Minutenprotokoll: Japan im Zeichen der Katastrophe

Am Tag nach dem verheerenden Erdbeben und Tsunami ist in Japan das Ausmaß der Katastrophe greifbar geworden. Zur Trauer um vermutlich mehr als 10.000 Tote kommt die Angst vor einer nuklearen Katastrophe im AKW Fukushima. Lesen Sie die Ereignisse im Minutenprotokoll nach.

REUTERS/ NTV

Die Zusammenfassung zur aktuellen Lage finden Sie hier

+++ Bis zu 160 Personen Radioaktivität ausgesetzt +++

[22.37 Uhr] Die Zahl der Personen, die am AKW Fukushima Radioaktivität ausgesetzt worden sind, könnte nach Angaben der japanischen Atomaufsichtsbehörde bis zu 160 betragen. Bei neun Personen war bereits vermutet worden, dass sie der Strahlung ausgesetzt waren. Die Angaben stützen sich auf lokale Behörden.

+++ Bühnen und Parks geschlossen +++

[22.09 Uhr] Das öffentliche Leben in Japan ist nahezu vollständig zum Stillstand gekommen: Vorerst bleiben zahlreiche Museen, Theater und Konzerthallen aus Sicherheitsgründen geschlossen. Das meldete die Nachrichtenagentur Kyodo am Sonntagmorgen (Ortszeit). Demnach gab die Oriental Land Company, der Betreiber von Tokyo Disneyland und Tokyo Disney Sea, bekannt, die Themenparks für etwa zehn Tage zu schließen, um die Sicherheit der Gebäude zu kontrollieren. Mehrere Veranstalter von Konzerten, Musicals, Theater und Ausstellungen sagten ihre Veranstaltungen aus dem gleichen Grund ab.

+++ IAEA spricht von 140.000 Evakuierten +++

[21.55 Uhr] Die Internationale Atomenergie-Behörde IAEA hat mitgeteilt, insgesamt seien bislang 140.000 Personen aus dem Gebiet des Atomkraftwerks Fukushima evakuiert worden. Innerhalb eines 20-Kilometer-Radius um die Anlage Fukushima 1 (Fukushima-Daiichi) seien etwa 110.000 Personen in Sicherheit gebracht worden. Im Umkreis von zehn Kilometern um die Anlage Fukushima-Daini seien 30.000 Personen evakuiert worden. "Die Evakuierungsmaßnahmen sind noch nicht komplett", teilte die IAEA mit. Sie berief sich bei ihren Auskünften auf Angaben der japanischen Behörden.

+++ Satellitenbilder zeigen Tsunami-Folgen +++

[21.34 Uhr] Satellitendaten aus Deutschland helfen bei der Bewältigung der Naturkatastrophe in Japan - und zeigen zudem, dass der Tsunami stellenweise bis zu fünf Kilometer ins Land vorgedrungen ist. "Wir können die schweren Schäden an Straßen, Brücken, Gebäuden gut erkennen. Dies sind wichtige Informationen für die Helfer vor Ort", erklärte Stefan Voigt, Wissenschaftler am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

+++ Deutsche Helfer in Japan angekommen +++

[21.29 Uhr] Die ersten deutschen Helfer sind in der Katastrophenregion eingetroffen. Sechs Experten des Technischen Hilfswerks (THW) sollen die Einsatzoptionen sondieren, damit das zweite THW-Team sofort mit der Arbeit beginnen kann.

+++ Greenpeace: Fünf von zehn Reaktoren ohne Kühlung +++

[21.19 Uhr] Neben der möglichen Kernschmelze in Reaktor 1 drohe in einem weiteren Reaktor des gleichen Kraftwerks ein ähnliches Szenario, sagte ein Greenpeace-Sprecher. Fünf der zehn Reaktoren in den beiden Kraftwerken seien ohne Kühlung, sagte er unter Verweis auf Informationen aus der Krisenregion. Angesichts der Verkettung unterschiedlicher Ereignisse sei die Lage womöglich außer Kontrolle. "Es ist dramatisch, weil derzeit scheinbar unkontrolliert Radioaktivität austritt."

