Unglück in Ägypten: Ballon-Explosion reißt 18 Touristen in den Tod

AFP

Das Unglück ereignete sich in der Nähe von Luxor: 18 ausländische Touristen sind beim Absturz eines Heißluftballons in Ägypten ums Leben gekommen - er war in Brand geraten und explodiert.

Luxor - Unter den Opfern sind laut Angaben der Sicherheitsbehörden Briten, Franzosen und Bürger anderer Nationen: Beim Absturz eines Heißluftballons in Ägypten sind 18 Touristen gestorben. Drei weitere Insassen des Ballons wurden schwer verletzt. In ersten Berichten war von 19 Toten und zwei Verletzten die Rede gewesen.

Insgesamt seien 21 Menschen an Bord gewesen, so die Behörden. Die Überlebenden, der ägyptische Ballonführer und zwei britische Touristen, sollen sich durch einen Sprung aus dem Ballon gerettet haben, bevor dieser aufgeschlagen sei. Sie wurden mit schweren Verbrennungen und Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht.

Das Unglück ereignete sich in der Nähe der Stadt Luxor. Es habe ein Feuer und eine Explosion gegeben, dann sei der Ballon aus rund 300 Meter Höhe in ein Zuckerrohrfeld gestürzt. Ein kaputter Gasschlauch soll den Unfall verursacht haben. Das berichtete das Nachrichtenportal Al-Ahram unter Berufung auf einen Mitarbeiter der Firma, die den Ballon am Morgen in die Luft geschickt hatte. Der Schlauch sei kurz vor der Landung gerissen. Das habe den Ballon erst in rasender Geschwindigkeit aufsteigen lassen. Danach sei er zerplatzt.

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Touristen-Unglück in Ägypten: Heißluftballon abgestürzt
Augenzeugen berichteten, dass mehrere Leichen in Plastiksäcke gepackt und abtransportiert wurden. Das Nachrichtenportal "youm7" meldete, zwei Stunden nach dem Absturz seien alle Leichen geborgen worden. Die Staatsanwaltschaft habe Ermittlungen eingeleitet.

Deutsche Opfer gibt es offenbar nicht. "Wir haben bisher keine Erkenntnisse darüber, dass auch deutsche Opfer dabei sein könnten", sagte Bundesaußenminister Guido Westerwelle. Der US-Nachrichtensender CNN berichtete unter Berufung auf örtliche Behörden, dass die Touristen an Bord aus Hongkong, Japan, Belgien, Großbritannien und Frankreich stammen.

Beliebtes Ziel für Ballonfahrten

Luxor, das gut 500 Kilometer südlich von der Hauptstadt Kairo entfernt liegt, ist mit seinen Tempelanlagen ein beliebter Touristenort. Ausflüge mit dem Heißluftballon sind sehr beliebt - allerdings gab es immer wieder schwere Unfälle. So stürzte 2009 ein Ballon ab, 16 Touristen wurden verletzt. Im Februar 2008 stießen drei Heißluftballons zusammen, dabei wurden sieben Insassen verletzt.

Die Fahrt von Luxor zu dem in den nahen Bergen gelegenen Tal der Könige ist ein Klassiker. Die Touren starten noch vor Morgengrauen am Nil-Ufer, den Passagieren bietet sich dann ein spektakuläres Panorama, wenn die Sonne über den Tempeln und Palmenhainen Luxors aufgeht.

Das Unglück ist ein weiterer Rückschlag für die seit dem Sturz Husni Mubaraks stark angeschlagene Tourismusbranche und damit für Ägypten insgesamt: Von den anhaltenden Unruhen abgeschreckt sind in den vergangenen zwei Wintern - Hauptsaison im Wüstenland Ägypten - bis zu zwei Drittel der üblicherweise anreisenden Touristen weggeblieben. In einem Land, in dem etwa jeder achte Arbeitsplatz von der Tourismusindustrie abhängt, gleicht das einer wirtschaftlichen Katastrophe.

wit/puz/AP/Reuters/dpa/AFP

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Bevölkerung: 81,121 Mio.

Hauptstadt: Kairo

Staatsoberhaupt:
Adli Mansur (interimistisch)

Regierungschef: Ibrahim Mahlab

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