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Fund auf La Réunion: Wrackteil stammt von Flug MH370

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DPA

Flügelklappe: Seriennummer bestätigt Zugehörigkeit zu Flug MH370

Französische Ermittler haben keinen Zweifel daran, dass eine auf La Réunion gefundene Flügelklappe zu Flug MH370 gehört. Das entscheidende Indiz der Ermittler ist eine Seriennummer.

Die auf der französischen Insel La Réunion angeschwemmte Flügelklappe stammt vom vermissten Malaysia-Airlines-Flug MH370. Dies habe die Untersuchung des Wrackteils bestätigt, gab die Pariser Staatsanwaltschaft bekannt. Den Beweis erbrachte demnach eine Seriennummer in der Flügelklappe, die am 29. Juli auf der Insel im Indischen Ozean gefunden worden war.

Malaysias Regierungschef war bereits kurz nach dem Fund vorgeprescht und hatte gesagt, es handle sich um ein Wrackteil der verschollenen Maschine. Er berief sich auf Lackreste und Wartungsprotokolle. Die französischen Behörden waren zurückhaltender und sprachen damals nur von einer "sehr starken Vermutung".

MH370 war am 8. März 2014 auf dem Weg von Kuala Lumpur in Malaysia nach Peking mit 239 Menschen an Bord vom Kurs abgewichen und spurlos verschwunden. Es wird vermutet, dass die Maschine nach stundenlangem Flug mit leerem Tank in den südlichen Indischen Ozean stürzte.

Das Wrackteil war in einem Labor des französischen Verteidigungsministeriums bei Toulouse untersucht worden. An der Untersuchung sind Experten aus Malaysia, China, Australien, Singapur, Frankreich und den USA beteiligt.

Weiter unklar ist der Verbleib des großen Restes der Maschine. Die Experten hoffen, die Untersuchung der Flügelklappe könnte Aufschlüsse über das Schicksal des Flugs oder den Absturzort zulassen.

Die Suche nach dem Wrack dauert an. Laut Berechnungen des Kieler Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung könnte allerdings das Absturzgebiet weiter nördlich liegen als bislang angenommen.

ulz/dpa/AFP

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MH370 - die Chronologie
8. März 2014 - Ein Flugzeug verschwindet
Die Boeing 777 mit 239 Menschen an Bord startet um 00.41 Uhr in Kuala Lumpur mit dem Ziel Peking. Gegen 1.31 Uhr verschwindet die Maschine von den zivilen Radarschirmen, der Funkkontakt bricht ab. Vietnam startet eine Suchaktion im Südchinesischen Meer. Flugzeuge entdecken Ölspuren - ein erster falscher Alarm.
9. März 2014 - Erste Erkenntnisse
Die malaysischen Behörden geben bekannt, dass die Maschine stark von ihrem Kurs abwich und möglicherweise sogar in Richtung Kuala Lumpur umkehrte. Das Suchgebiet wird ausgeweitet.
14. März 2014 - Ausweitung der Suche
Die USA vermuten, dass die Maschine nach ihrem letzten Funkkontakt möglicherweise noch weitergeflogen ist. Die Suche wird auf den Indischen Ozean ausgedehnt.
15. März 2014 - Zwei Flugkorridore
Malaysias Regierungschef Najib Razak gibt bekannt, dass die Boeing nach dem Verschwinden vom Radar noch stundenlang weiterflog. Umgelenkt wurde das Flugzeug etwa zum selben Zeitpunkt, zu dem das Kommunikationssystem ACARS und der Transponder höchstwahrscheinlich manuell abgeschaltet wurden. Die malaysischen Behörden beschreiben auf Grundlage von durch Satelliten aufgefangenen Signalen zwei mögliche Flugkorridore: Der nördliche erstreckt sich bis nach Zentralasien, der südliche bis tief in den Indischen Ozean.
16. März 2014 - Internationale Suche
Mehr als zwei Dutzend Länder beteiligen sich inzwischen an der Suche nach Flug MH370.
20. März 2014 - Falscher Alarm
Australien, das im Indischen Ozean westlich des Kontinents entlang des mutmaßlichen südlichen Flugkorridors sucht, entdeckt auf Satellitenbildern zwei mögliche Wrackteile. Eine nähere Prüfung ergibt: falscher Alarm.
24. März 2014 - Absturzort Indischer Ozean
Malaysias Regierungschef Razak erklärt, dass die vermisste Boeing 777 vermutlich über dem südlichen Indischen Ozean abgestürzt ist. In den folgenden Wochen - inzwischen hat Australien die Koordination übernommen - wird ein 4,5 Millionen Quadratkilometer großes Meeresgebiet westlich von Australien abgesucht. Doch auch mehr als 300 Suchflüge bleiben ergebnislos.
5. April 2014 - Signale aus der Tiefe
Ein chinesisches Suchschiff fängt Signale auf, die von den Black Boxes der Maschine stammen könnten. Später entdecken auch andere Schiffe Signale - die Suche bleibt weiter ohne Erfolg.
6. Oktober 2014 - Neue Suchaktion
Ein mit einem ausgefeilten Echolot-System ausgestattetes Schiff startet eine neue Suchaktion in einem 60.000 Quadratkilometer großen Gebiet im Indischen Ozean. Später kommen weitere Schiffe hinzu.
29. Januar 2015 - Insassen für tot erklärt
Malaysia erklärt offiziell, dass die Maschine bei einem "Unfall" verunglückte. "Alle 239 Passagiere und Crew-Mitglieder gelten als tot", sagt der Chef der Luftfahrtbehörde.
29. Juli 2015 - Wrackteil auf La Réunion
An einem Strand der französischen Insel La Réunion im Indischen Ozean wird ein zwei Quadratmeter großes Flugzeug-Wrackteil entdeckt. Schnell werden Vermutungen laut, dass es sich um Überreste von Flug MH370 handeln könnte.
31. Juli 2015 - Wrackteil gehört zu Boeing 777
Malaysia bestätigt, dass die Flügelklappe zu einer Boeing 777 gehört. Das Wrackteil wird für eingehende Untersuchungen nach Frankreich geflogen.
1. August 2015 - Wrackteil zur Analyse nach Frankreich
Die Flügelklappe kommt im Luftfahrt-Technikzentrum der Rüstungsabteilung des französischen Verteidigungsministeriums (DGA TA) in Balma nahe Toulouse an.
5. August 2015 - Untersuchung des Wrackteils beginnt
Experten beginnen mit der Untersuchung des Wrackteils. Am Abend gibt Malaysias Regierungschef Razak bekannt, dass die Flügelklappe tatsächlich von dem vermissten Flug stammt. Die französische Staatsanwaltschaft äußert sich allerdings vorsichtiger, sie erklärt, sehr viel spreche dafür, dass das Wrackteil Flug MH370 zugeordnet werden könne.


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