Gesägt, getan Dieses Tier wirft Hügel und Fragen auf

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Maulwürfe fühlen sich im Garten pudelwohl - doch der verkommt zunehmend zur Hügellandschaft. Was tun, ohne zum Tierquäler zu werden?

In meinem Garten gibt es ein Problem. (Wobei, eigentlich sind es 34, Tendenz steigend.) Es taucht immer wieder woanders auf, unvorhergesehen und plötzlich. Abends ins Bett gegangen und zack, am nächsten Morgen: wieder ein Maulwurfshügel mehr.

Darüber dürfte man eigentlich nicht jammern, zumindest offiziell. Ich habe gelesen, dass ich mich freuen sollte. Maulwürfe tun sich nicht in jedem Boden um. Nein, es muss schon was Gutes sein. Wenn man danach urteilt, muss mein Garten das Fünfsternehotel unter den Böden sein.

Es ist ja auch irgendwie toll, in unserer zunehmend zubetonierten und zugepflasterten Welt den Tierchen eine Heimat geben zu können. (Lesen Sie hier Informationen des Naturschutzbundes Deutschland über Maulwürfe.) Der Maulwurf im Garten liefert das gute Gewissen quasi frei Haus mit.

Das schlechte leider auch. Denn so toll die Tierchen (es sind mehrere, da bin ich mir relativ sicher) auch sein mögen, ein bisschen grün würde ich beim Blick in den Garten gerne schon noch sehen. Maulwürfe müssen und sollen leben, schon klar. Aber mein Rasen will auch leben. Und der hat es ohnehin schwer genug. Was für ein Hindernisparcours die Hügel beim Rasenmähen sind, will ich mir gar nicht erst ausmalen.

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Maulwurf im Garten: Hügellandschaft

Deshalb wächst mit der Anzahl der Hügel auch mein Wunsch, die ungebetenen Gäste loszuwerden. Bevor jetzt die Tierschutzfraktion Schnappatmung kriegt: Die Maulwürfe sollen glücklich werden. Am Waldrand, der nur einen Steinwurf entfernt ist. Im Grünstreifen an der Straße. Auf der Pferdekoppel nebenan. Oder von mir aus auch beim Nachbarn. Aber bitte nicht bei mir.

Das Problem ist indes, dass bei alldem die Rollen so klar verteilt sind. Ein Maulwurf ist putzig, ein Sympathieträger. Verdammt, er ist sogar eine liebenswerte Zeichentrickfigur. Und eines meiner Lieblingskinderbücher handelt von einem kleinen Maulwurf, der wissen will, wer ihm auf den Kopf gemacht hat.

Er erinnert mich auch an Hobbit Bilbo aus "Der Herr der Ringe": Optisch wären da die überproportional großen Füße beziehungsweise Vordergliedmaßen zu erwähnen. Lebt in Häusern unter der Erde, ist erstaunlich hartnäckig und zäh, schafft Dinge, die man ihm nicht zutraut (zum Beispiel, mich zur Verzweiflung zu treiben). Vor allem ist der Maulwurf wie mit einem Zauberring ständig verschwunden, wenn man seiner habhaft werden will.

Was hilft und ist ethisch vertretbar?

Ich bin in diesen Vergleich wohl am ehesten der "Herr der Ringe"- Oberbösewicht Sauron, der versucht, den Hobbit (Maulwurf) aus seinem Auenland (Garten) zu vertreiben. Nicht sehr schmeichelhaft.

Daraus ergibt sich noch eine Parallele, die mir gar nicht gefällt: Sauron scheitert letztlich, das Auenland bleibt in Hobbithand.

Momentan glaube ich nicht daran, dass mein Garten wieder maulwurffrei sein wird. Ich habe schon gehört, dass Leute versucht haben, mit dem Gartenschlauch die Gänge zu fluten. Ich habe erlebt, dass jemand konsequent mit dem Rasenmähertraktor alle Hügel plattfuhr. Ein Bekannter erzählte mir, sein Schwager habe mal einen Schlauch an den Auspuff des Autos angeschlossen und das andere Ende in einen Hügel gesteckt.

Ersteres erscheint mir unzweckmäßig, von der Wasserverschwendung mal abgesehen. Ich habe keinen Rasentraktor. Und ich werde einen Teufel tun und Autoabgase gegen Tiere einsetzen. Das wäre verwerflich und ein PR-Desaster, fragen Sie mal bei Volkswagen nach.

Sie merken schon: Dieser Text ist ein Hilferuf. Im Internet gibt es mehr Tipps gegen Maulwürfe als Hügel in meinem Garten. Aber was hilft und ist ethisch vertretbar? Womit hatten Sie Erfolg? Und was haben Maulwürfe mit Ihrem Garten angestellt? Ich bin für jeden Hinweis dankbar.


Senden Sie Ihre Maulwurfstipps und -fotos an benjamin.schulz@spiegel.de

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olaf77 18.02.2018
volkerrachow 18.02.2018
Marvel Master 18.02.2018
frau kühn 18.02.2018
rrippler 18.02.2018
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