+++ Mehr als 1800 Tote +++

[21.11 Uhr] Bei dem Erdbeben und dem anschließenden Tsunami kamen vermutlich mehr als 1800 Menschen ums Leben. Diese Zahl ergibt sich nach Meldungen der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo vom Sonntagmorgen (Ortszeit) aus der bisher von der Polizei bestätigten Zahl von 687 Toten und der Zahl der Vermissten. Allerdings wird erwartet, dass die Zahl der Todesopfer steigen wird: Allein in der Ortschaft Minamisanriku in der schwer betroffenen Provinz Miyagi gab es von 9500 Menschen und damit von jedem zweiten Bewohner kein Lebenszeichen.

+++ Putin verspricht Japan Gas-Hilfe +++

[20.54 Uhr] Russlands Regierungschef Wladimir Putin hat versprochen, Japan notfalls mit Flüssiggas auszuhelfen. "Japan ist ein freundlicher Nachbar, und trotz einiger Probleme müssen wir gute Partner sein und alles Mögliche dafür tun, die Energieressourcen aufzufüllen", sagte Putin nach Angaben der Agentur Interfax. Nach Ansicht der staatlichen russischen Wetterbehörde Rosgidromet droht derzeit keine Gefahr für Russland. Der Wind wehe mögliche radioaktive Wolken auf den Pazifik hinaus, sagte der Chef der Behörde. "Es gibt keinen Grund zur Panik."

+++ ISU lässt Absage der Eiskunstlauf-WM offen +++

[20.40 Uhr] Der Eislauf-Weltverband ISU hat eine mögliche Absage der Weltmeisterschaften im Eiskunstlaufen in Tokio (21. bis 27. März) offen gelassen. Erst im Laufe der kommenden Woche solle eine Entscheidung getroffen werden, sagte ISU-Präsident Ottavio Cinquanta. Einige Teams seien bereits vor Ort.

Der Tsunami schwemmt Hunderte Autos weg

Am Flughafen von Sendai werden die Menschen Zeugen, wie die Wassermassen viele Autos mit sich reißen. SPIEGEL ONLINE konnte Inhalt und Herkunft nicht überprüfen.

+++ RWE-Vorstand: "Höchste Sicherheitsstandards für AKWs" +++

[20.29 Uhr] Der Technikvorstand des Energiekonzerns RWE, Gerd Jäger, sieht keinen Grund, die Laufzeitverlängerung für deutsche Meiler bis 2035 zu überdenken. In Deutschland würden "höchste Sicherheitsstandards für Kernkraftwerke angesetzt, und sie werden von uns erfüllt", sagte er der "Welt am Sonntag". Die Anlagen würden zudem "regelmäßig überprüft und kontinuierlich auch weiterentwickelt".

+++ Drohende Energiekrise +++

[19.59 Uhr] Der Tokio Tower, der Tsutenkaku Tower in Osaka, die Rainbow Bridge in Tokio und die Bay Bridge in Yokohama sind normalerweise über Nacht beleuchtet - doch alle Sehenswürdigkeiten Japans bleiben vorerst lichterlos. Die Regierung hat die Bevölkerung zum Stromsparen aufgerufen und Russland um erhöhte Energielieferungen gebeten, um eine Energiekrise abzuwenden.

+++ "Unglaubliche Katastrophe" +++

[19.49 Uhr] Die drohende Kernschmelze in Japan hat die Diskussion um die hessischen Atommeiler in Biblis neu belebt. Die Oppositionsparteien SPD, Grüne und Linke forderten erneut die baldige Abschaltung des AKW und wandten sich gegen die Verlängerung der Laufzeiten deutscher Reaktoren. "Das ist eine unglaubliche Katastrophe für die Menschen in Japan", sagte SPD-Chef Sigmar Gabriel. "Kein Atomkraftwerk der Welt ist gegen eine Kernschmelze ausgelegt - auch kein deutsches", betonte Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin im Sender n-tv.

+++ Rettungsteams im Einsatz +++

[19.46 Uhr] Die japanische Armee hat für die Rettungsarbeiten bislang 50.000 Soldaten, Dutzende Schiffe und Hunderte Flugzeuge mobilisiert. Einem kurzfristigen Hilfsfonds für die Opfer hatte Japans Regierung jedoch eine Absage erteilt. Deutschland hat Dutzende THW-Mitarbeiter nach Tokio geschickt. Die USA schickten 150 Rettungshelfer, 75 Tonnen Bergungsausrüstung sowie eine Marine-Flotte in das Katastrophengebiet. Zahlreiche weitere Staaten stellten Hilfe bereit.

