meisten Touristen in Marokko? Richtig aus Frankreich. Vielleicht wollte da jemand Frankreich treffen, der sich nicht über das Wasser oder in der Luft bewegen kann.
eulenspiegel 47 28.04.2011
3. ***
Zitat von sysopHunderte Menschen rannten panisch durcheinander, Trümmerteile fielen in die Menge: Eine Explosion auf dem berühmten Platz Dschema el-Fna im Zentrum Marrakeschs hat mehr als ein Dutzend Menschen getötet und 20 verletzt. Unter den Opfern sollen auch Ausländer sein. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,759539,00.html
Wo bleibt die Urlaubsempfehlung Frau Roth? Wer zu diesen Zeiten freiwillig in die nordafrikanischen Chaosstaaten reist muss verrückt sein.
diracdamm 28.04.2011
4. Visitenkarte der Religion des Friedens!
Zitat von sysopHunderte Menschen rannten panisch durcheinander, Trümmerteile fielen in die Menge: Eine Explosion auf dem berühmten Platz Dschema el-Fna im Zentrum Marrakeschs hat mehr als ein Dutzend Menschen getötet und 20 verletzt. Unter den Opfern sollen auch Ausländer sein. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,759539,00.html
Hat hier die Religion des Friedens etwa Ihre allseits bekannte Visitenkarte abgegeben? Hmmm, ander gefraft: Was wäre eigentlich erstaunlicher? Wenn es ein Terrorattentat wäre oder nicht?
Fradiavolo, 28.04.2011
5. ...
Zitat von eulenspiegel 47Wo bleibt die Urlaubsempfehlung Frau Roth? Wer zu diesen Zeiten freiwillig in die nordafrikanischen Chaosstaaten reist muss verrückt sein.
Marokko ein Chaosstaat? Arg oft waren Sie da aber auch noch nicht, oder? Oder sind für Sie alle nordafrikansichen Staaten pauschal gleich?
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