Miami Flugmarschall erschießt Passagier

Schüsse auf dem Flughafen von Miami: Ein amerikanischer Sicherheitsbeamter hat das Feuer auf einen mutmaßlichen Bombenleger eröffnet. Der verdächtige Passagier wurde so schwer verwundet, dass er wenig später starb.


Miami - Es war etwa 20 Uhr mitteleuropäischer Zeit, als auf dem Flughafen von Miami geschossen wurde: Kurz nach der Landung hatte ein verdächtiger Passagier beim Aussteigen aus einer Boeing 757 der US-Fluggesellschaft "American Airline" ein aggressives Verhalten gezeigt und gedroht, er habe eine Bombe in seinem Handgepäck versteckt, berichtete das US-Heimatschutzministerium. Als der Mann nach seinem Gepäckstück gegriffen habe, hätten die Sicherheitsbeamten "angemessene Maßnahmen ergriffen" und geschossen, sagte der Sprecher der Sicherheitsbehörden am Flughafen von Miami, Brian Doyle.

Zwischenstopp einer "American Airline"-Maschine in Miami: ein Flugmarschall erschießt einen verdächtigen Passagier
AP

Zwischenstopp einer "American Airline"-Maschine in Miami: ein Flugmarschall erschießt einen verdächtigen Passagier

Das US-Heimatschutzministerium berichtete, ein Flugmarschall habe den Mann mehrfach aufgefordert, sich auf den Boden zu legen. Als der Passagier dies immer wieder ignorierte, mit den Händen vielmehr in die Tasche mit der vermeintlichen Bombe griff und in den Tunnel zum Terminal rannte , eröffnete der Sicherheitsbeamte das Feuer. Der 44-jährige US-Amerikaner wurde dabei tödlich verletzt.

Eine Augenzeugin berichtete dem US-Sender WTVJ, der verdächtige Passagier sei im Flugzeug wild im Gang herum gerannt. Eine Frau sei hinter ihm hergelaufen und habe gerufen, ihr Mann sei geisteskrank. Er habe seine Medizin nicht genommen.

Später verlautete aus Polizeikreisen am Flughafen von Miami, im Handgepäck des Erschossenen sei keine Bombe gefunden worden. Zuvor seien Spürhunde auf die Tasche angesetzt worden, die jedoch keinen Alarm geschlagen hätten. Zur Sicherheit wurden dem Vernehmen nach mehrere weitere Gepäckstücke gesprengt. Der Bereich des Terminals, wo die Schießerei stattfand, wurde für etwa eine halbe Stunde abgesperrt. Auf dem Rest des Flughafens ging der Betrieb dagegen normal weiter.

Das aus Kolumbien kommende Flugzeug der US-Fluggesellschaft American Airlines mit der Flugnummer 924 hielt sich den Angaben zufolge zu einem Zwischenstopp auf dem Internationalen Flughafen von Miami im US-Bundesstaat Florida auf. Es sollte urspürnglich nach Orlando weiter fliegen. Nach den Schüssen umstellten Mitglieder eines Einsatzkommandos die Maschine. Den Angaben zufolge war der Vorfall seit den erhöhten Sicherheitsmaßnahmen im Zuge der Terroranschläge vom 11. September 2001 das erste Mal, dass ein Flugmarschall einen tödlichen Schuss abgab.



© SPIEGEL ONLINE 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.