Drogenbaron Bauarbeiter finden angeblich Safe in Pablo Escobars Villa

In der früheren Villa des Drogenbarons Pablo Escobar haben Bauarbeiter angeblich einen Safe entdeckt. Bevor die Besitzer des Hauses davon erfuhren, soll der Inhalt jedoch verschwunden sein.

DPA

Um Pablo Escobar ranken sich jede Menge seltsamer, zumeist blutiger Geschichten. Auch 22 Jahre nach seinem Tod ist der kolumbianische Drogenbaron noch für undurchsichtige Anekdoten gut.

In Miami besaß Escobar einst eine 680 Quadratmeter große Villa. US-Marshals beschlagnahmten das Anwesen 1987 zusammen mit weiteren Immobilien des berüchtigten Medellin-Kartells, dem Escobar vorstand und mit dem er zeitweise 80 Prozent der weltweiten Kokain-Verkäufe kontrolliert haben soll.

Der Unternehmer Christian de Berdouare, Gründer der US-Restaurantkette Chicken Kitchen, kaufte die Villa 2014 für knapp zehn Millionen Dollar. Er lässt das Haus derzeit abreißen und will ein neues auf dem Grundstück errichten.

Vorher aber hofft der Unternehmer noch auf einen wertvollen Fund. Escobar soll nämlich die Angewohnheit gehabt haben, in all seinen Häusern Wertgegenstände und Bargeld zu verstecken. Deshalb ließ Christian de Berdouare die Villa in Miami Stück für Stück zerlegen und engagierte Experten, die mit Metalldetektoren und Sonargeräten das Haus durchstreiften.

Nun ist die Geschichte um ein mysteriöses Detail reicher. Denn angeblich wurde tatsächlich ein Safe in dem Haus entdeckt. Allerdings sind die Informationen dazu so widersprüchlich, dass kaum ersichtlich ist, was wirklich dahintersteckt.

Ein Safe, drei Versionen

"Der Safe war unter dem Marmorboden vergraben und von ein paar Bauarbeitern entdeckt worden", sagte Berdouares Frau Jennifer Valoppi laut der Nachrichtenagentur AFP. "Bevor wir ihn bergen konnten, war er weg, deshalb haben wir die Polizei eingeschaltet."

De Berdouare sagte laut "Miami Herald", jemand habe den Safe in den vergangenen 30 Tagen "geleert". Bauarbeiter hätten ihn unter einem Haufen Marmorziegeln direkt unter einer Treppe gefunden, aber den Besitzern nichts gesagt, weil sie davon ausgegangen seien, die Besitzer wüssten schon von dem Safe.

Noch eine Version präsentierte der lokale Ableger des TV-Senders NBC unter Berufung auf die Polizei: Demnach will ein Bauarbeiter den Safe schon 2014 entdeckt haben - de Berdouare und seine Frau hätten von der Existenz des Tresors aber nichts gewusst. Im Oktober 2015 sei dann jemand in die Villa eingebrochen und habe unter anderem einen Generator gestohlen - was die Besitzer auch bemerkten. Dass damals auch der Safe entwendet wurde, sei aber erst kurz vor Beginn der Abrissarbeiten entdeckt worden.

Das Ergebnis der Geschichte ist jedoch immer gleich: Was in dem Safe war und ob er überhaupt etwas enthielt, ist unklar. So bleibt zumindest ein Geheimnis vorerst ungelüftet.

ala/hut/AFP



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