Initiatorin spricht über Ursprünge von "me too" "In der dunkelsten Ecke meiner Seele"

Unzählige Opfer sexueller Übergriffe schildern unter dem Hashtag #Metoo ihre Erfahrungen. Nun hat sich die Initiatorin der Bewegung geäußert: Alles begann lange vor dem Weinstein-Skandal - mit der Geschichte eines kleinen Mädchens.

Tarana Burke (2014 in Philadelphia)
Twitter/ @TaranaBurke

Tarana Burke (2014 in Philadelphia)


Alyssa Milano rief auf Twitter dazu auf - und Hunderttausende Frauen auf der ganzen Welt antworteten mit "me too". Opfer sexueller Übergriffe berichten nun unter diesem Stichwort über ihre Erfahrungen und zeigen so das Ausmaß des Problems auf.

Dieses existiert nicht erst seit dem Skandal um Harvey Weinstein - und auch die Online-Bewegung gibt es nicht erst seit Alyssa Milanos Aufruf. Die Bewegung ist mehr als zehn Jahre alt. Angestoßen wurde sie von der afroamerikanischen Aktivistin Tarana Burke. Diese hat nun über die Ursprünge der Idee gesprochen.

"Mir geht es nicht um eine Kampagne, die viral geht", sagte Burke dem US-Sender CNN. "Es geht um eine Bewegung. Und diese begann in der tiefsten, dunkelsten Ecke meiner Seele." Burke ist die Leiterin von Girls for Gender Equity, einer New Yorker Organisation, die sich für die Rechte junger schwarzer Frauen einsetzt.

Demnach begann alles im Jahr 1996, als Burke als Jugendcamp-Leiterin arbeitete. Ein junges Mädchen habe sie beiseitegenommen und Burke vom Missbrauch durch den Freund ihrer Mutter erzählt. Sie habe den Anblick dieses Mädchens nie vergessen.

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"Ich sah ihr dabei zu, wie sie wie sich von mir entfernte, wie sie versuchte, ihr Geheimnis wieder einzufangen und in ihr Versteck zurückzulegen", so Burke. "Ich sah, wie sie ihre Maske wieder aufsetzte und wieder in die Welt hinausging, als sei sie ganz allein - und ich fand nicht einmal die Kraft um ihr zuzuflüstern: Me too."

Später habe Burke begriffen, dass nicht nur junge Menschen, sondern auch Erwachsene die Bewegung brauchten. Nun sei sie glücklich darüber, dass so viele Menschen sich daran beteiligen. Auch Alyssa Milano war gerührt von der Entstehungsgeschichte: Diese sei "in gleichem Maße herzzerreißend wie inspirierend" ,schrieb die Schauspielerin auf Twitter.

asa

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