+++ Gute Nachrichten aus Miyagi +++

[19.29 Uhr] Laut der Zugbetreibergesellschaft Japan Rail sind die in der Präfektur Miyagi vermissten fünf Züge alle wieder aufgetaucht, nachdem jeglicher Kontakt abgebrochen war. Es gibt keine Meldungen über Verletzte, alle Fahrgäste sind in Sicherheit, die Zugbesatzung ist wohlauf.

+++ Möglicherweise deutscher Kerntechniker in Fukushima +++

[19.20 Uhr] Das Auswärtige Amt geht Hinweisen nach, wonach sich ein deutscher Kernenergietechniker im Katastrophengebiet rund um das AKW Fukushima aufhalten könnte. Man stehe mit dessen Angehörigen in engem Kontakt, sagte eine Sprecherin.

+++ Erste Maschine aus Tokio landet in München +++

[19.13 Uhr] In München ist eine erste Lufthansa-Maschine aus Tokio gelandet. Die etwa 300 Passagiere kamen mit der LH 715 gegen 19 Uhr an. Der Flieger war mit knapp eineinhalbstündiger Verspätung gestartet, da man derzeit etwa die vierfache Zeit brauche, um zum Airport zu kommen, so ein Sprecher. "Am Flughafen gibt es nach den Informationen, die wir haben, keine chaotischen Szenen. Es herrscht ruhiger, geordneter Betrieb. Aber die Wege dorthin sind sehr aufwendig."

+++ Merkel lässt deutsche AKW überprüfen +++

[19.11 Uhr] Merkel nach der Lagebesprechung mit dem Krisenstab: "Ich verstehe jeden, der sich in Deutschland Sorgen macht." Nach "menschlichem Ermessen" sei es jedoch nicht vorstellbar, dass Deutschland von der Katastrophe in Japan betroffen sei. "Wir sind zu weit entfernt." Zugleich kündigte sie eine Überprüfung der Sicherheitsstandards bei den deutschen Atomkraftwerken an. "Die Geschehnisse in Japan sind ein Einschnitt für die Welt." Wenn in einem hoch entwickelten Land wie Japan ein solcher Unfall passiere, könne "auch Deutschland nicht einfach zur Tagesordnung übergehen".

Amateuraufnahme zeigt Heftigkeit des Erdbebens

Ein YouTube-Nutzer zeigt in diesem Video die Auswirkungen des Bebens in Wohnhäusern, Bahnhöfen, Bahnen und auf der Straße. SPIEGEL ONLINE konnte Inhalt und Herkunft nicht überprüfen.

+++ Deutsches Team bricht Einsatz ab +++

[19.01 Uhr] Eine deutsche Hilfsorganisation hat wegen der Gefahr durch das schwerbeschädigte AKW ihren Einsatz in Japan vorerst abgebrochen. Ein Team der I.S.A.R. Germany (International Search and Rescue) aus Duisburg fliege aus Tokio wieder ab, ohne in die zerstörten Gebiete nahe des Erdbebenzentrums zu reisen, sagte ein Helfer. "Wir wissen nicht, was in den nächsten Tagen passiert mit den Atomkraftwerken. Da hat die Einsatzleitung entscheiden, dass Sicherheit vorgeht und wir nicht in das Land einreisen werden."

+++ Merkel drückt Mitgefühl aus +++

[18.58 Uhr] Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Japan - auch im Namen Deutschlands - ihr Mitgefühl ausgedrückt. "Wir sehen mit Schrecken, wie ein Erdbeben, ein Tsunami, Urgewalten der Natur, ein Land in die Katastrophe führt." Merkel sprach von einem "Stück Demut und Ehrfurcht" vor der Natur. Japan habe Tausende Tote zu beklagen. Das Ausmaß der Schäden und das Leiden seien enorm. "Wir stehen an der Seite Japans. Wir stehen bereit und helfen, wo wir helfen können."

