Ehemaliger Top-Spion des Mossad Terroristenjäger Mike Harari gestorben

Er jagte die Olympia-Attentäter von München 1972: Mike Harari, einstiger Top-Mann des Mossad, ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Er galt bis zuletzt als einer der einflussreichsten Geheimagenten Israels.

Ehemaliger Mossad-Agent Harari (1990): Mission von Steven Spielberg verfilmt
AFP

Ehemaliger Mossad-Agent Harari (1990): Mission von Steven Spielberg verfilmt


Tel Aviv - Der prominente israelische Geheimagent Michael "Mike" Harari ist tot. Harari starb im Alter von 87 Jahren in seiner Geburtsstadt Tel Aviv, wie am Montag bekannt wurde. Israels Verteidigungsminister Mosche Jaalon würdigte "Mut und Einfallsreichtum" des einstigen Top-Agenten, "dessen Einfluss auf Generationen von Kämpfern noch viele Jahre nachwirken" werde. Harari wurde vor allem bekannt als Gründer der Mossad-Einheiten, die umstrittene gezielte Tötungen im Ausland organisierten.

Harari hatte schon als Jugendlicher zu den Untergrundkommandos gehört, die für einen jüdischen Staat in Palästina kämpften. Nach der Staatsgründung Israels 1948 diente er in den regulären Streitkräften, bis ihn der Auslandsgeheimdienst Mossad rekrutierte. Harari führte dort die Sonderabteilung "Caesarea", die für Auslandsoperationen zuständig war, und gründete die "Kidon"-Einheit, die gegen Israel tätige Attentäter im Ausland tötete.

Nach der Ermordung von elf israelischen Sportlern bei den Olympischen Spielen 1972 in München leitete Harari die "Operation Zorn Gottes", die die palästinensischen Geiselnehmer verfolgte - eine blutige und langjährige Geheimdienstoperation, die Steven Spielberg Jahrzehnte später in seinem Film "München" darstellte. Anstelle von Ali Hassan Salameh, dem Anführer der Untergrundgruppe "Schwarzer September", ermordete Hararis Einheit allerdings 1973 in Norwegen aufgrund einer Verwechslung einen marokkanischen Kellner. Erst sechs Jahre später wurde Salameh bei einem von Harari organisierten Bombenanschlag im Libanon getötet.

Geiselnehmer bei den Olympischen Spielen in München (1972)
DPA

Geiselnehmer bei den Olympischen Spielen in München (1972)

Auch als Terroristen 1976 eine Air-France-Maschine nach Entebbe entführten, war Harari entscheidend an der Vorbereitung der israelischen Befreiungsaktion beteiligt. Nach dem Ende seiner Geheimdienstlaufbahn lebte er in Panama, wo er ein enger Berater des Diktators Manuel Noriega gewesen sein soll. Kurz bevor die US-Armee 1989 Noriega bei einer Invasion stürzte, kehrte Harari nach Israel zurück. Einem Bericht der "Times of Israel" zufolge war er seit 2007 erneut für den Mossad tätig, um das iranische Nuklearprogramm zu sabotieren.

rls/AFP



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