"Fest der explosiven Hämmer" in Mexiko Hauptsache, es knallt

Dagegen ist "Hau den Lukas" Pillepalle: In Mexiko feiert eine Gemeinde jedes Jahr das "Fest der explosiven Hämmer". Und das ist wörtlich zu nehmen.


Einmal im Jahr lässt es der kleine mexikanische Ort San Juan de la Vega so richtig krachen: Im Februar kommen Tausende Schaulustige zum "Fest der explosiven Hämmer" zusammen. Dabei befestigen Waghalsige Sprengstoff an einem schweren Hammer, den sie dann mit voller Wucht auf eine Metallplatte schlagen, um eine Explosion hervorzurufen.

Sinnfrei? Ja. Gefährlich? Unbedingt. Bereits im Jahr 2000 wurde die Veranstaltung aus Sicherheitsgründen auf einen freien Platz verlegt. Die Zahl der Verletzten konnte das aber nicht wesentlich verringern. Auch dieses Mal trugen einige Beteiligte zum Teil schwere Blessuren davon. Wie der Sender VIA Noticias berichtet, wurden mindestens 40 Menschen verletzt, andere Medien sprachen von mindestens 60 Verletzten, die zum Teil im Krankenhaus behandelt werden mussten.

Das lautstarke Spektakel ist Teil der traditionellen Feiern für den Stadtpatron San Juanito, den Heiligen Johannes. "Die Bewohner von San Juan de la Vega beginnen bereits am Wochenende davor mit Prozessionen und Opfergaben für den Patron", sagte Eduardo García, der sich seit 14 Jahren an der Organisation beteiligt.

In den Straßen der knapp 9600 Einwohner zählenden Gemeinde im Bundesstaat Guanajuato werde außerdem der Entstehungsmythos des Festes nachgespielt. "Die Geschichte besagt, dass der Erfinder des Festes, Juan Aquino de la Vega, beraubt wurde. Er wandte sich an den Heiligen Johannes, um sein Eigentum zurückzubekommen", so García. Als er sein Gold zurückbekommen habe, versprach er dem Heiligen, ein Fest zu veranstalten.

Die explosiven Hämmer seien erst später dazugekommen, erfreuen sich jedoch großer Beliebtheit - auch unter sehr jungen Besuchern. Mittlerweile gebe es einen regelrechten Wettbewerb um die größte Explosion. Mehr als zehntausend Zuschauer sollen in diesem Jahr laut Lokalmedien das Spektakel verfolgt haben. Etwa 600 schwangen den Hammer.

ala/dpa

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