+++ China hält an rasantem Atomausbau fest +++

[18.55 Uhr]: China will trotz des schweren Atomunfalls in Japan seine Kernkraftförderung vorantreiben, ließ die Regierung über die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua erklären. Das energiehungrige China will bis 2015 Dutzende AKW aus dem Boden stampfen, die zusammen eine Energieleistung von 40 Millionen Kilowatt erreichen sollen.

+++ Angst vor Atomkatastrophe +++

[18.44 Uhr] Noch immer ist unklar, ob und wie viel Radioaktivität ausgetreten ist. Nach Angaben der japanischen Regierung ist keine erhöhte Strahlung im Umfeld des Reaktorgebäudes Fukushima nachweisbar. Dagegen berichtete NHK, in der Nähe des Blocks 1 seien 1015 Mikrosievert pro Stunde gemessen worden - eine doppelt so hohe Strahlendosis wie der Grenzwert bei einem atomaren Notfall. Betroffen vom Ausfall der Kühlanlage ist auch ein zweiter Reaktor der Anlage, die aus insgesamt sechs Meilern besteht. Die Weltgesundheitsorganisation geht bislang von einem "ziemlich geringen" Gesundheitsrisiko aus.

+++ Seniorenheim weggespült +++

[18.14 Uhr] In der Stadt Ofunato in der Präfektur Iwati wurde laut Behördenangaben ein Seniorenpflegeheim mit 30 Menschen von dem Tsunami weggespült, berichtet Kyodo.

+++ Millionen Menschen ohne Strom +++

[18.05 Uhr] Mehr als fünf Millionen Japaner bleiben in Folge des Erdbebens ohne Stromzufuhr, die japanische Regierung rief die Bewohner zum Energiesparen auf.

+++ Brennstäbe liegen zur Hälfte frei +++

[17.40 Uhr] Der Kühlwasserspiegel im Problemreaktor ist auf einen Stand von 1,7 Metern gesunken - die Brennstäbe sind etwa vier Meter hoch, liegen somit zur Hälfte frei, meldet die japanische Tageszeitung Asahi. Kernkraftbetreiber Tepco hatte angekündigt, den Reaktor mit Meerwasser runterkühlen zu lassen. Der Druck im Behälter ist der japanischen Atomaufsicht zufolge noch immer relativ hoch, die Temperatur nimmt den Angaben zufolge aber ab.

Fotostrecke

27  Bilder
Erdbeben in Japan: Der Tag nach dem Tsunami
+++ Papst betet für Katastrophenopfer +++

[17.22 Uhr] Papst Benedikt XVI. spricht den Opfern der Erdbebenkatastrophe sein Beileid aus und sichert ihnen Beistand im Gebet zu. Er bete für die Toten und Trauernden, hieß es am Samstag in einem Beileidstelegramm.

+++ Nisa sieht "lokale Folgen" +++

[17.16 Uhr] Die japanische Atomaufsicht hat die Explosion in Fukushima als "Unfall" auf der internationalen Störfallskala eingestuft. Der Vorfall werde in die Kategorie Nummer vier der von null bis sieben reichenden Skala eingeordnet, teilte die Behörde mit. Nach Angaben des deutschen Bundesamtes für Strahlenschutz können Vorfälle in dieser Kategorie eingestuft werden, wenn es zu einer geringen Freisetzung von radiaktivem Material gekommen ist und "begrenzte Schäden am Reaktorkern" aufgetreten sind. Das Atomunglück von Tschernobyl war Stufe sieben, ein sogenannter "katastrophaler Unfall".

