Verschollener Flug MH370 Ermittler enttäuschen Angehörige mit dreiseitigem Bericht

Vor zwei Jahren verschwand Flug MH370 der Malaysia Airlines spurlos. Die Familien der Opfer hofften nun auf neue Details zu dem mysteriösen Fall - vergeblich.

Angehörige von MH370-Insassen
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Angehörige von MH370-Insassen


Die MH370-Ermittler haben entgegen den Erwartungen keine neuen Erkenntnisse über die verschollene Malaysia-Airlines-Boeing vorgelegt - und mit einem nichtssagenden Zwischenbericht am zweiten Jahrestag des Verschwindens Angehörige vor den Kopf gestoßen.

Die Ermittler veröffentlichten lediglich ein dreiseitiges Dokument. Darin gehen sie nicht auf Unglückstheorien ein und geben keine Einzelheiten aus der Untersuchung des bislang einzigen eindeutig identifizierten Trümmerteils, einer Flügelklappe, preis.

"Eine Papierverschwendung", sagte Grace Nathan, deren Mutter an Bord war. "Das hat überhaupt keinen Wert." Ähnlich äußerte sich Lee Khim Fart, Ehemann der Stewardess Fong Wai Yuen. "Ich habe die Nase voll", sagte er. "Das ist doch alles Unsinn, was von den Behörden kommt."

Flug MH370 war am 8. März 2014 mit 239 Menschen an Bord 40 Minuten nach dem Start in Kuala Lumpur vom Radar verschwunden. Die Malaysia-Airlines-Maschine kam nie am Zielflughafen in Peking an, sondern flog noch sieben Stunden Richtung Süden, wie Satellitendaten später zeigten. Sie dürfte über dem Indischen Ozean abgestürzt sein. Dort suchen Spezialisten mit Schiffen, Sonargeräten und Unterwasservehikeln seit Oktober 2014 nach dem Wrack.

Suchgebiet im Indischen Ozean
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Suchgebiet im Indischen Ozean

"Das Team arbeitet auf Basis der vorliegenden Informationen weiter an der abschließenden Analyse, an Schlussfolgerungen und Sicherheitsempfehlungen", teilten die Ermittler nun lediglich mit. "Der Abschlussbericht wird fertiggestellt, wenn das Wrack gefunden oder die Suche eingestellt wird, was immer zuerst kommt."

Der vor einem Jahr veröffentlichte Zwischenbericht war deutlich umfangreicher. Darin wiesen die Ermittler die Theorie zurück, der Pilot könne die Maschine absichtlich ins Unglück gelenkt haben. Sie fanden dafür keinerlei Anhaltspunkte. Der Fall gilt als eines der größten Rätsel der Luftfahrtgeschichte.

Die Regierungen Malaysias und Australiens bleiben indes zuversichtlich, dass das Wrack gefunden wird, wie sie betonten. Das angenommene Absturzgebiet umfasst 120 000.Quadratkilometer. Drei Viertel davon haben die Schiffe bereits sondiert. Die Suche soll im Juli abgeschlossen sein. Sollte das Wrack bis dahin nicht gefunden werden, müsse neu entschieden werden, wie es weitergehe, sagte Malaysias Regierungschef Najib Razak.

Angehörige haben Klagen eingereicht

Die Angehörigen fürchten, dass der Fall zu den Akten gelegt wird, und verlangen eine Fortsetzung. Die Suche kostete nach Schätzungen bereits mehr als 120 Millionen Euro. Am Montag haben die Angehörigen von zwölf chinesischen Passagieren hohe Entschädigungszahlungen gefordert. Die Verwandten verklagen sowohl die Fluggesellschaft Malaysia Airlines als auch die Flugzeug- und Triebwerkshersteller Boeing und Rolls-Royce sowie mehrere Versicherungen.

Im Juli 2015 war eine Flügelklappe auf der französischen Insel La Réunion vor Südostafrika angeschwemmt worden. Deshalb wurde sie in einem französischen Labor untersucht. Experten glauben, dass das Material zum Beispiel Aufschluss darüber geben könnte, ob es an Bord einen Brand oder eine Explosion gab.

Die Ermittler, 19 Malaysier und sieben internationale Experten, machten dazu keine Angaben. Sie bestätigen lediglich, dass die Flügelklappe eindeutig als Teil von MH370 identifiziert wurde. Mindestens ein weiteres Trümmerteil, das gerade in Mosambik in Südostafrika gefunden wurde, wird noch untersucht. Ob es von MH370 stammt, ist noch unklar.

Trümmerteil aus Mosambik
REUTERS/ Australian Transport Safety Bureau

Trümmerteil aus Mosambik

wit/dpa

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