Minutenprotokoll: Nachbeben lassen Japan wieder zittern

10. Teil: Schiffe, Häuser, Autos werden fortgeschwemmt

AP/ Kyodo

+++ Flutwelle schwemmt Häuser, Autos und Schiffe weg +++

[11.02] Der US-Sender CNN zeigt Bilder der Flutwelle, die nach dem Erdbeben die japanische Küste erreichte: Die Wassermassen haben in der Präfektur Miyagi eine solche Kraft, dass sie Häuser, Autos und Schiffe mit sich reißen.

+++ Südkorea sagt Japan nach Erdbeben Hilfe zu +++

[10.59 Uhr] Japans Nachbarland Südkorea hat schnelle Hilfe zugesagt: Die Regierung wolle "jede mögliche Unterstützung leisten", sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Seoul am Freitag. "Unsere Regierung bringt angesichts des Verlustes von Leben und umfangreicher Schäden Worte tiefen Mitgefühls und des Trostes für die japanische Regierung und Bevölkerung zum Ausdruck", sagte der Sprecher. Rund 40 südkoreanische Bergungskräfte stünden bereits zur Entsendung nach Japan bereit, berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap.

+++ Heftiges Wackeln im CNN-Büro +++

[10.51 Uhr] Der US-Sender CNN zeigt Aufnahmen aus seiner Redaktion in Japans Hauptstadt Tokio zum Zeitpunkt des Bebens. Heftiger Lärm ist zu hören, das gesamte Gebäude scheint zu wackeln. Eine Frau kauert auf dem Boden und versucht, ihr Telefonat fortzusetzen.

+++ Vier Atomanlagen aus Sicherheitsgründen abgeschaltet +++

[10.47] Es ist eine Sicherheitsmaßnahme: Vier japanische Atomanlagen, die sich in der Nähe des Erdbebenzentrums befinden, wurden der Uno-Atomenergiebehörde in Wien zufolge, abgeschaltet.

+++ Feuer im Atomkraftwerk Onagawa +++

[10.45 Uhr] Im Atomkraftwerk Onagawa der Firma Tohuko Elec ist ein Feuer ausgebrochen, wie die Agentur Kyodo meldet. Die japanische Regierung hat Berichten zufolge beschlossen, den atomaren Notstand auszurufen. Dieser tritt dann ein, wenn der Austritt von Radioaktivität sich bestätigt oder ein Kühlsystem eines AKW ausfällt.

+++ Meteorologische Behörde korrigiert Erdbebenstärke +++

[10.42 Uhr] Das heftige Erdbeben in Japan hatte die Stärke 8,8. Zuvor war von einer Stärke von 8,9 die Rede gewesen. Das Meteoroligische Institut korrigierte die Angaben am Freitag. Hirofoni Yokoyama vom Meteoroligischen Institut warnte in einer Pressekonferenz vor weiteren Nachbeben.

Augenzeugen-Video

Amateurvideo eines Augenzeugen des Bebens veröffentlicht auf YouTube: Ort und Inhalt kann von SPIEGEL ONLINE nicht verifiziert werden.

+++ Keine Radioaktivität freigeworden +++

[10.39 Uhr] Die Kühlsysteme der Atomkraftwerke in der Region Fukushima funktionieren nach Behördenangaben wieder, wie die Agentur Jiji meldet. Jiji zufolge ist keine Radioaktivität freigeworden.

+++ AKW-Kühlsystem ausgefallen +++

[10.24 Uhr] Die Agentur Jiji meldet, dass im AKW Tepco Fukushima Daiichi das Kühlsystem ausgefallen ist.

+++ Zahl der Toten steigt +++

[10.05 Uhr] Noch ist völlig unklar, wie viele Menschen bei dem Erdbeben ums Leben gekommen sind. Japanische Medien berichten derzeit von mindestens 19 Toten - aber Beobachter gehen davon aus, dass die Zahl der Opfer deutlich steigen wird. CNN-Reporterin Kyung Lah zufolge ist die Situation in der Hafenstadt Sendai besonders dramatisch, das Epizentrum lag rund 130 Kilometer östlich der Stadt. Fischer und viele Arbeiter seien zur Zeit des Bebens im Hafengelände gewesen. "Die Zeit reichte überhaupt nicht, um schnell zu evakuieren", sagte Lah.