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 285 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Gau
lalito 12.03.2011
Die Borniertheit der Beschwichtiger und Kleinredner des Gefahrenpotentials der Kernspaltung, angesichts des Unvermögens der Handhabung der Störfälle in einer der höchstentwickelten Zivilisationen der Erde, mutiert nunmehr zur Frechheit.
2. Kernschmelze schon vorbei, alles nicht so schlimm!
MeyerLansky 12.03.2011
Die ARD meldet gerade lakonisch, dass die Kernschmelze schon stattgefunden habe, aber nach Auskunft der Regierung außerhalb eines (evakuierten) Radius von 10 km keine Gefahr bestehe ;-). So einen kooperativen Staatssender wünscht sich jedes Land. Mannomann, was ist aus der ARD bloß geworden?
3. Kein Funken Verantwortungsgefühl
malanda 12.03.2011
Natürlich werden die Berufsoptimisten in Sachen Atomkraft wieder lautstark in den Foren posten - ist doch alles nicht so schlimm und es ist doch alles im Griff. Danach schaut's beim besten Willen nicht aus - und jeder, der ein bißchen denken kann, weiß, dass es wirklich nur eine Frage der Zeit ist, bis uns auch in Deutschland ein AKW durchgeht. Muss ich auch lachen - da gibt's die netten Hinweise, ein AKW könne physikalisch gar nicht explodieren. Ist schon klar - es schmilzt auch nur alles, was im Weg ist, verdampft Wasser, sucht sich einen Weg nach Draussen und verseucht alles mit Radioaktivität. Und von wegen "Räumen im Radius von 3 km". Lachhaft - rund um Tschernobyl wurde im Radius von 300 km geräumt. Wenn Grafenrheinfeld einen relevanten Störfall hat, muss München noch mit geräumt werden. Viel Spaß. Wohin geht man dann in Deutschland noch? Gute Frage, wa? Hört auf mit dem Atomscheiß - der Mensch hat seit ca. 5000 Jahren eine nennenswerte Kulturgeschichte, davon erst die letzten 200 Jahre mit einem wirklich starken Entwicklungsschub. Aber der Abfall, den wir (nein, nicht wir - die geldgierigen Manager und Aktionäre der Energie-Produzenten) dabei verursachen, kann nicht sicher untergebracht werden - und wir gefährden unsere Nachkommen mit dem strahlenden Atomkraft-Müll für eine Million Jahre - solang ist das Zeug tödlich. Wie sicher die bisherigen Möglichkeiten sind, sehen wir an der Asse, wo die Geier die Fässer mit dem Radlader in eine Senke reinkippten, wo jeden Tag 12.000 Liter verseuchtes Wasser einschießen. Granit? Zerklüftet, geht nicht, da findet das Wasser den Weg, aber man versucht uns´permanent, Sand in die Augen zu streuen. Ich bin dafür, dass die Atomfritzen verpflichtet werden, in einem der Zwischenlager zu schlafen.
4. Kopfschüttel...
Dr.Schitzophren 12.03.2011
Das die Kühlung nur noch mit Batterien funktioniert, die Notstromaggregate nicht laufen....ist schon irre. Man fragt sich unwillkürlich, warum die Generatoren nicht geschützt plaziert wurden und ob die Batterien so dimensioniert sind ,das sie es schaffen das Kraftwerk auf 0 runter zu fahren. Wenn dem nicht so ist, dann sind die Ingenieure die dafür zuständig waren absolute Versager.Das sind doch die primitivsten Maßnahmen.
5. info-politik "nicht-irrer" staaten
unclevanya 12.03.2011
"Drohende Kernschmelze Das Ablassen von radioaktivem Dampf soll den Druck in einem von sechs Reaktorbehältern verringern. [1] Die japanische Atomaufsichtsbehörde Nisa (Nuclear and Industrial Safety Agency) sagte, der Druck sei anderthalb Mal so hoch wie normal. [2] Das japanische Handelsministerium teilte mit, der Druck könnte sogar das 2,1-fache dessen überstiegen haben, wofür das Turbinengebäude ausgelegt ist. [3] Nach Angaben der Nisa weiß das Betreiberunternehmen Tepco (Tokyo Electric Power Company) nicht, wie stark die radioaktive Strahlung im Inneren ist." [alles DER SPIEGEL] Nur die Russen, während Tschernobyl-disaster, waren noch "geschickter" in ihrer informations-politik: - sie bestritten tagelang, daß überhaupt radioaktivität austrete... (offizielles verhalten einer der "vernünftigen" regierungen, natürlich mit atomwaffen + 1000fachen Overkill aus-gerüstet, - im vergleich zu den sogenannten verrückten, wie Gaddafi, etc. - What a nice difference !!! )
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Panorama
Twitter | RSS
alles zum Thema Katastrophe in Japan 2011
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 285 Kommentare
Karte

Fotostrecke
Erdbeben und Tsunami: Japan in Trümmern

Japans Katastrophe auf Twitter


mehr über SPIEGEL ONLINE auf Twitter...
Leseraufruf

Ein Erdbeben hat Japan erschüttert, unmittelbar danach traf eine Tsunami-Welle das Land. Sind Sie gerade vor Ort? Dann schildern Sie Ihre Erlebnisse, schicken Sie uns Bilder oder Videos!

