Starkregen in Maryland Die nächste Jahrtausendflut

Land unter in Ellicott City: Bereits zum zweiten Mal innerhalb weniger Jahre kämpft die Gemeinde im US-Bundesstaat Maryland gegen die Fluten.

AP/ The Baltimore Sun

In Ellicott City im US-Bundesstaat Maryland fahren derzeit keine Autos über die Hauptstraße - sie schwimmen. Bereits zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren haben Überschwemmungen den 65.000-Einwohner-Ort ins Chaos gestürzt. Am Sonntag fielen hier mehr als 20 Zentimeter Regen innerhalb von sechs Stunden.

Parkende Fahrzeuge wurden einfach weggespült. Nachdem Alarm ausgelöst worden war, flohen viele Bewohner in die oberen Stockwerke ihrer Häuser, von wo aus sie beobachteten, wie das Wasser rasant anstieg. Eine echte Springflut sei das gewesen, sagten Augenzeugen. "Wenn Sie von den Fluten eingeschlossen sind, kommen wir Sie holen", twitterte die Feuerwehr im Bezirk Howard.

Die Behörden zeigten sich erschüttert angesichts der Tatsache, dass die Stadt nach so kurzer Zeit erneut von einer Naturkatastrophe heimgesucht wurde. Im Jahr 2016 waren zwei Menschen bei Überschwemmungen ums Leben gekommen und Millionenschäden entstanden.

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Überschwemmungen: Chaos in Ellicott City

Dieses Mal scheinen die Fluten noch heftiger gewütet zu haben. "Das Wasser steht deutlich höher als beim letzten Mal", sagte Jessica Ur, Kellnerin in einem Weinlokal von Ellicott City, der Zeitung "Baltimore Sun".

Es ist allerdings noch unklar, ob es Opfer gegeben hat und ob Menschen vermisst werden. Rettungskräfte führen derzeit in der gesamten Innenstadt Sicherheitschecks durch und überprüfen, ob alle Gebäude vorschriftsmäßig evakuiert worden sind.

Gouverneur Larry Hogan rief den Ausnahmezustand aus, besuchte die Krisenregion und versprach "jedes kleinste bisschen Hilfe, die wir leisten können". "Es heißt, wir hätten es mit einer Jahrtausendflut zu tun - und es ist die zweite in zwei Jahren", so Hogan.

Erst vor Kurzem hatten die örtlichen Behörden gemeldet, dass 96 Prozent der zerstörten Häuser und Unternehmen saniert seien. In der Main Street hatten sich sogar 20 neue Läden angesiedelt. Und erst vor zwei Wochen waren der Stadt aus dem Bundesbudget mehr als eine Million US-Dollar für Hochwasserschutzprojekte zur Verfügung gestellt worden.

ala/AP/Reuters

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