Tsunami an der Küste von Honshu

Schweres Erdbeben in Japan. Dieses YouTube-Video zeigt die Tsunami-Welle, die in der Nähe der Insel Honshu auf die Küste trifft.

+++ Tsunami-Warnung auf gesamten Pazifikraum ausgeweitet +++

[9.51] Die US-Meteorologiebehörde NOAA hat ihre Tsunami-Warnung auf den gesamten Pazifikraum mit Ausnahme von Kanada und dem Festland der USA ausgeweitet. Riesenwellen sind demnach unter anderem in Russland, Taiwan, Indonesien, den Philippinen, Australien, Neuseeland und an den Westküsten Mittel- und Südamerikas zu befürchten. Nach Russland und den Philippinen hat nun auch Hawaii Evakuierungen angeordnet. Das internationale Rote Kreuz und der Rote Halbmond warnt vor schweren Schäden auf den Inseln im Pazifik: Der Tsunami sei höher als manches Eiland. "Er könnte sie einfach überspülen", sagte ein Sprecher.

+++ Ruckelnde Tische und wackelnde Monitore beim Sender NHK +++

[9.40] Der US-Nachrichtensender CNN zeigt Bilder aus dem Newsroom des japanischen Rundfunksenders NHK in Tokio - auch in der japanischen Hauptstadt ist das starke Erdbeben deutlich zu spüren: Tische ruckeln hin und her, Monitore wackeln, Angestellte rufen durch den Raum, dann fällt der Strom aus und es wird dunkel.

+++ Dutzende Brände in Japans Nordosten +++

[9.35 Uhr] Nach Regierungsangaben sind im Nordosten Japans rund 50 Feuer ausgebrochen, wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete. In einer brennenden Raffinerie in Chiba nördlich von Tokio habe es Explosionen gegeben. Fernsehbilder zeigen Feuerwehrleute, die versuchen, das Feuer zu löschen. Meterhohe schwarze Rauchwolken verdunkeln weiter den Himmel in der Region.

+++ Hilferuf aus Präfektur Miyagi +++

[9.30 Uhr] Der Gouverneur der Präfektur Miyagi appellierte an die Regierung in Tokio, Truppen der Selbstverteidigungskräfte zu schicken, wie es in Fernsehberichten hieß. In Aufnahmen aus Hubschraubern war zu sehen, wie eine massive Flutwelle Schiffe, Lastwagen, Autos und Trümmer vor sich her in die Stadt schob. An anderen Stellen Sendais waren Feuer ausgebrochen.

+++ Russland bringt 10.000 Menschen in Sicherheit +++

[9.25 Uhr] Die Behörden im äußersten Osten Russlands haben mehr als 10.000 Menschen wegen drohender Tsunamis in Sicherheit gebracht. Auf der Inselgruppe der Südkurilen sowie auf der Insel Sachalin seien mehrere Siedlungen in Ufernähe evakuiert worden. Das teilte der russische Katastrophenschutz am Freitag nach Angaben von Agenturen mit. Schiffe kehrten schnell in die Häfen zurück, hieß es.

Etwa 15 bis 20 Minuten lang seien auf den Südkurilen mindestens vier unterirdische Beben mit der Stärke 5 gemessen worden, meldete die Agentur Interfax. "In den Wohnungen schepperte das Geschirr und wankten Inneneinrichtungen. Es sind aber keine Häuser zerstört. Alle lebenswichtigen Einrichtungen arbeiten wie gewohnt", sagte ein Mitarbeiter des russischen Zivilschutzes. Alle Landwirtschaftsarbeiten seien jedoch eingestellt worden.

+++ Japans Atommeiler offenbar unbeschädigt +++

[9.23 Uhr] Nach dem Erdbeben haben sich die Atomkraftwerke an Japans Pazifikküste in den Präfekturen Miyagi und Fukushima automatisch abgeschaltet, wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete. An den Atomkraftwerken im Erdbebengebiet seien keine Schäden zu verzeichnen, sagte Ministerpräsident Naoto Kan.

+++ Zahl der Toten steigt +++

[9.20 Uhr] Der japanische Radiosender NHK berichtet, dass mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen seien. Es gebe viele Verletzte, zahlreiche Häuser seien eingestürzt.

+++ Japanische Behörden warnen vor weiteren Tsunamis und Beben +++

[9.15 Uhr] Die japanischen Behörden riefen die Menschen an der Küste auf, sich in höher gelegene Gebiete oder in ihren Häusern in die oberen Stockwerke zu begeben. Es drohten weitere Tsunamis. Auch könne es weitere starke Nachbeben geben. Man gehe vom möglicherweise schlimmsten Erdbeben in der Geschichte Japans aus, sagte der Chefsekretär des Kabinetts, Yukio Edano, nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo.

