Abschuss von MH17 Mutter von deutschem Opfer verklagt Ukraine

Beim Abschuss von Passagierflug MH17 kam unter anderem Olga L. aus Deutschland ums Leben. Ihre Mutter hat nun laut einem Zeitungsbericht Klage beim EuGH eingereicht: Sie fordert eine Million Dollar Schmerzensgeld - von der Ukraine.

Wrackteil der abgeschossenen Boeing: Klage wegen Totschlags durch Unterlassen
REUTERS

Wrackteil der abgeschossenen Boeing: Klage wegen Totschlags durch Unterlassen


Berlin - Beim Abschuss der Boeing 777 der Malaysia Airlines über der Ostukraine sind am 17. Juli 298 Menschen ums Leben gekommen. Eine der Angehörigen der Opfer von Flug MH17, die Mutter der Deutschen Olga L., hat nun laut "Bild am Sonntag" über ihren Anwalt beim Europäischen Gerichtshof Klage eingereicht. Die Familie fordert demnach eine Million Dollar (800.000 Euro) Schmerzensgeld vom ukrainischen Staat.

Der Vorwurf laute Totschlag durch Unterlassen. Laut der Klage hätte die Ukraine den Luftraum wegen der Kämpfe mit prorussischen Separatisten für den zivilen Luftverkehr sperren müssen. Das ist nach Ansicht der Klägerin deshalb nicht geschehen, weil das Land auf die Einnahmen aus den Überfluggebühren nicht verzichten wollte. Die seinerzeit 700 Überflüge pro Tag hätten dem Staat mehrere Millionen Dollar im Monat eingebracht.

Es gibt noch immer keine klaren Beweise zur Frage, wer für den Abschuss von Flug MH17 verantwortlich ist. Bei dem Absturz der Boeing der Malaysia Airlines auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur waren alle Passagiere und Crewmitglieder ums Leben gekommen. Die ukrainische Regierung und der Westen gehen davon aus, dass Flug MH17 von prorussischen Separatisten abgeschossen wurde. Russland sieht die Verantwortung hingegen bei Kiew. Eine Gruppe unabhängiger Ermittler ist derzeit mit der Aufklärung des Unglücks beschäftigt.

cst

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 32 Beiträge
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sir wilfried 30.11.2014
1. Mutige Frau,
da legt sie sich mit einer mächtigen Mafia an.
ichsagwas 30.11.2014
2. Juristisch ein ganz schwieriger Fall
An den Vorwürfen ist durchaus was dran. Es gab in den Monaten zuvor schon mehrere Abschüsse von Flugzeugen und Hubschraubern in dieser Region, wenn auch nicht in so großer Höhe. Über einem Kriegsgebiet sollte man den Luftraum generell sperren. Aber laut ukrainischer Regierung handelt es sich gar nicht um einen Krieg. Es wurde bisher auch kein Kriegszustand ausgerufen... sonst wären z.B. die Gelder vom IWF in Gefahr. Da muss man dann halt tricksen. Juristisch wird das eine ganz harte Nuss. Dieser Prozess dürfte sich über Jahre hinziehen.
Peter.A 30.11.2014
3. Es wäre gut,...
...wenn solche Klagen zumindest zu einer Beschleunigung der Aufklärung führen würden. Leider ist niemand in der EU wirklich daran interessiert.
herzblutdemokrat 30.11.2014
4. Äußerst mutig die Frau
Ich kann den Schmerz der Frau absolut nachvollziehen, und ihr Mut ist wirklich bemerkenswert. Aber ich bezweifle das es erfolgreich sein wird.
2013 30.11.2014
5. Olga L.
Olga L.? ... das hört sich verdammt russisch an. Warum verklagt sie dann Russland nicht? Und Russland hat sicherlich mehr Verantwortung für den Abschuss des Flugzeugs, denn nichts spricht in diesem Fall für Russland und die von den Russen unterstützten Terroristen.
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