Vater von Newtown-Attentäter "Ich wünschte, mein Sohn wäre nie geboren"

Er ist sich sicher, dass sein Sohn auch ihn getötet hätte: 15 Monate nach dem Massaker an der Sandy-Hook-Grundschule äußert sich der Vater des Amokläufers erstmals öffentlich. Und wünscht sich, es hätte seinen Jungen nie gegeben.

REUTERS

New York - Der Vater bezeichnet ihn als "ganz normal seltsamen kleinen Jungen", der stundenlang mit ihm Lego spielte. Dennoch wünscht sich Peter Lanza, dass sein Sohn nie geboren worden wäre. Rund zwei Jahre nach dem Massaker an der Sandy-Hook-Grundschule in Newtown hat sich der Vater des Amokläufers Adam Lanza in mehreren Interviews mit dem Magazin "New Yorker" zum ersten Mal öffentlich geäußert.

Im Dezember 2012 hatte Adam Lanza bei einem Amoklauf an der Sandy-Hook-Grundschule in Newtown mit Pistolen und einem Sturmgewehr 20 Kindern und sechs Erwachsenen das Leben genommen, bevor er sich selbst tötete. Zuvor hatte der 20-Jährige seine Mutter Nancy Lanza erschossen. Der Amoklauf zählt zu den schwersten in der Geschichte der USA und entfachte vor zwei Jahren die Debatte um schärfere Waffengesetze neu.

"Das, was mein Sohn getan hat, könnte nicht böser sein", sagt Peter Lanza in dem Interview. Er und Nancy Lanza hätten sich lange vor dem schrecklichen Massaker getrennt. Seinen Sohn habe er zwei Jahre lang nicht gesehen, als dieser an der Grundschule in Connecticut 26 Menschen tötete. Er sei sich sicher, dass sein Sohn auch ihn getötet hätte, wenn er die Möglichkeit gehabt hätte.

"Ich wünschte, ich hätte mich mehr dafür eingesetzt, Adam häufiger zu sehen." Jedes Handeln und und jede Veränderung in der Beziehung zu Adam wären gut gewesen. "Es hätte ja nicht schlimmer kommen können."

Sein Sohn sei besessen vom Zweiten Weltkrieg gewesen und habe sich seit der Pubertät immer weiter zurückgezogen. "Es war glasklar, dass etwas nicht stimmte." Man habe die Veränderung seines Sohns beobachten können: "Das Unwohlsein in sozialen Situationen, den Stress, die Unfähigkeit, sich zu konzentrieren, die Lernprobleme, der reduzierte Augenkontakt."

Laut Dokumenten der Polizei Connecticut war bei Adam Lanza 2006 eine Form von Autismus festgestellt worden, zudem habe er Symptome einer Zwangsneurose gezeigt.

evt/AP



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