+++ Tsunami-Warnungen im gesamten Pazifikraum +++

[9.01 Uhr] Außer Japan und Taiwan haben jetzt auch Indonesien, Russland, die Philippinen und die pazifische Inselgruppe der Marianen Tsunami-Warnungen ausgegeben. Indonesien rechnet gegen 12 Uhr MEZ mit dem Eintreffen der Wellen in seinen östlichen Gebieten. Die Philippinen rechnen mit Wellen von einem Meter Höhe und haben die Evakuierung von Siedlungen an der Ostküste veranlasst. Das US-Tsunamiwarnzentrum dehnte seine Warnung auch auf Australien und Südamerika aus.

+++ Börsen reagieren mit teils starken Verlusten +++

[9.00 Uhr] Die Aktien der beiden Rückversicherer Munich Re und Hannover Rück haben am Freitag vorbörslich mit deutlichen Verlusten auf das Erdbeben in Japan reagiert. Während es für die Anteile der Munich Re bei Lang & Schwarz (L&S) um 4,5 Prozent abwärts ging, sackten die Titel der Hannover Rück um annähernd sechs Prozent ab. Der Nikkei-Index rutschte um 1,72 Prozent auf 10 254,43 Punkte ab. Auf Wochensicht verlor der japanische Leitindex damit 4,11 Prozent an Wert. Der breit gefasste Topix-Index gab am Freitag 1,42 Prozent auf 930,84 Zähler ab.

+++ Krisensitzung des japanischen Kabinetts +++

[8.54 Uhr] Japans Regierung ist unmittelbar nach dem schweren Erdbeben zu einer Krisensitzung zusammengekommen. Es sei ein Notfallschutzplan-Zentrum eingerichtet worden, sagte Ministerpräsident Kan nach dem Treffen vor Journalisten. Er stehe an der Spitze des Headquarters. Der Regierungschef rief seine Landsleute auf, Ruhe zu bewahren. Die Regierung werde alles tun, um für rasche Hilfe zu sorgen.

+++ Japans Regierungschef verspricht schnelle Hilfe +++

[8.46 Uhr] Japans Ministerpräsident Naoto Kan hat nach dem schweren Erdbeben an die Solidarität seiner Landsleute appelliert. Die Menschen sollten sich nach dem verheerenden Beben gegenseitig helfen, um den Schaden möglichst gering zu halten. Kan versprach zudem schnelle Hilfe der Regierung. Sie werde hart arbeiten, um "das Desaster" zu bekämpfen.

+++ Medien berichten über erstes Todesopfer +++

[8.45 Uhr] Die Nachrichtenagentur Jiji meldete ein erstes Todesopfer aus der Region um die Stadt Sendai östlich von Tokio. Aus der an der Küste gelegenen Präfektur Miyagi wurden zudem zahlreiche Verletzte gemeldet. Inzwischen haben außer Japan und Taiwan auch Indonesien, Russland, die Philippinen und die pazifische Inselgruppe der Marianen eine Tsunami-Warnungen ausgegeben. Indonesien rechnet gegen 12 Uhr MEZ mit dem Eintreffen der Wellen in seinen östlichen Gebieten.

+++ Augenzeugin berichtet von der Insel Oshima +++

[8.40 Uhr] Irina Scheibal wohnt auf der Insel Oshima vor der Bucht von Tokyo - sie hat das Beben miterlebt. "Hier auf Oshima hat es gerüttelt und gewankt. Bis jetzt - über eine Stunde danach - hört es nicht auf", schreibt Scheibal. "Viele stärkere Nachbeben sind darunter. Ein Vier-Meter-Tsunami traf die Insel. Es brennen tatsächlich mehrere Gebäude in den Küstengebieten, Leute haben sich auf Dächer geflüchtet und schauen hilflos auf die Wassermassen unter ihnen. Ganze Piers und Autokolonnen schwimmen in den Straßen."

+++ Verkehrschaos in Tokio +++

[8.33 Uhr] Züge fahren nicht mehr, freie Taxis sind kaum mehr zu bekommen: Auch in Japans Millionenmetropole Tokio sind die Folgen des verheerenden Erdbebens im Nordosten des Landes einer CNN-Reporterin zufolge zu spüren: Die Straßen seien voller Menschen - sie würden zu Fuß versuchen, zur Arbeit zu kommen.

