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Flug MH17: Niederländer können angeblich Trümmerteile bergen

Von Rainer Leurs

MH17-Katastrophe: Angeblich niederländische Ermittler an Absturzstelle Fotos
REUTERS

Werden die Wrackteile von Flug MH17 demnächst zur Untersuchung abtransportiert? Russischen Medienberichten zufolge sind bereits Ermittler aus den Niederlanden vor Ort. Eine offizielle Bestätigung gibt es allerdings nicht.

Kiew/Hamburg - Niederländische Ermittler können womöglich noch in dieser Woche damit beginnen, Trümmerteile des über der Ukraine abgeschossenen Passagierflugzeugs der Malaysia Airlines einzusammeln. Das berichtet die staatliche russische Nachrichtenagentur RIA Novosti unter Berufung auf die von Separatisten ausgerufene "Donezker Volksrepublik" (DVR).

Die Experten würden am Freitag "unter unserer Begleitung zum Absturzort der Boeing in der Nähe der Ortschaften Rassypnoje und Grabowo reisen und mit dem Einsammeln kleiner Bruchstücke beginnen", zitiert die Agentur einen Sprecher des "Katastrophenschutzministeriums" der DVR.

Einem anderen Bericht der Agentur zufolge haben die Ermittler die Absturzstelle sogar schon aufgesucht. Dort hätten sie Trümmerteile inventarisiert und ausgemessen, um herauszufinden, welches Transportmittel benötigt wird. "Wahrscheinlich bringen sie die Teile über Charkiw in die Niederlande", zitiert RIA Nowosti Separatistenführer Andrej Purgin.

Niederlande: Plan zur Bergung "wird vorbereitet"

Auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE wollte der mit den Ermittlungen betraute niederländische Sicherheitsrat OVV die Meldungen weder bestätigen noch dementieren. Es sei bekannt, dass seine Behörde die Wrackteile bergen wolle, teilte Sprecher Wim van der Weegen mit. "Ein Plan dazu wird vorbereitet." Es sei aber nicht im Interesse der Untersuchung, Details über diesen Plan zu nennen. Auch zum Aufenthaltsort der OVV-Ermittler äußere er sich nicht.

Sollten die russischen Berichte zutreffen, wäre es der erste Besuch unabhängiger Ermittler am Absturzort von Flug MH17. Weil es in der Gegend immer wieder zu Kampfhandlungen kommt, war die Region östlich von Donezk für Polizei und Staatsanwaltschaft bislang nicht zugänglich. Einzig zur Bergung von Leichenteilen und persönlichen Habseligkeiten der Opfer waren Einsatzkräfte vor Ort; so schafften es Forensik-Experten aus den Niederlanden am vergangenen Freitag ins Trümmerfeld.

Um zu klären, wer für den Abschuss der Boeing 777 verantwortlich ist, könnten Ermittlungen an der Absturzstelle entscheidend sein. Anhand einer Analyse von Trümmerteilen ließe sich etwa feststellen, welches Waffensystem verwendet wurde. Noch vor zwei Wochen hatte der niederländische Chefermittler Fred Westerbeke es als unwahrscheinlich bezeichnet, bis Jahresende zur Absturzstelle vorzudringen. "Es ist dort immer noch sehr gefährlich", sagte er damals und sprach von einem "Plan B", um Trümmerteile "auf andere Weise" in die Niederlande zu bringen. Was zu der mutmaßlich neuen Einschätzung der Lage vor Ort geführt haben könnte, ist unklar.

Flug MH17 war am 17. Juli mit 298 Menschen an Bord über der Ostukraine abgeschossen worden. Während westliche Geheimdienste - darunter der deutsche BND - von prorussischen Separatisten als Täter ausgehen, bezichtigen diese die Regierung in Kiew. Russland wiederum behauptet, unmittelbar vor dem Absturz einen Kampfjet in der Nähe der Passagiermaschine geortet zu haben.

Sowohl bei den Ermittlungen zur Absturzursache als auch bei der strafrechtlichen Aufarbeitung haben die Niederlande die Führungsrolle inne. Aus dem Land stammen die weitaus meisten Todesopfer.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 35 Beiträge
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1. Angeblich
juerler@saxonia.net 05.11.2014
warum angeblich? passt das nicht in die amerikanisch vorgegebene Propaganda? Man hört ja nix mehr-wahrscheinlich doch die Ukrainer oder?
2. Die detailierte Untersuchung kann beginnen
peterpretscher 05.11.2014
Wer ist der Schuldige? 1. Ukraine 2. Russland 3. Separatisten
3. Werter.....
liberec-karl 05.11.2014
SPON die Hollaendischen Ermittler sind NICHT Angeblich vor Ort sonder schon Tatsaechlich vor Ort! Jetzt geht es den Wahren Taetern an den Kragen und die Wahren Taeter sitzen weder in Russland noch bei den Volksmilizen Sondern in Kiew!!
4. Das Hauptargument gegen die BUK Variante:
tfl850 05.11.2014
Jeder kann sich auf youtube Starts von BUK Raketen anschauen. Abgesehen von einem Höllenlärm der in einem Umkreis von ca 5km zu hören ist erzeugt das Raketensystem einen Kondenz und Abgasstreifen der im Radius von 10km für mindestens 5min sichtbar ist. Die Ostukraine ist nicht gerade dünn besiedelt und nebenbei gab es da einen Frontverlauf mit optischer Feindbeobachtung. Trotzdem gibt es keine Bilder oder Zeugenaussagen. Hunderte wenn nicht tausende Menschen haben also in dem betroffenen Gebiet einen Raketenstart völlig verpennt und niemand hat ein Handybild gemacht. Das ist mit Verlaub absolut nicht glaubwürdig! Jeder pups ist nach 3min im Frazenbuch.
5. @tfl850
izra_l. 05.11.2014
Schließe mich da an. Und die BBC Russia Zeugen die BBC schnellstens von seiner Webseite nahm, die sahen wie das Flugzeug von MIGs angegriffen wurde und versuchte zu entkommen. Sehr bitter was hier im Westen abläuft, sehr bitter.
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