Vermisste Boeing Satellitendaten bestätigen Absturz in den Indischen Ozean

Bislang war es nur eine Vermutung, nun ist es offenbar Gewissheit: Flug MH370 ist über dem südlichen Indischen Ozean abgestürzt. Eine Analyse von Satellitendaten habe dies bestätigt, teilte Malaysias Premierminister Najib Razak mit.


Kuala Lumpur - Der Flug der verschwundenen Boeing von Malaysia Airlines endete im südlichen Indischen Ozean. Das sei das Ergebnis einer Analyse von Satellitendaten, hieß es von Malaysias Premierminister Najib Razak. Zum letzten Mal wurde die Maschine demnach westlich der australischen Stadt Perth geortet. Das Flugzeug sei dort weit von jeglicher Landemöglichkeit entfernt gewesen. "Mit großer Betroffenheit und Bedauern muss ich Sie informieren, dass Flug MH370 nach diesen neuen Informationen im südlichen Indischen Ozean endete", sagte Razak bei einer Pressekonferenz aus Kuala Lumpur.

Die neue Analyse stamme von der Satellitenfirma Inmarsat, die die letzten elektronischen Signale des Flugzeugs mit 239 Menschen an Bord aufgefangen hatte. Aus stündlichen Pings berechneten sie einen Kurs. Offen bleibt dabei allerdings die Frage nach einer eventuellen Kurskorrektur.

Der Regierungschef benutzte das Wort Absturz selbst nicht. Er machte aber auch deutlich, dass es keine Hoffnung für die Menschen an Bord gebe. "Für die Angehörigen waren die vergangenen Wochen herzzerreißend", sagte Najib. "Ich weiß, dass diese Nachricht noch härter ist. Ich bitte die Medien dringend, ihre Privatsphäre zu respektieren."

Die Fluggesellschaft habe den Angehörigen der Insassen mitgeteilt, dass das Flugzeug ins Meer gestürzt sei, sagte Razak weiter. Er sei sehr traurig. Das Schicksal des Flugzeugs sei ohne Beispiel. Am Dienstag (Ortszeit) solle es eine weitere Pressekonferenz geben, bei der noch mehr Details bekanntgegeben werden sollen. (Lesen Sie das komplette Statement hier). Laut BBC habe Malaysian Airlines den Angehörigen eine SMS geschickt, in der ihnen mitgeteilt wurde, dass es keine Überlebenden gab.

Schreie und Weinkrämpfe

Viele reagierten nach 17 Tagen des Wartens mit Schreien und Weinkrämpfen, berichtet die Nachrichtenagentur AP. Eine Frau sei fast kollabiert. Selamat Omar, der Vater eines 29-jährigen Luftfahrttechnikers, der an Bord der Maschine war, berichtete AP zufolge von ähnlichen Szenen. "Wir akzeptieren die Neuigkeit über die Tragödie. Es ist sein Schicksal", sagte er. Die Fluggesellschaft habe den Familien aber noch nicht mitgeteilt, ob sie nun nach Australien geflogen werden, da die Suchaktionen von dort aus koordiniert werden.

In einem Statement teilte Malaysia Airlines mit, dass ihre Gebete den Angehörigen und Freunden der 226 Passagieren und "unseren 13 Freunden und Kollegen" in dieser enorm schmerzhaften Zeit galten. "Wir wissen, dass es keine Worte gibt die wir oder sonst jemand sagen könnten, die Euren Schmerz lindern", heißt es darin. Die Suche werde weitergehen, um Antworten auf die noch drängenden Fragen zu finden.

Eine große Überraschung ist das Ergebnis der Analyse nicht. Schon in den vergangenen Tagen hatte sich die Suche auf verschiedene Zonen der Meeresregion konzentriert. Auch die Sichtung mehrerer möglicher Wrackteile in dem Gebiet Tausende Kilometer südwestlich von Australien passt zum Ergebnis der Analyse. Sie sollen von dem in der Nähe fahrenden Schiff "HMAS Success" geborgen werden. Die Teile wurden als graues, rundes sowie orangefarbenes, rechteckiges Objekt beschrieben. Allerdings ist bislang unklar, ob die Gegenstände tatsächlich von dem Flugzeug stammen.

Die Boeing 777 war am 8. März mit 239 Menschen an Bord auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking von den Radarschirmen verschwunden. Später stellte sich heraus, dass Flug MH370 noch stundenlang mit geänderter Route weitergeflogen sein muss.

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ulz/vks/AFP/Reuters/AP

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insgesamt 277 Beiträge
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Seite 1
johnsilver7 24.03.2014
1. Unbegreiflich!
Wie kann es über 2 Wochen dauern, bis Satelittendaten verlässlich ausgewertet werden können!? Ich hoffe nun, dass der Flugschreiber gefunden wird, und sich alles aufklärt!
dango 24.03.2014
2. Glaubwürdig ?
Da findet man jetzt ein paar Teile, die wohl recht wahrscheinlich zu der Maschine gehören, und plötzlich gibt es dann doch Signale, die auf die Absturzstelle schließen lassen ? Der Mann geht einfach davon aus, dass die Maschine zu 90% irgendwo ins Meer gestürzt ist und sehr wahrscheinlich sogar dort. Ansonsten will er den Angehörigen endlich eine Antwort liefern, damit Ruhe ist.
rrblah 24.03.2014
3.
Zitat von johnsilver7Wie kann es über 2 Wochen dauern, bis Satelittendaten verlässlich ausgewertet werden können!? Ich hoffe nun, dass der Flugschreiber gefunden wird, und sich alles aufklärt!
Wie lange sollte es Ihrer Meinung nach denn dauern, wenn man einen 20m grossen Gegenstand im indischen Ozean sucht? Dass es heutzutage möglich ist, innerhalb von zwei Wochen Bilder von Millionen von Quadratkilometern auszuwerten und dabei die paar hundert Quadratmeter herauszufiltern, auf denen etwas zu sehen, ist, was bei der Suche behilflich sein könnte, finde ich im Gegenteil äusserst erstaundlich. Sollten Sie bessere Verfahren kennen, bin ich sicher, dass verschiedene Seiten sehr interessiert daran wären.
baku12 24.03.2014
4. Beileid
Zuerst einmal großes Beileid an die, die ihre Freunde und Verwandte verloren haben. Es war jedoch von Anfang an klar, dass sie abgestürzt ist.
lol7609 24.03.2014
5. scheiße
die armen Leute. bis jetzt konnte man ja noch Hoffnung hegen, dass sie doch iwo sind...
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