Gelbe Anakonda im Latumer See "Dann habe ich zugegriffen"

Erst tauchte sie noch ab, doch dann konnte sie ihrem Fänger nicht mehr entkommen: Die Suche nach der Gelben Anakonda aus Meerbusch war erfolgreich.

DPA

Der Latumer See wurde gesperrt, Warnschilder und eine spezielle Reuse mit Ködern aufgestellt: Im nordrhein-westfälischen Meerbusch alarmierte die Sichtung einer Gelben Anakonda Behörden, Bevölkerung und Medien - vom "Ungeheuer von Loch Latum" war die Rede. Am Mittag gab es Entwarnung - die Feuerwehr konnte das Tier fangen. Nun wurden weitere Details zu der Aktion bekanntgegeben.

Reptilienfachmann Sebastian Schreiner von der Düsseldorfer Feuerwehr habe die Würgeschlange von einem Boot aus mit einem beherzten Griff erwischt, sagte ein Sprecher der Stadt Meerbusch.

Die Schlange habe sich an einer unzugänglichen Stelle in einem Brombeergebüsch gesonnt. Ein Fotograf hatte sie durch ein starkes Teleobjektiv entdeckt. Die Anakonda schien ihr drohendes Schicksal gewittert zu haben und verschwand im Wasser: "Aber wir haben einfach fünf bis zehn Minuten in der Nähe gewartet, bis sie wieder aufgetaucht ist", berichtete Schreiner.

"Verhungert sieht sie nicht aus"

"Im zweiten Versuch habe ich sie mit einem Schlangenhaken aus dem Wasser heben und den Kopf an die Kante des Bootes bugsieren können. Dann habe ich zugegriffen." Dabei bemerkte er auch eine Ausbuchtung am etwa sechs Kilogramm schweren Schlangenkörper: "Verhungert sieht sie nicht aus."

Seit Donnerstag vergangener Woche hatte das Tier für Furore gesorgt. Angler Eugen Janischewski hatte die Schlange entdeckt. Zunächst glaubte er an Müll im Latumer See, doch dann glitt der vermeintliche "gelbe Schlauch" davon.

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Gelbe Anakonda: Das "Ungeheuer von Loch Latum"

Experten hatten die Würgeschlange anhand von Fotos als Gelbe Anakonda identifiziert, die immerhin bis zu vier Meter lang werden kann. Nun wurde nachgemessen: Das Tier sei 2,40 Meter lang, sagte Stadtsprecher Michael Gorgs.

Besitzer unbekannt

Die Stadt hatte nach einer Spezialreuse gesucht, um das Tier mit Hilfe eines Köders lebend zu fangen. Der betroffene Baggersee wurde abgesperrt. Nach einer Sichtung bat die Stadt Meerbusch die Düsseldorfer Feuerwehr um Amtshilfe. Deren Reptilien-Fachmann war schon wenig später erfolgreich.

Normalerweise ist die Würgeschlange in Südamerika beheimatet. Den Winter hätte sie laut Experten nicht überlebt. Wie sie in den See kam, ist nicht bekannt: Ob sie ausgesetzt wurde oder ausbüxen konnte: Bei der Stadt rechnet man nicht damit, dass sich der Besitzer noch meldet. "Auf ihn kämen möglicherweise erhebliche Kosten zu", sagte Gorgs. Die Anakonda soll nun in eine Wildtier-Auffangstation nach Brüggen gebracht werden.

bbr/dpa



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