Verschollene Boeing Chinesisches Suchschiff ortet mögliches Blackbox-Signal

Herrscht doch bald Gewissheit über Flug MH 370? Ein chinesisches Patrouillenboot hat erstmals ein Signal aufgefangen, das von der Blackbox der verschollenen Boeing stammen könnte. Es hat die richtige Frequenz.

DPA

Perth - Bei der Suche nach dem vermissten Flug MH 370 hat ein chinesisches Schiff einem Agenturbericht zufolge im südlichen Indischen Ozean ein pulsierendes Signal aufgefangen. Das Signal sei von einem Flugschreiber-Detektor an Bord des Schiffes "Haixun 01" registriert worden, berichtete die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua am Samstag. Es sei aber noch unklar, ob es eine Verbindung zu dem vermissten Passagierflugzeug von Malaysia Airlines gebe.

Seit dem Verschwinden des Flugzeuges am 8. März wird nach Trümmern und den Flugschreibern der Maschine gesucht. Xinhua zufolge hat ein chinesisches Suchflugzeug auch weiße, schwimmende Objekte im Suchgebiet entdeckt. Das aufgefangene Signal hat eine Frequenz von 37,5 kHz. Das ist derzeit die internationale Standardfrequenz für Blackbox-Tracking-Signale.

Die Flugschreiber senden bis etwa 30 Tage nach einem Absturz Signale aus. Es läuft daher bald die Zeit ab, ein womöglich im Meer versunkenes Wrack noch zu finden. Vermutlich wird die Blackbox daher am kommenden Montag aufhören zu senden.

Sollte es nicht gelingen, die Flugschreiber aus dem Ozean zu bergen, dürfte das Rätsel um das Verschwinden des Flugzeugs mit 239 Menschen an Bord wohl für immer ungelöst bleiben. Bisher ist völlig unklar, warum die Boeing 777-200 am Morgen des 8. März auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking von den Radarschirmen verschwand.

Selbst wenn die Blackbox geborgen werden sollte, könnten allerdings Unklarheiten bleiben: Zwar speichern die Flugschreiber moderner Passagierjets bis zu 25 Stunden Flugdaten, doch die Aufzeichnungen der Cockpit-Mikrofone werden nach je zwei Stunden wieder überschrieben. Möglicherweise zeichnete das Gerät in den letzten Stunden des Fluges nur noch Schweigen auf.

SPIEGEL ONLINE

cis/AFP/Reuters

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Hans58 05.04.2014
1.
Zitat aus dem SpoN-Artikel: Sollte es nicht gelingen, die Flugschreiber aus dem Ozean zu bergen, dürfte das Rätsel um das Verschwinden des Flugzeugs mit 239 Menschen an Bord wohl für immer ungelöst bleiben. Bisher ist völlig unklar, warum die Boeing 777-200 am Morgen des 8. März auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking von den Radarschirmen verschwand. Der Flug AF 447 stürzte in der Nacht vom 31. Mai auf den 1. Juni 2009 ab. Erst im Mai 2011 fand man die Flugschreiber. Allerdings war die Suche nach dem A 330 nicht so kompliziert, da man das Absturzgebiet einschränken konnte und weil man neben zwei toten Passagieren auch am 6. Juni 2009 einige Gepäckstücke und Teile des Lfz fand. Den chin. Presseberichten zu Folge habe man das Signal leider nicht aufzeichnen können, es sei aber von drei Personen unabhängig von einander "aufgenommen" worden.
d_grat 05.04.2014
2.
Heute wo man 128 GB micro sd karten in der größe eines Fingernagels fertigen kann, soll es nicht sein mehr als zwei Stunden Gespräche aufzuzeichnen? Das hat sicher wieder Zulassungsprobleme bei den zuständigen Ämtern gegeben. Jede technische Änderung benötigt mindestens 10 Jahre.
funnyone2007 05.04.2014
3.
Zitat von d_gratHeute wo man 128 GB micro sd karten in der größe eines Fingernagels fertigen kann, soll es nicht sein mehr als zwei Stunden Gespräche aufzuzeichnen? Das hat sicher wieder Zulassungsprobleme bei den zuständigen Ämtern gegeben. Jede technische Änderung benötigt mindestens 10 Jahre.
das hab ich mich auch gefragt!!
Observer2013 05.04.2014
4. Genaueres
wikipedia: Zur Unterstützung bei der Suche nach einem Unfall im Unterwasserbereich wird jeder Cockpit Voice Recorder (CVR) und Flight Data Recorder (FDR) mit einer Unterwasser-Ortungsbake (engl. Underwater Locator Beacon, kurz ULB) ausgestattet. Das Gerät schaltet sich in den Modus Pingern (engl. pinger), wenn es mit Wasser in Berührung kommt. Es sendet danach ein akustisches Signal mit der Frequenz von 37,5 kHz, das mit einem Ultraschall-Empfänger bis in Tiefen von 14.000 Fuß (ca 4.250 Meter) registriert werden kann. http://news.xinhuanet.com Chinese patrol ship Haixun 01, searching for the missing Malaysian passenger jet MH370, detected a pulse signal with a frequency of 37.5kHz per second in southern Indian Ocean waters Saturday. A black box detector deployed by the Haixun 01 picked up the signal at around 25 degrees south latitude and 101 degrees east longtitude. It is yet to be established whether it is related to the missing jet.
tlatz 05.04.2014
5. Datenschutz
Zitat von d_gratHeute wo man 128 GB micro sd karten in der größe eines Fingernagels fertigen kann, soll es nicht sein mehr als zwei Stunden Gespräche aufzuzeichnen? Das hat sicher wieder Zulassungsprobleme bei den zuständigen Ämtern gegeben. Jede technische Änderung benötigt mindestens 10 Jahre.
Soweit ich weiß haben sich bei Einführung der Cockpitaufnahme die Piloten beschwert, weil sie nicht ständig belauscht werden wollten. Daher wurde diese Beschränkung aus Datenschutzgründen eingeführt. 2 Stunden reichen im Normalfall auch aus, da der eigentliche Absturz eher eine Sache von Minuten ist.
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