Zugunglück bei Meerbusch Bergungsarbeiten haben begonnen

Bei den Bergungsarbeiten nach der Kollision von zwei Zügen in Nordrhein-Westfalen kommt ein schwerer Kran zum Einsatz. Unterdessen laufen die Ermittlungen zur Unglücksursache.

DPA

Mitarbeiter der Bahn haben nach dem Zugunglück bei Meerbusch damit begonnen, die Waggons zu bergen. Dabei ist ein schwerer Kran im Einsatz. Laut Bahn werden die Arbeiten über Nacht fortgesetzt. Bei der Kollision von einem Regional-Zug und einem leeren Güterzug wurden laut Bundespolizei 50 Menschen verletzt, neun von ihnen schwer.

Mehr als 400 Rettungskräfte waren an der Unfallstelle im Einsatz. Der Feuerwehr zufolge wurde die Arbeit erschwert, weil eine Oberleitung heruntergerissen wurde und die Gefahr eines Stromschlages bestand. 173 Menschen - darunter auch die Verletzten - mussten deshalb knapp zwei Stunden in dem Zug ausharren.

Unterdessen geben die Unfallermittler einen ersten Hinweis auf die Ursache des Unglücks: Der Regionalzug hätte halten müssen und den Gleisabschnitt nicht befahren dürfen, sagte ein Sprecher der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung. Einem Bericht des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) zufolge soll möglicherweise die Fahrdienstleitung dem Lokführer des Personenzugs über Zugfunk mündlich die Erlaubnis zur Weiterfahrt erteilt haben, obwohl sein Streckensignal auf Halt gestanden habe.

Die Bundesstelle stufte die Kollision als schweren Unfall ein, bei der die Schadenshöhe von zwei Millionen Euro überschritten sein dürfte. Wie hoch genau der Schaden ist, werde erst nach der Bergung der Züge feststehen, wenn das Ausmaß der Schäden an der Bahnstrecke klar ist.

Für die Pendler auf der Strecke ist nun Geduld gefragt: Auf der Strecke wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet.

bbr/dpa



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