Mit der Einsendung bestätigen Sie, dass Sie einer honorarfreien Veröffentlichung zustimmen.


Evakuierungszonen im Katastrophengebiet Zur Großansicht
SPIEGEL ONLINE

Evakuierungszonen im Katastrophengebiet

Fotostrecke
Karten: Vom Beben zur Riesenwelle

Erdbebenstärken
Die Richterskala
Die Stärke eines Erdbebens wird mit Hilfe der Richterskala und anderer Skalen beschrieben. Der jeweils angegebene Wert, die Magnitude , kennzeichnet dabei die freigesetzte Energie.

Mittels Seismografen werden die Maximal amplituden (also die Ausschläge der Nadel) bestimmt, die umgerechnet von Erdbeben in 100 km Entfernung erzeugt worden wären. Der dekadische Logarithmus der gemessenen Maximalamplituden ergibt die Magnitude. Die Erhöhung der Magnitude um 1 bedeutet dabei eine 33-fach höhere Energiefreisetzung – ein Erdbeben der Magnitude 5,0 ist also 33-mal so stark wie eines der Magnitude 4,0. Die Skala wurde 1935 von Charles Francis Richter und Beno Gutenberg am California Institute of Technology entwickelt.

Genau genommen werden Erdbebenstärken jedoch heute in der Moment-Magnituden-Skala angegeben. Sie berücksichtigt neben der Energie auch die Größe des gebrochenen Gesteins. Die Bruchfläche lässt sich aus der Erdbebenmessung vieler Seismografen berechnen.
Die Auswirkungen
Grob lassen sich die typischen Effekte der Erdbeben in der Nähe des Epizentrums folgendermaßen beschreiben:
  • - Stärke 1-2: nur durch Instrumente nachweisbar
  • - Stärke 3: nur selten nahe dem Epizentrum zu spüren
  • - Stärke 4-5: 30 Kilometer um das Zentrum spürbar, leichte Schäden
  • - Stärke 6: mittelschweres Beben, Tote und schwere Schäden in dicht besiedelten Regionen
  • - Stärke 7: starkes Beben, das zu Katastrophen führen kann
  • - Stärke 8: Groß-Beben
Weltweit ereignen sich jährlich etwa 50.000 Beben der Stärke drei bis vier, 800 der Stärke fünf oder sechs und durchschnittlich ein Groß-Beben. Das stärkste auf der Erde gemessene Beben hatte eine Magnitude von 9,5 und ereignete sich 1960 in Chile .
Die Stufen der INES-Skala
7 - Katastrophaler Unfall
Folgen außerhalb der Anlage Folgen innerhalb der Anlage Bedeutung für die Sicherheit Fallbeispiele
Schwerste Freisetzung von Radioaktivität, Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt in einem weiten Umfeld Katastrophe von Tschernobyl 1986 (UdSSR, heute Ukraine)
Internationale Bewertungsskala für nukleare Ereignisse (INES)
Quelle: NDR/ INES
6 - Schwerer Unfall
Folgen außerhalb der Anlage Folgen innerhalb der Anlage Bedeutung für die Sicherheit Fallbeispiele
Erhebliche Freisetzung von Radioaktivität, voller Einsatz der Katastrophenschutz- Maßnahmen Katastrophe von Kyschtym 1957 (UdSSR, heute Russland)
Internationale Bewertungsskala für nukleare Ereignisse (INES)
Quelle: NDR/ INES
5 - Ernster Unfall
Folgen außerhalb der Anlage Folgen innerhalb der Anlage Bedeutung für die Sicherheit Fallbeispiele
Begrenzte Freisetzung von Radioaktivität, teilweiser Einsatz der Katastrophenschutz- Maßnahmen Reaktorkern / radiologische Barrieren schwer beschädigt Atomunfälle von Windscale/Sellafield 1957 (Großbritannien), Three Mile Island 1979 (USA) und Tokaimura 1999 (Japan)
