+++ Explosion in Kernkraftwerk - Kernschmelze befürchtet +++
[8.59 Uhr] In dem beschädigten japanischen Atomkraftwerk in Fukushima hat sich am Samstagabend, Ortszeit, eine Explosion ereignet. Es habe Explosionsgeräusche gegeben, danach sei weißer Rauch aufgestiegen, berichtete der öffentlich-rechtliche TV-Sender NHK. In der Nähe des Atomkraftwerks sei radioaktives Cäsium festgestellt worden, berichtete Kyodo am Samstag unter Berufung auf die Atomsicherheitskommission. Es sei möglich, dass in dem Reaktor eine Kernschmelze ablaufe.
+++ Regierung korrigiert Angaben zum Erdbebengebiet +++
[08.58 Uhr] Laut dem japanischen Fernsehsender NHK World hat sich das Erdbeben in einem weitaus größeren Gebiet ereignet als zunächst angenommen. Dies gehe aus Informationen der Regierung hervor.
+++ Finanzminister hält Notetat für unwahrscheinlich +++
[08.22 Uhr] Trotz der schweren Schäden, die der Tsunami und das Erdbeben in Japan angerichtet haben, sei ein Notetat für die Opfer im März unwahrscheinlich. Das erklärte Finanzminister Yoshihiko Noda.
+++ Beben legt Autoindustrie lahm +++
[08.19 Uhr] In zwei hauptsächlich für den Export arbeitenden Toyota-Fabriken ruht die Arbeit. Über die Wiederaufnahme sei noch nicht entschieden, teilte der weltgrößte Autobauer mit. Nissan Motor und Honda Motor stoppten die Arbeit in je vier Inlandswerken, die im Katastrophengebiet liegen.
+++ Japanisches Militär unterstützt Rettungsaktionen +++
[07.33 Uhr] Japan stellt ein großes Militäraufgebot für Rettungsaktionen auf. Ministerpräsident Naoto Kan schickt 50.000 Soldaten, 190 Militärflugzeuge und 25 Schiffe in die vom Erdbeben betroffenen Gebiete. "Die meisten Häuser an der Küstenlinie sind weggespült worden", sagte Kan nach einem Helikopterflug über die Unglücksregion. Ganze Dörfer waren vom Tsunami hinweggespült worden, viele Zufahrtswege sind blockiert oder zerstört.
+++ Cäsium tritt aus AKW Fukushima 1 aus +++
[06.29 Uhr] In der Nähe des beschädigten Atomkraftwerks Fukushima wird radioaktives Cäsium festgestellt. Das berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf die Atomsicherheitskommission. Die Wahrscheinlichkeit, dass Kernbrennstäbe des Reaktors schmölzen, sei hoch, meldet die Agentur Jiji unter Berufung auf die Atombehörde. Möglicherweise seien sie sogar schon geschmolzen. Der Betreiber hat daran gearbeitet, den Druck aus dem Reaktorgehäuse abzulassen, um eine Kernschmelze zu verhindern.
Nach der Naturkatastrophe war das Kühlsystem des AKW ausgefallen. Bis Samstag war es nicht gelungen, die Störung zu beheben. Ein Stromausfall kann für Atomkraftwerke gefährlich sein, weil für Turbinen, Ventile und die Zuleitung von Kühlwasser Energie benötigt wird - entweder von außen oder mit Hilfe eines eigenen Notstromaggregates. Insgesamt gilt für fünf Reaktoren in zwei Atomkraftwerken der Notstand. Tausende Menschen wurden evakuiert.
+++ Neuseeland und Japan stellen Suchtrupps bereit +++
[06.21 Uhr] Neuseeland sendet ein Team mit 48 Rettungskräften nach Japan. Sie sollen nach dem schweren Erdbeben und dem Tsunami bei der Suche nach Überlebenden helfen, teilt Premierminister John Key mit. Auch Australien bietet der japanischen Regierung Rettungstrupps sowie Polizisten und medizinisches Personal an. "Wir stehen an der Seite Japans und tun alles, um zu helfen", sagte Premierministerin Julia Gillard.
+++ Japanische Behörden veröffentlichen Opferzahlen +++
[05.59 Uhr] Nach vorläufigen Angaben der Polizei gibt es insgesamt rund 1400 Todesopfer und Vermisste. Mindestens 613 Menschen starben demnach in den verschiedenen vom Erdbeben und Tsunami betroffenen Regionen im Norden und Osten Japans. 784 Menschen wurden als vermisst gemeldet, die Zahl der Verletzten gibt die Polizei mit 1128 an. Mehr als 215.000 Menschen fanden nach dem Unglück Zuflucht in Notunterkünften.
+++ Neuer Erdstoß erschüttert Nordosten Japans+++
[05.44 Uhr] Ein Erdstoß der Stärke 6,8 erschüttert Japan. Das Epizentrum liegt laut US-Erdbebenwarte praktisch in der gleichen Gegend vor der Nordostküste des Landes wie das Erdbeben der Stärke 8,9 vom Freitag. Über weitere Schäden ist zunächst nichts bekannt. Insgesamt gab es mehr als 50 Nachbeben. Sie erschwerten die Rettungsarbeiten.
jjc/amz/cht/suc/csi/han/dpa/dapd/Reuters
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