Gas-Transport in Mexiko Stadt Tote und Verletzte bei Explosion vor Kinderkrankenhaus

Gas wird in Mexiko meist direkt von Lastwagen vor die Häuser geliefert. Wie groß das Risiko dabei ist, zeigt jetzt ein schwerer Unfall vor einem Krankenhaus. Mindestens sieben Menschen starben, darunter Kinder.


Mexiko-Stadt - Vor einem Kinderkrankenhaus in Mexiko-Stadt ist ein Gastransporter und hat mehrere Menschen in den Tod gerissen. Nach Angaben des Bezirkspräsidenten Adrián Rubalcava kamen sieben Menschen ums Leben, darunter vier Babys. 58 Menschen, unter ihnen 22 Kinder, seien verletzt worden. Die meisten Opfer seien von Glassplittern getroffen worden, andere hätten einen Nervenzusammenbruch erlitten.

Die Suche nach weiteren Verletzten unter den Trümmern dauere an, sagte der Leiter des Zivilschutzes, Fausto Lugo. Auch Spürhunde waren im Einsatz. Die Explosion hatte einen Teil des Krankenhauses und seiner Entbindungsstation zum Einsturz gebracht, wie Bürgermeister Miguel Ángel Mancera dem Rundfunksender MVS sagte. Alle Verletzten würden nun in andere Krankenhäuser der Stadt verlegt, sagte Mancera.

Ersten Erkenntnissen zufolge kam es zu der Explosion, als ein Transporter die Klinik im Westen der mexikanischen Hauptstadt mit Gas belieferte. Offenbar war der Betankungsschlauch undicht. In Mexiko ist es üblich, dass das Gas von Lastwagen zu den Häusern gebracht und dort in Tanks gefüllt wird.

Im Fernsehen waren Bilder von Patienten mit blutüberströmten Gesichtern zu sehen, die in Krankenwagen gebracht wurden. Der Bürgermeister kündigte an, das gesamte Krankenhaus aus Sicherheitsgründen zu evakuieren, da in dem Gebäude viele Baby untergebracht seien. Etwa 40 Prozent des Gebäudekomplexes wurden beschädigt oder zerstört, teilten die Behörden mit.

Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto sprach den Familien der Opfer sein Beileid aus. Der Unfall erfülle ihn mit "Traurigkeit und Solidarität", schrieb er im Onlinedienst Twitter. Soldaten würden entsandt, um die Bergungsarbeiten zu unterstützen.

Der Unfall weckt Erinnerungen an ähnliche Unglücke in den vergangenen Jahren. Bei einer Gasexplosion in der Zentrale des mexikanischen Energiekonzerns Pemex waren vor zwei Jahren in der Hauptstadt 37 Menschen ums Leben gekommen. Im Mai 2013 starben 25 Menschen bei dem Unfall eines Tanklasters nördlich von Mexiko-Stadt.

jbe/loe/dpa/Reuters/AFP

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