Nordrhein-Westfalen Dutzende Verletzte bei Zugunglück in Meerbusch

In Meerbusch bei Neuss ist ein Regionalexpress auf einen Güterzug aufgefahren. Fast 50 Menschen wurden laut Feuerwehr verletzt. Wie es zu dem Aufprall kam, ist noch unklar.

DPA

In Meerbusch bei Neuss ist ein Regionalexpress auf einen Güterzug aufgefahren. Nach Angaben der Feuerwehr wurden bei dem Unfall am Dienstagabend gegen 19.30 Uhr 47 Menschen verletzt. Es sei niemand ums Leben gekommen, wie ein Sprecher der Feuerwehr Meerbusch sagte.

41 Personen wurden demnach leicht verletzt, weitere drei mittelschwer und drei schwer. Es gab zunächst widersprüchliche Angaben darüber, wie viele Menschen bei dem Unfall verletzt wurden. Bereits zu Beginn des Einsatzes am Gleis hatten Sprecher der Polizei und der Bundespolizei von bis zu 50 Verletzten gesprochen. In einer ersten Mitteilung der Deutschen Bahn war von mehr als 20 Verletzten die Rede. Auch die Feuerwehr Meerbusch korrigierte ihre erste Angabe von fünf Verletzten im Laufe des Einsatzes nach oben. Mehr als 200 Feuerwehrleute waren vor Ort.

Über die Unfallursache ist bisher nur wenig bekannt. Der Regionalexpress war von Köln nach Krefeld unterwegs. Fahrgäste sprachen von einem "großen Knall" und einer Vollbremsung. "Wir haben großes Glück gehabt", sagte Marcel Winter, der Sprecher des Regionalexpress-Betreibers National Express Rail GmbH. "Es hätte deutlich schlimmer ausgehen können."

Der Lokführer habe nach ersten Erkenntnissen eine Vollbremsung eingeleitet und so unter anderem sein eigenes Leben gesichert. Bei dem Aufprall war der Mann in seiner Fahrerkabine verletzt worden. Er wurde gerettet, stand aber unter Schock. Die Waggons des Güterzugs sollen mit Schüttgut beladen gewesen sein.

Nach Informationen der Deutschen Bahn war ein Zug der Regional-Express-Linie 7 auf einen stehenden Güterzug von DB Cargo aufgefahren. Warum der Güterzug, der auf dem Weg von Dillingen nach Rotterdam war, einen Halt eingelegt habe, sei noch nicht bekannt, sagte eine Bahnsprecherin in Berlin. Der Regionalexpress wird von dem privaten britischen Anbieter National Express betrieben.

Die Feuerwehr habe inzwischen damit begonnen, die Fahrgäste aus dem Zug zu holen, sagte der Polizeisprecher. Die Bergungsarbeiten wurden zunächst erschwert, weil Oberleitungen abgerissen seien und herunterhingen, teilte die Feuerwehr mit. Mitarbeiter der Deutschen Bahn rückten an, um die Leitungen zu erden.

Rund 150 Menschen befanden sich in dem Passagierzug. Die Unfallstelle ist den Angaben zufolge im Bereich des Bahnhofs Meerbusch-Osterath. Sie wurde ausgeleuchtet, zahlreiche Rettungswagen und ein Hubschrauber hielten sich bereit. Der Zugverkehr zwischen Düsseldorf und Krefeld wurde eingestellt. Angehörige der Zuginsassen versammelten sich an einer nahegelegenen Tankstelle.

mja/dpa/AFP



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