Neuer Zwischenbericht Eine Batterie der MH370-Maschine war abgelaufen

Zum Jahrestag des Verschwindens von MH370 zeigt ein neuer Bericht: An dem Flugzeug war die Batterie des Ortungsgeräts für den Flugdatenschreiber abgelaufen - ein Experte vermutet, dass die Unglücksmaschine deshalb noch nicht gefunden wurde.

AFP

Kuala Lumpur - Ein Jahr nach dem Verschwinden des malaysischen Fluges MH370 sind Experten noch immer ratlos, was mit der Boeing passiert ist. Nur Wrack und Flugdatenschreiber könnten neue Aufschlüsse geben, heißt es in dem 500-seitigen Zwischenbericht, den das malaysische Verkehrsministerium am Sonntag in Kuala Lumpur vorgestellt hat.

Der Ermittlungsbericht brachte zwar keine neuen Erklärungen für das Verschwinden der Maschine, listet aber detailliert auf, was die Ermittler im vergangenen Jahr zusammengetragen haben. So fanden sie heraus, dass die Batterie zum Betrieb des Unterwasser-Ortungsgeräts für den Flugdatenschreiber abgelaufen war. Das Ablaufdatum sei Dezember 2012 gewesen, heißt es in dem Bericht.

Zwar könnten Batterien auch nach dem Ablaufdatum noch funktionieren, dann aber an Kraft verlieren. Grund für den nicht erfolgten Austausch sei laut Malaysia Airlines ein Computerproblem gewesen. Die Batterie für den Stimmenrekorder hingegen sei ausgetauscht worden und habe funktioniert.

Die abgelaufene Batterie könne möglicherweise dazu beigetragen haben, dass die Maschine bislang nicht gefunden worden sei, sagte der Luftfahrtexperte Gerry Soejatman laut Nachrichtenagentur AFP. "Meine größte Sorge ist, dass die Einsatzkräfte über das Wrack hinweg gegangen sind, aber die Signale nicht gehört haben."

Weitere Erkenntnisse brachte der Bericht nicht: Demnach gebe es keine Anzeichen für ein auffälliges Verhalten der Besatzung oder einen möglichen Alkohol- oder Drogenmissbrauch beim Kapitän, seinem Co-Piloten oder anderen Crewmitgliedern, heißt es in der Untersuchung. Die vorliegenden Daten deuteten auch nicht auf technische Probleme hin. Die Passagiere wurden hingegen nicht im Einzelnen beleuchtet, auch einer möglichen Entführung wurde nicht nachgegangen.

Neben Malaysias Regierungschef Najib sagte auch Australiens Premierminister Tony Abbott eine Fortsetzung der Suche zu. Solange es noch "vernünftige Spuren" gebe, werde weiter gesucht, sagte Abbott, dessen Land die Suche leitet. Die aktuelle Suchaktion in einem Radius von 60.000 Quadratkilometern endet laut Abbott voraussichtlich im Mai, anschließend könne aber in einem ebenso großen Umkreis weiter gesucht werden.

Unterwasser-Topografie: 60.000 Quadratkilometer Ozean vor Australiens Küste
ATSB/ Geoscience Australia

Unterwasser-Topografie: 60.000 Quadratkilometer Ozean vor Australiens Küste

Das Wrack wird in einer der entlegensten Ozeanregionen der Welt rund 2000 Kilometer westlich von Perth im Indischen Ozean vermutet. Dort ist das Wasser teils mehr als 4500 Meter tief und der Meeresboden von Bergen und steilen Klippen zerfurcht.

Vor genau einem Jahr war die Boeing 777 mit 239 Menschen an Bord auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking verschwunden. In Malaysias Hauptstadt sind Angehörige zu einer Gedenkfeier zusammengekommen. Viele von ihnen argwöhnen seit den anfänglich chaotischen und widersprüchlichen Angaben zu dem Unglück, dass die malaysischen Behörden etwas verbergen.

lgr/AFP/dpa

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 6 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
bertholdalfredrosswag 08.03.2015
1. Wartungsdienst versagt?
Aus dem Bericht ist nicht zu entnehmen, wie man den Zustand der Batterie ermittelt hat, ohne den Flugschreiber oder die Batterie gefunden zu haben. Waren jedoch das Haltbarkeitsdatum registriert und wurde nicht beachtet wäre das eine ungewöhnliche Schlamperei vom Wartungsdienst. Doch müsste das Verfallsdatum der Batterie auch jetzt noch in den Unterlagen auffindbar sein und also rekonstruiert werden können.
constantin.ortheil 09.03.2015
2. Mh17
Und wie geht denn die Untersuchung des Abschusses der MH17? Fast ein Jahr her..... Mann hört absolut nichts!! Und wieso? Vielleicht weil man weiss das es ein Ukrainisches Kampfflugzeug war? Und dann wundert sich der SPON wieso er als Lügenpresse bezeichnet wird. Journalisten dürftet ihr euch nicht nennen.... Unsere Regierungen im Westen waren beteiligt am Massenmord von Zivilisten. Schon wieder! Die NSDAP wäre auf euch alle stolz. Ihr (SPD, CDU, Presse) hättet unter Hitler ganz bestimmt ganz toll aufgestiegen in der Karriere.
blob123y 09.03.2015
3. Dies ist typisch wenn man da Leute ranlaesst
die nach Freundchenwirtschaft, Religionszugehoerigkeit usw. irrationalen Parameter ausgewaelt werden. Malaysia entwickelt sich seit etwa 20 Jahren rapide zurueck seit die die Islamisten an die Regierung liessen denen die Saudis den Weg freikauften. Vor 40 Jahren hatte man dort fast keine verschleierten Frauen gesehen.
kalim.karemi 09.03.2015
4. Hilflosigkeit gepaart mit Fingerpointing
Um ein schwaches Signal zu verfehlen, muss man erstmal in dessen Nähe suchen. ich würde sagen hier liegt der Hund begraben. Außerdem, deine Batterie des CVR war neu, wenn wir mal davon ausgehen dass de nicht meilenweit vom Wrack entfernt liegt, hätte es gereicht diesen zu orten, um wenigstens zu wissen wo der Absturz stattfand.
wauz 09.03.2015
5. Keiner weiß
Zitat von constantin.ortheilUnd wie geht denn die Untersuchung des Abschusses der MH17? Fast ein Jahr her..... Mann hört absolut nichts!! Und wieso? Vielleicht weil man weiss das es ein Ukrainisches Kampfflugzeug war? Und dann wundert sich der SPON wieso er als Lügenpresse bezeichnet wird. Journalisten dürftet ihr euch nicht nennen.... Unsere Regierungen im Westen waren beteiligt am Massenmord von Zivilisten. Schon wieder! Die NSDAP wäre auf euch alle stolz. Ihr (SPD, CDU, Presse) hättet unter Hitler ganz bestimmt ganz toll aufgestiegen in der Karriere.
ob es ein Abschuss war. Die Auswahl an "Beweisen" war merkwürdig, letztendlich sind es bislang nur Behauptungen, die als "persönliche Einschätzung" einzelner Personen getroffen wurden und in der Presse als die blanke Wahrheit verbreitet werden.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.