Berühmte Rennstrecke Schumacher-Kartbahn in Kerpen vor dem Aus

Jahrelang wurde um die Zukunft der Kartbahn, auf der Michael Schumachers Karriere begann, gerungen, nun steht sie vor dem Abriss. Die Rennstrecke muss dem Tagebau weichen.

Kartbahn in Kerpen
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Kartbahn in Kerpen


Auf der Kerpener Kartbahn starteten die ehemaligen Formel-1-Fahrer Michael und Ralf Schumacher ihre Karrieren - nun soll die berühmte Rennstrecke ab dem Jahr 2020 dem Tagebau weichen. Jahrelang hatten die Betreiber, die Bezirksregierung Köln und RWE Power, vergeblich nach einem Ersatzgelände gesucht.

Nun laufe alles auf das Ende hinaus, sagte Guido Steffen von RWE Power. Das Energieunternehmen betreibt den rheinischen Braunkohletagebau Hambach, der auf das Grundstück der Kartbahn erweitert werden soll. Auch die Stadt Kerpen bestätigte, dass alle bisher geprüften Möglichkeiten ohne Erfolg gewesen seien. "Jetzt geht es um den Kauf des Geländes und um die Terminierung der Übergabe der Rennstrecke an uns", sagte Steffen. Geplant sei die Übergabe im Oktober 2020.

Die Kartbahn in Kerpen-Manheim gilt als ein Stück Zeitgeschichte: Hier fuhr Rekordweltmeister Michael Schumacher schon mit fünf Jahren mit dem Gokart über einen Vorläufer der heutigen Strecke. "Die Kartbahn ist für mich gleichbedeutend mit Zuhause", sagte Michael Schumacher einmal. Auch sein Bruder Ralf verbrachte jede freie Minute auf der Bahn.

Ralf Schumacher hat die Hoffnung auf einen Alternativstandort noch nicht ganz aufgegeben: "Wir sind nach wie vor auf der Suche nach einem Standort. Wenn uns eine Gemeinde unterstützen würde, wären wir sehr froh", sagt er. Bei den bisherigen Bemühungen war vor allem der Lärm der Rennstrecke ein Knackpunkt: In der Nähe einer Wohngegend wäre der Bau einer neuen Kartbahn nur schwer durchzusetzen. "Wenn es was gäbe, Richtung Eifel, wären wir sicher nicht abgeneigt", sagte Ralf Schumacher.

bbr/dpa/sid



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