+++ Zehn-Meter-Tsunami trifft Hafen von Sendai +++

[8.11 Uhr] Ein Zehn-Meter-Tsunami trifft den Hafen von Sendai im Norden, berichtet die Agentur Kyodo. Die westjapanische Präfektur Wakayama fordere rund 20.000 Menschen auf, sich in Sicherheit zu bringen. In der Stadt traten die Flüsse durch einströmendes Meerwasser über die Ufer. Wohngebiete seien überflutet, berichtete Kyodo.

+++ Westerwelle sichert Japan Unterstützung zu +++

[8.05 Uhr] Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat dem von einer Erdbeben-Katastrophe betroffenen Japan seine Anteilnahme ausgedrückt und Unterstützung zugesichert. "Wenn Hilfe erforderlich sein sollte, werden wir Deutschen natürlich unserem Partnerland Japan zu Hilfe kommen", sagte er am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin". Bisher seien allerdings noch keine Hilfsappelle eingegangen.

+++ Taiwan gibt Tsunami-Warnung +++

[8.02 Uhr] Nach Japan hat auch Taiwain vor Tsunamis gewarnt. Der Wetterdienst hat Riesenwellen an der Nord- und Ostküste der Insel angekündigt. Sie sollen um 10.30 Uhr deutscher Zeit eintreffen.

+++ Forscher setzen Stärke des Bebens auf 8,9 herauf +++

[7.59 Uhr] Die Stärke des Erdbebens war zunächst mit 7,9 angegeben worden. Das Epizentrum lag 130 Kilometer östlich der Stadt Sendai und knapp 400 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Tokio. Japanische Geologen veröffentlichten danach eine Stärke von 8,4, der US-Geologiedienst USGS geht inzwischen von einem Wert von 8,9 aus.

+++ Japanische Behörden warnen vor Zehn-Meter-Tsunami +++

[7.32 Uhr] - Eine Tsunami-Warnung von zehn Metern wird dem Sender NHK zufolge auf die größten Teile der Honshu-Küste ausgeweitet. Kurz nach dem Beben traf demnach ein Vier-Meter-Tsunami die japanische Pazifikküste. Fernsehbilder zeigten, wie Schiffe und Autos an der Küste mitgerissen wurden. Laut dem Bericht gab es im Norden des Landes viele Verletzte. Mehrere Menschen sollen auch bei Erdrutschen verletzt worden sein. Die japanischen Behörden gaben eine Tsunami-Warnung für bis zu zehn Meter hohe Wellen heraus. Militärflugzeuge sind im Einsatz, um einen Überblick über die Schäden des Bebens und des Tsunamis zu bekommen.

ulz/jjc/mbe/hen/otr/dpa/AFP/Reuters

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1. Schäden laut Augenzeugen
xebudig 11.03.2011
Zitat von sysopKatastrophen-Alarm in Japan: Das Land wurde vom schlimmsten Erdbeben seiner Geschichte heimgesucht, riesige Tsunamis überrollten die Küsten. Es gibt Tote, viele Verletzte. Fabrikanlagen stehen in Flammen - und es drohen weitere Riesenwellen. Verfolgen Sie die Ereignisse im Liveticker. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,750254,00.html
Nach Aussagen der Leute vor Ort ist der Verlust ein Menschenleben wohl glücklicherweise recht gering für ein Erdbeben dieser Stärke. Die Schäden an der Infrastruktur dürften aber groß sein, wenngleich nicht katastrophal. Auch in Tokio sind allenthalben kleinere und größere Schäden entstanden. Einige Brücken sind wohl schwer beschädigt. Hart getroffen hat es vor allem Gebiete in Tokio die auf Landgewinnung beruhen, dort hat Liquidisierung den Untergrund zerstört. Tokio Disney z.B. ist schwer getroffen.
2. Das letzte Video ist nicht Japan sondern Christchurch!
Flitzpiepe 11.03.2011
Das ist nicht aktuell! Sondern vom 22.2.11 aus Christchurch/Neuseeland.
3. Wann?
isthiernocheinNamefrei? 11.03.2011
+++ Verkehrschaos in Tokio +++ [8.33 Uhr] [...]Die Straßen seien voller Menschen - sie würden zu Fuß versuchen, zur Arbeit zu kommen. Zu Fuß zur Arbeit? Japan ist uns in der Zeit 8h voraus! Die sind wohl eher auf dem Weg nach Hause... (mal abgesehen davon, dass die jetzt evtl. andere Sorgen haben, als pünktlich auf der Arbeit sein)
4. Falsches Video
Skymaster1980 11.03.2011
Das Youtube Video im 0935Uhr Eintrag ist vom Erdebeben in Christchurch!! Man sieht ganz klar die zerstörte Kirche aus Christchurch. Bitte entfernen...
5. Atomenergie könnte den Zauberlehrlingen entgleiten
cucco 11.03.2011
Hat die Atom Lobby vorgesorgt, dass Mensch und Umwelt im Falle solcher natürlichen Erdveränderungen von einem Menschen gemachten Super Gau verschont bleiben ? Wie sieht es mit den Atomkraftwerken in Japan aus ?
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Karten: Vom Beben zur Riesenwelle
Erdbebenstärken
Die Richterskala
Die Stärke eines Erdbebens wird mit Hilfe der Richterskala und anderer Skalen beschrieben. Der jeweils angegebene Wert, die Magnitude , kennzeichnet dabei die freigesetzte Energie.

