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Masturbathon: Selbstbefriedigung für den guten Zweck

Normalerweise geht es dabei nicht um Wettbewerb: In Großbritannien sollen nun allerdings Hunderte von Frauen und Männern um die Wette masturbieren - im Dienste der Sexualaufklärung und vom Fernsehen beobachtet.

London - Der Startschuss für den ersten "Masturbathon" Großbritanniens soll am 5. August in London gegeben werden, wie die Organisatoren vom Zentrum für Sex und Kultur gestern mitteilten. Der Sender Channel Four will den ungewöhnlichen Wettbewerb im Rahmen einer sogenannten "Wank Week" begleiten.

Die Veranstaltung ist ein Import aus San Francisco, wo bereits fünf Selbstbefriedigungs-Wettbewerbe stattgefunden haben. Die Idee der Erfinder: "Sie sind eine Möglichkeit, die Öffentlichkeit dazu anzuhalten, Selbstbefriedigung als Safer-Sex-Methode einzusetzen", heißt es auf der Internetseite der Organisatoren. Zudem soll der Wettbewerb Spendengelder einbringen: Für jede Minute, die Teilnehmer masturbieren, spenden Sponsoren Geld. Dies fließt an wohltätige Einrichtungen, die sich im Kampf gegen HIV und für sexuelle Aufklärung engagieren.

Die TV-Produktionsfirma Zig Zag, die die Veranstaltung für das Fernsehen aufbereitet, sieht die Sendung als Toleranztest: "Es ist Zeit, das Ereignis über den Teich zu holen, um zu schauen, ob die britische Öffentlichkeit Massenmasturbation begrüßen kann", heißt es auf der Internetseite des Unternehmens. Bei Channel Four weiß man um das Provokationspotential der Sendung - und verteidigt das Programm als Aufklärung. "Masturbation ist etwas, das viele Menschen machen. Aber nur wenige reden darüber", sagte Channel-Four-Unterhaltungschef Andrew MacKenzie, der von der "Daily Mail" bereits für seine Programmgestaltung als "Chef-Pornograf" bezeichnet wurde. Der Fernsehmacher möchte mit der "Wank Week" an den Erfolg der "Penis Week" anknüpfen, in der der Sender sich ausführlich mit dem männlichen Geschlechtsorgan befasst hat.

Der Wettbewerb findet in einem Fernseh-Studio im Londoner Stadtteil Clerkenwell statt, Hunderte Teilnehmer werden erwartet. Preise gibt es zum einen für die meisten Orgasmen. Zum anderen wird eine Auszeichnung an jene vergeben, die am längsten masturbieren. Der Rekord für Dauer-Masturbation liegt derzeit bei achteinhalb Stunden. Allerdings sind fünf Minuten Pause pro Stunde erlaubt.

str/AFP

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