Ermittlungen zu Zugunglück bei Meerbusch Lokführer erhielt Fahrauftrag

Vor dem Zusammenstoß von zwei Zügen in Nordrhein-Westfalen wurde die Strecke für den Lokführer freigegeben - obwohl das Gleis noch besetzt war. Wie es dazu kommen konnte, soll nun untersucht werden.

DPA

Nach dem Zugunglück bei Meerbusch haben die Ermittler neue Erkenntnisse zur Unfallursache bekanntgegeben. Demnach hat der Lokführer der Regionalbahn vor der Kollision einen Fahrauftrag erhalten, obwohl die Strecke noch nicht frei war. "Damit durfte er weiterfahren", sagte ein Sprecher der Bundesstelle für Eisenbahn-Unfalluntersuchungen in Bonn. Ein Fahrauftrag hebe ein Haltesignal auf.

Das bedeute aber noch nicht, dass das Unglück auf einen Fehler der Fahrdienstleitung zurückgehe. "Auch technische Ursachen sind noch möglich", sagte der Sprecher. Der Vorfall werde nun detailliert rekonstruiert. "Das kann lange dauern."

Inzwischen stehe zudem fest, dass der Güterzug kurz vor der Kollision mit dem Personenzug in die gleiche Fahrtrichtung gerade wieder angefahren sei. Er habe zuvor das Signal zur Einfahrt in den Bahnhof Meerbusch-Osterath erhalten. Dadurch sei der Aufprall gemildert worden.

50 Menschen waren laut Bundespolizei bei dem Unglück am Dienstagabend verletzt worden, neun von ihnen schwer. Die Strecke bei Neuss ist weiterhin gesperrt. 173 Menschen - darunter auch die Verletzten - mussten in dem Zug knapp zwei Stunden ausharren, bis die Gefahr einer herabgerissenen Hochspannungsleitung gebannt war. Am Mittwoch hatte ein schwerer Kran mit der Bergung der Züge begonnen, die teilweise entgleist waren.

Video: Zugführer beruhigte Reisende

bbr/dpa

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