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Massenunfall auf der A5: "Es ist ein brutales Trümmerfeld"

Es ist wohl einer der schlimmsten Verkehrsunfälle der vergangenen Jahrzehnte: 50 Fahrzeuge waren auf der A5 bei Freiburg an einer Massenkarambolage beteiligt, zwei Menschen starben. Ursache war ungewöhnlich dichter Nebel in der Silvesternacht.

Massenkarambolage: Alptraum auf der A5 Fotos
DPA

Teningen - Plötzlich Nebel, dicht wie eine Wand, weder links noch rechts ist die Leitplanke zu erkennen: Dieser Alptraum aller Autofahrer hat in der Neujahrsnacht auf der Autobahn A5 zu einer der schlimmsten Massenkarambolagen der vergangenen Jahrzehnte in Südbaden geführt. Zwei Menschen kamen bei den Serienunfällen mit bis zu 50 beteiligten Fahrzeugen ums Leben, zahlreiche weitere wurden schwer oder leicht verletzt.

Dem Großaufgebot von Rettungskräften bot sich bei Teningen nahe Freiburg ein Bild der Zerstörung. "Es ist ein brutales Trümmerfeld", sagte Polizeisprecher Karl-Heinz Schmid. Die Polizei rechnet mit einem Schaden in Millionenhöhe.

Es ist 1.25 Uhr am Freitagmorgen, als ein Auto zunächst nach rechts von der Fahrbahn abkommt, sich überschlägt und im angrenzenden Acker auf dem Dach liegenbleibt. Ein Lastwagenfahrer kann zwar noch rechtzeitig bremsen, doch der vermutlich zu schnell fahrende Wagen hinter ihm prallt gegen den Sattelzug. Ein 70-Jähriger aus dem Raum Freiburg wird in seinem Auto eingeklemmt. Er stirbt noch an der Unfallstelle.

Dichter Nebel durch Feuerwerksfeinstaub

Im Rückstau kommt es immer wieder zu Zusammenstößen, am Ende zählt die Polizei bis zu 50 beschädigte Fahrzeuge. Kreuz und quer stehen sie ineinander verkeilt auf der vernebelten Fahrbahn. Sofort wird von der Rettungsleitstelle in Emmendingen Großalarm für Feuerwehr und Rettungsdienst ausgelöst. Drei Notärzte, 54 Helfer des Roten Kreuzes mit mehr als 20 Fahrzeugen und zwei Rüstzüge der Feuerwehr eilen zur Autobahn. Doch der dichte Nebel und die glatte Straße zwingen die Helfer zur langsamen Fahrt. "So etwas habe ich in meinen 35 Jahren als Feuerwehrmann noch nie erlebt", sagt Carlo Rieth, Einsatzleiter der Feuerwehr.

Noch während sich die Rettungskräfte der Unfallstelle nähern, kommt es zum zweiten tödlichen Unfall. Ein 20-Jähriger aus der Schweiz war aus dem Auto ausgestiegen und wurde von einem herannahenden Wagen erfasst. Unklar war zunächst, ob der Mann versucht hatte, die Fahrbahn zu verlassen, bevor er angefahren wurde. Zunächst hatte die Polizei mitgeteilt, ein Autofahrer habe eine Rettungsgasse benutzt und den 20-Jährigen dabei angefahren. "Das hat sich bei den Nachforschungen nicht bestätigt", sagte Polizeisprecher Schmid.

Die traurige Bilanz von der A5: Zwei Menschen sterben, mindestens vier weitere werden schwer verletzt. "Die Feinstaubbelastung durch das Feuerwerk, der Luftmassenwechsel mit deutlich kühleren Temperaturen und die sternklare Nacht haben den dichten Nebel verursacht", erklärt der Meteorologe Uwe Schickedanz vom Deutschen Wetterdienst in Stuttgart. Derart dichten Nebel gebe es äußerst selten.

Weitere Unfälle in Bayern

In der Silvesternacht kam es in Süddeutschland zu weiteren schweren Karambolagen. So gab es auch auf der A3 bei Schwarzach in Niederbayern einen Reihenunfall. Dort kam kurz nach Mitternacht eine 48-Jährige ums Leben, die sich nach dem Zusammenstoß bei Nebel auf dem Standstreifen aufgehalten hatte. Ihr 48-jähriger Ehemann hatte bei dem vorherigen Auffahrunfall einen Schock erlitten. Zwei 67- und 75-jährige Mitfahrer wurden schwer verletzt. Insgesamt waren vier Fahrzeuge an dem Unfall beteiligt. Die Autobahn wurde für mehrere Stunden gesperrt.

Auf der A99 kurz vor dem Autobahndreieck Feldmoching bei München fuhren gegen 01.41 Uhr insgesamt neun Fahrzeuge im Nebel ineinander. Eine 29-Jährige wurde lebensgefährlich, ein 56-Jähriger schwer und weitere sechs Menschen leicht verletzt. Die Autobahn war bis 08.10 Uhr gesperrt. Auf der A9 bei Allershausen prallten um 00.28 Uhr bei Nebel drei Autos ineinander. Eine 61-Jährige wurde lebensgefährlich verletzt. Ebenfalls auf der A9, auf der Höhe der Münchner Allianz-Arena, prallten um 01.07 Uhr im dichten Nebel vier Autos ineinander. Drei Menschen wurden leicht verletzt.

cpa/dpa/APD

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