MH17-Absturz Sauerstoffmaske bei australischem Passagier gefunden

Die niederländischen Ermittler haben bei einem Passagier der abgestürzten Maschine mit der Flugnummer MH17 eine Sauerstoffmaske gefunden. Die Nachricht heizt die Spekulationen über die letzten Minuten des Flugs wieder an.

Absturzstelle von MH17: Sauerstoffmaske bei australischem Passagier gefunden
AFP

Absturzstelle von MH17: Sauerstoffmaske bei australischem Passagier gefunden


Den Haag - Ein Passagier der abgestürzten Malaysia-Airlines-Maschine mit der Flugnummer MH17 hatte eine Sauerstoffmaske um den Hals. Das hat die oberste Anklagebehörde der Niederlande mitgeteilt.

Die Erkenntnis wirft erneut die Frage auf, wie viel die Reisenden an Bord der Boeing 777 von ihrem Ende miterlebten. Allerdings wurde eine Sauerstoffmaske nur bei dem einen der 298 Passagiere gefunden. Man wisse nicht, wie die Maske um den Hals des Australiers gelangt sei, so ein Behördensprecher.

Der Familie des Passagiers wurde demzufolge sofort von der Sauerstoffmaske erzählt. Andere Angehörige erfuhren von dem Fund erst durch einen Auftritt des niederländischen Außenministers in einer Talkshow.

Frans Timmermans erwähnte die Sauerstoffmaske am Mittwochabend in der Sendung "Pauw". Angehörige kritisierten den Vorstoß des Ministers. Die Öffentlichkeit sei vor ihnen informiert worden. Dutzende hatten sich daraufhin bei der Anklagebehörde gemeldet.

Timmermans entschuldigte sich am Donnerstag in einem Statement. "Ich hätte das nicht sagen sollen", so der Politiker. Das Schicksal der MH17-Passagiere gehe ihm ans Herz, er fühle mit den Angehörigen. "Das letzte, was ich will, ist ihr Leid zu vergrößern."

Die Maschine mit der Flugnummer MH17 war am 17. Juli auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur über der Ukraine abgestürzt. Die ukrainische Regierung und der Westen gehen davon aus, dass Flug MH17 von prorussischen Separatisten abgeschossen wurde. Der niederländische Chefermittler hält es für das wahrscheinlichste Szenario, dass eine Luftabwehrrakete die Maschine getroffen hat. Russland sieht die Verantwortung bei Kiew.

gam/AP

insgesamt 66 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
moki1246 09.10.2014
1. Warum die Sauerstoffmaske
ist eigentlich nicht klar. Aber angesichts des erkennbar unterdurchschnittlich ausgeprägten Untersuchungseifers der zuständigen Stelle, ist es kein Wunder, wenn die Spekulationen ins Kraut schießen. So gab es bereits am 22.7. eine Vereinbarung zwischen dem malaysischen Premierminister und den Separatisten, wonach nicht nur die Übergabe der "black boxes" und die Überführung der Opfer, sondern auch die Sicherheitsgarantien für das Untersuchungs- team garantiert wurden. Zusätzlich erwirkte der Premier die Erlaubnis für eine größere Anzahl von holländischen, australischen und malaysischen Polizisten zur Sicherung der "crash site". Das paßzte interessierten Kreisen offenbar gar nicht ins Konzept. Die von Porschenko garantierte - und in einer UN-Sicherheitsrats-Resolution geforderte Waffenruhe im Umkreis von 40 km wurde umgehend seitens Kiew gebrochen. Erbenis: bis heute war kein einziges Mitglied des Teams vor Ort, aber der für die nationale Sicherheit der Ukraine Zuständige erklärt im Fernsehen, man wisse zwar ganz klar, was sich zugetragen habe, aber man mü´sse nun umgehend den Unfallort ausuchen, um das "fehlende Beweisstück" sicherzustellen. Am 7.10. schreibt die in Kuala Lumpur erscheinende "Rakyatpost", daß die Untersuchung der Unfallstelle erst im April aufgenommen werden könne..... Das sollte einem eher zu denken geben als die Sauerstoffmaske. Hier wird seit Monaten massiv gegen mehrere Grundsätze einer regelgerechten Flugunfalluntersuchung verstoßen.
sabaidii 09.10.2014
2.
Auf Fotos war das von einem Splittergefechtskopf zersiebte Cockpitfragment zu sehen. Einschläge haben daher wohl noch die ersten Sitzreihen getroffen und zu einem plötzlichen Druckverlust geführt während im Heck niemand wußte was überhaupt los ist. Ein trainierter Sportler oder an große Höhen akklimatisierter Mensch kann unter Umständen einen Druckverlust geringfügig länger bei Bewußtsein tolerieren und noch nach einer Maske greifen. Oder ein Passant an der Absturzstelle fand beides separat und hat sich nichts dabei gedacht die Maske auf den Kopf zu legen.
michael.reqd@gmail.com 09.10.2014
3.
Oder dieses Szenario: die pro-russischen Terroristen schossen die Maschine ab, dann plünderten sie alles was nicht Niet- und Nagelfest war, dann wurde versucht alle Spuren eines Abschusses zu vertäuschen (z.B. Wrackteile mit charakteristischen Spuren verschwinden lassen, und ein paar Leichen so herrichten das den Ermittlern Zweifel am Abschuss kommen)
oanda 09.10.2014
4.
Ich behaupte wenn Beweise vorliegen wurden, dass Russland mit dem Absturz etwas zu tun hätte, dann hätten wir die schon gesehen. Da das nicht nicht geschehen ist, hat die andere Seite damit was zu tun.
blindgaenger 10.10.2014
5.
Alle die es wissen muessen, wissen was passiert ist. Die Ukraine und die USA halten die wichtigsten Beweismittel zurueck. Daraus darf jeder seine eigenen Schluesse ziehen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.