Mittels Seismografen werden die Maximal amplituden (also die Ausschläge der Nadel) bestimmt, die umgerechnet von Erdbeben in 100 km Entfernung erzeugt worden wären. Der dekadische Logarithmus der gemessenen Maximalamplituden ergibt die Magnitude. Die Erhöhung der Magnitude um 1 bedeutet dabei eine 33-fach höhere Energiefreisetzung – ein Erdbeben der Magnitude 5,0 ist also 33-mal so stark wie eines der Magnitude 4,0. Die Skala wurde 1935 von Charles Francis Richter und Beno Gutenberg am California Institute of Technology entwickelt.

Genau genommen werden Erdbebenstärken jedoch heute in der Moment-Magnituden-Skala angegeben. Sie berücksichtigt neben der Energie auch die Größe des gebrochenen Gesteins. Die Bruchfläche lässt sich aus der Erdbebenmessung vieler Seismografen berechnen.
Die Auswirkungen
Grob lassen sich die typischen Effekte der Erdbeben in der Nähe des Epizentrums folgendermaßen beschreiben:
  • - Stärke 1-2: nur durch Instrumente nachweisbar
  • - Stärke 3: nur selten nahe dem Epizentrum zu spüren
  • - Stärke 4-5: 30 Kilometer um das Zentrum spürbar, leichte Schäden
  • - Stärke 6: mittelschweres Beben, Tote und schwere Schäden in dicht besiedelten Regionen
  • - Stärke 7: starkes Beben, das zu Katastrophen führen kann
  • - Stärke 8: Groß-Beben
Weltweit ereignen sich jährlich etwa 50.000 Beben der Stärke drei bis vier, 800 der Stärke fünf oder sechs und durchschnittlich ein Groß-Beben. Das stärkste auf der Erde gemessene Beben hatte eine Magnitude von 9,5 und ereignete sich 1960 in Chile .

Die schwersten Erdbeben
Die stärksten Beben seit 1900
1960 Chile, Valdivia , Stärke 9,5
1964 Großes Alaska-Beben , Stärke 9,2
2004 Seebeben vor Sumatra , Stärke 9,1
1952 Kamtschatka, Stärke 9,0
2010 vor Maule, Chile , Stärke 8,8
1906 vor Ecuador, Stärke 8,8
Todesopfer bei Beben
1976 China, Tangshan , offiziell 255.000 Tote, inoffizielle Schätzung: 655.000 Opfer
2004 Seebeben vor Sumatra , 227.898 Tote
2010 Haiti , nach offizieller Schätzung 222.570 Tote
1920 China, Haiyuan , 200.000 Tote
1923 Japan, Kanto, 142.800 Tote
1948 Turkmenistan, Ashgabat, 110.000 Tote
Historische Beben
1556 China, Shaanxi , 830.000 Tote
1976 China, Tangshan , offiziell 255.000 Tote, inoffizielle Schätzung: 655.000 Tote
1138 Syrien, Aleppo, 230.000 Tote
2004 Seebeben vor Sumatra , 227.898 Tote
2010 Haiti , Stärke 7,0, 222.570 Tote
856 Iran, Damghan, 200.000 Tote

Quelle: U.S. Geological Survey