+++ Tsunami-Warnsirenen schrillen auf Hawaii +++
[14.10 Uhr] Die durch das Erdbeben in Japan ausgelöste Tsunami-Welle wird schon bald in Hawaii erwartet. Die US-Inselkette im Pazifik hat bereits die Warnsirenen eingeschaltet, berichtet der US-Sender CNN. Gefährdete Küstenregionen wurden evakuiert. Helfer brachten Hotelbewohner im Touristenressort Waikiki in höher gelegene Etagen. Es entstanden lange Schlangen von Anwohnern, die sich mit Benzin, Wasser und Konserven eindeckten. Der Tsunami soll Hawaii gegen 6 Uhr Ortszeit (15 Uhr MEZ) erreichen.
Lodernde Flammen
Insgesamt wurden nach dem Beben bisher mindestens 97 Brände gemeldet; nach Angaben der Nachrichtenagentur Jiji mindestens sechs in Tokio. Diese Amateuraufnahmen auf YouTube zeigen eine gewaltige Stichflamme. SPIEGEL ONLINE konnte Inhalt und Herkunft des YouTube-Videos nicht überprüfen.
+++ Immense Kosten: Beben würde Milliarden Euro kosten +++[14.07Uhr] Ein besonders heftiges Erdbeben würde den weltgrößten Rückversicherer Münchener Rück mit maximal zwei Milliarden Euro treffen. Ein Beben, das in Japan nur ein Mal in 200 Jahren vorkomme, könnte zu einer solchen Belastung führen, sagte Vorstandschef Nikolaus von Bomhard bei einer Analystenkonferenz in London. Im vergangenen Jahr verdiente der Dax-Konzern unter dem Strich rund 2,4 Milliarden Euro und peilt dies auch 2011 sowie 2012 an. Ob das schwere Erdbeben vom Freitag ein solch seltenes Großereignis werde, sei noch unklar. Es sei unmöglich, jetzt schon den Schaden zu schätzen.
+++ Feuer in Atomkraftwerk gelöscht +++
[13.58 Uhr] Das Feuer im Atomkraftwerk Onagawa in der Provinz Miyagi ist nach Informationen der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA gelöscht. Dies habe die Atomsicherheitsbehörde NISA der IAEA mitgeteilt, gab die UN-Behörde in Wien bekannt. Mehrere Atomreaktoren seien heruntergefahren worden.
+++ Eisenbahnzug vermisst +++
[13.44 Uhr] Mehr als 700 Flüge von Japan aus wurden nach Angaben des Transportministeriums gestrichen. 13.000 Passagiere sind laut der Agentur Kyodo am Tokioter Flughafen Narita gestrandet, 10.000 am Flughafen Haneda. In der japanischen Küstenregion Miyagi wird ein Zug vermisst.
+++ Zahl der Todesopfer auf mehr als 60 gestiegen +++
[13.39 Uhr] Nach Angaben der Polizei kamen bei dem Erdbeben und dem Tsunami mindestens 60 Menschen ums Leben, 56 weitere wurden vermisst.
+++ "Wie ein Expresszug" +++
[13.29 Uhr] Der gesamte Pazifikraum bereitet sich auf Tsunamiwellen vor. Ein Meteorologe in Auckland, Neuseeland, spricht von Wellen, die sich dem Inselstaat mit Geschwindigkeiten von 500 bis 600 Meilen pro Stunde nähern. "Es ist, als ob ein Expresszug auf uns zurollt."
+++ Tokio-Tower verbogen +++
[13.22 Uhr] Schäden sind auch zu sehen an einem der Wahrzeichen der japanischen Hauptstadt: Die Spitze des Tokio-Towers verbog sich. Die Betreiber des Fernsehturms untersuchen, ob davon eine Gefahr ausgeht, berichtet die auflagenstärkste Tageszeitung des Landes, "Yomiuri", auf ihrer Internetseite. Sie berichtet auch von den Dramen, die sich in den anderen Landesteilen ereiognet haben: Demnach haben Tsunami-Wellen ganze Wohnhäuser fortgespült, in der Präfektur Miyagi schlugen die Tsunami-Wellen hoch bis zum dritten Stockwerk einer Polizeistation. In der Stadt Sendai (Hokkaido) wurden vier Menschen unter ihrem Haus lebend begraben. In Ishinomaki wurde ein Fünfjähriger erschlagen, als die Decke eines Hauses einstürzte.
Tsunami flutet Rollfeld
Unaufhaltsamer Tsunami: Riesige Wassermassen schieben sich über das Rollfeld des Flughafens von Sendai, eine Überwachungskamera zeigt die Wucht der Überschwemmung. SPIEGEL ONLINE konnte Inhalt und Herkunft des YouTube-Videos nicht überprüfen.
+++ Wulff schickt Kaiser Akihito Beileidsschreiben +++[13.16 Uhr] Bundespräsident Christian Wulff hat an Kaiser Akihito ein Beileidsschreiben gesandt. Er habe "mit außerordentlicher Bestürzung" von dem Erdbeben und dem Tsunami erfahren, schrieb Wulff. Auch im Namen der Deutschen äußerte er seine "tief empfundene Anteilnahme". Der Bundespräsident betonte: "Bitte übermitteln Sie unser Beileid den Angehörigen der Opfer, denen in diesen Tagen unser Mitgefühl gilt. Deutschland steht in dieser schwierigen Zeit an Ihrer Seite."
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