Internationale Bewertungsskala für nukleare Ereignisse (INES)
Quelle: NDR/ INES
4 - Unfall
Folgen außerhalb der Anlage Folgen innerhalb der Anlage Bedeutung für die Sicherheit Fallbeispiele
Geringe Freisetzung von Radioaktivität, Strahlenbelastung der Bevölkerung etwa in Höhe natürlicher Quellen Reaktorkern / radiologische Barrieren erheblich beschädigt, Strahlen- belastung von Mitarbeitern mit Todesfolge Atomunfälle von Windscale/Sellafield 1973 (Großbritannien), Saint-Laurent 1980 (Frankreich)
Internationale Bewertungsskala für nukleare Ereignisse (INES)
Quelle: NDR/ INES
3 - Ernster Störfall
Folgen außerhalb der Anlage Folgen innerhalb der Anlage Bedeutung für die Sicherheit Fallbeispiele
Sehr geringe Freisetzung von Radioaktivität, Strahlenbelastung der Bevölkerung in Höhe eines Bruchteils natürlicher Quellen Schwere radioaktive Kontaminierung, Mitarbeiter erleiden akute Gesundheits- schäden Beinahe-Unfall: keine weiteren Sicherheits- vorkehrungen, die einen Unfall verhindert hätten Störfall von Vandellòs 1989 (Spanien)
Internationale Bewertungsskala für nukleare Ereignisse (INES)
Quelle: NDR/ INES
2 - Störfall
Folgen außerhalb der Anlage Folgen innerhalb der Anlage Bedeutung für die Sicherheit Fallbeispiele
Erhebliche radioaktive Kontaminierung, unzulässige Strahlen- belastung von Mitarbeitern Störfall mit erheblichen Ausfällen von Sicherheits- vorkehrungen Störfälle von Philippsburg 2001 (Deutschland) und Forsmark 2006 (Schweden)
Internationale Bewertungsskala für nukleare Ereignisse (INES)
Quelle: NDR/ INES
1 - Störung
Folgen außerhalb der Anlage Folgen innerhalb der Anlage Bedeutung für die Sicherheit Fallbeispiel
Abweichung von den zulässigen Bereichen für den sicheren Anlagenbetrieb Störung durch Ventilschaden im südhessischen Atomkraftwerk Biblis, Block A im Dezember 1987
Internationale Bewertungsskala für nukleare Ereignisse (INES)
Quelle: NDR/ INES
0
Folgen außerhalb der Anlage Folgen innerhalb der Anlage Bedeutung für die Sicherheit Fallbeispiel
Keine oder sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung
Internationale Bewertungsskala für nukleare Ereignisse (INES)
Quelle: NDR/ INES
Die schwersten Erdbeben
Die stärksten Beben seit 1900
1960 Chile, Valdivia , Stärke 9,5
1964 Großes Alaska-Beben , Stärke 9,2
2004 Seebeben vor Sumatra , Stärke 9,1
1952 Kamtschatka, Stärke 9,0
2010 vor Maule, Chile , Stärke 8,8
1906 vor Ecuador, Stärke 8,8
Todesopfer bei Beben
1976 China, Tangshan , offiziell 255.000 Tote, inoffizielle Schätzung: 655.000 Opfer
2004 Seebeben vor Sumatra , 227.898 Tote
2010 Haiti , nach offizieller Schätzung 222.570 Tote
1920 China, Haiyuan , 200.000 Tote
1923 Japan, Kanto, 142.800 Tote
1948 Turkmenistan, Ashgabat, 110.000 Tote
Historische Beben
1556 China, Shaanxi , 830.000 Tote
1976 China, Tangshan , offiziell 255.000 Tote, inoffizielle Schätzung: 655.000 Tote
1138 Syrien, Aleppo, 230.000 Tote
2004 Seebeben vor Sumatra , 227.898 Tote
2010 Haiti , Stärke 7,0, 222.570 Tote
856 Iran, Damghan, 200.000 Tote

Quelle: U.S. Geological Survey