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Minutenprotokoll: So verlief der Freitag in Japan 

Mit Wasserwerfern kämpfte die Feuerwehr am Unglücks-AKW gegen die Überhitzung der Reaktoren. Die Zahl der Toten durch Beben und Tsunami ist auf über 7000 gestiegen - 400 Quadratkilometer waren überschwemmt. Lesen Sie die Ereignisse vom Freitag im Minutenprotokoll nach.

Japans Katastrophengebiete: Rückkehr in die Verwüstung Fotos
AFP

+++ Versicherer AIG rechnet mit Milliarden-Verlust durch Beben +++

[23.57 Uhr] Der US-Versicherungskonzern AIG muss sich wegen der jüngsten Naturkatastrophen wie den Erdbeben in Japan und Neuseeland auf Verluste einstellen. AIG kalkuliere wegen der Umweltdesaster für das erste Quartal Belastungen von geschätzt rund einer Milliarde Dollar vor Steuern ein, teilte das Unternehmen mit. Nach Steuern belaufe sich die Summe auf etwa 900 Millionen Dollar. Die Belastungen fielen bei Chartis an, dem Sachversicherer von AIG. Dieser zählt zu den größten Immobilienversicherern in Japan und der Welt. Rund 70 Prozent des genannten erwarteten Fehlbetrags vor Steuern kämen durch das Erdbeben in Japan zustande.

+++ Forscher messen Rekordzahl an Nachbeben +++

[23.49 Uhr] Seit dem verheerenden Erdbeben vom vergangenen Freitag hat es in Japan 262 Nachbeben mit der Stärke 5 oder höher gegeben. Dies teilte das Meteorologische Institut in Japan am Freitag mit.

Die Zahl der Nachbeben dieser Stärke war die höchste, die jemals aufgezeichnet wurde. Sie habe um das Zweieinhalbfache höher gelegen als nach dem Beben der Stärke 8,2 im Osten der Insel Hokkaido 1994. Mittlerweile sei die Wahrscheinlichkeit weiterer starker Nachbeben gesunken, hieß es.

+++ Chile und USA besiegeln Atom-Abkommen +++

[23.36 Uhr] Drei Tage vor dem Besuch von US-Präsident Barack Obama in Chile haben beide Seiten ein umstrittenes Abkommen über eine nukleare Zusammenarbeit unterzeichnet. Die Vereinbarung, die eigentlich während des Obama-Besuchs besiegelt werden sollte, wurde angesichts der Atom-Katastrophe in Japan vorgezogen. Umweltschützer kritisierten, dass Investitionen in die Atomkraft angesichts der häufigen und schweren Erdbeben in Chile keinen Sinn machten. Auch der frühere Präsident Ricardo Lagos sprach sich gegen die Vereinbarung aus.

+++ Strahlungs-Check für Nissan-Neuwagen +++

[23.25 Uhr] Nissan lässt alle Autos, die Japan verlassen, auf radioaktive Strahlung überprüfen. Laut der Agentur AP gab ein Sprecher des US-Ablegers des Konzerns an, so wolle man eine mögliche Gesundheitsgefährdung der Autokäufer ausschließen.

+++ Massive Verluste für Japans Autoindustrie +++

[22.56 Uhr] Nissan, Honda, Toyota - bei den japanischen Autoherstellern stehen nach der Erdbeben-Katastrophe die Bänder still. Der Produktionsstopp führt bei den Firmen zu massiven finanziellen Einbußen. Laut der Agentur AP verliert die japanische Autobranche rund 150 Millionen US-Dollar pro Tag.

+++ Youtube-Clips sollen bei Vermissten-Suche helfen +++

[22.45 Uhr] Der US-Internetkonzern Google will die Suche der Erdbeben- und Tsunamiopfer in Japan nach ihren verschollenen Angehörigen mit Youtube-Videos erleichtern. Das Unternehmen stellte auf seinem Videodienst dazu am Freitag bereits kurze Filme von Katastrophenopfern online, die auf Nachrichten von Freunden und Familienmitgliedern warten. Die Videos, die meist kürzer als eine Minute sind, wurden in Notunterkünften gedreht und sind über die Internetseite youtube.com/shousoku abrufbar.

+++ Radioaktive Emissionen erreichen US-Küste +++

[22.32 Uhr] Erste radioaktive Teilchen aus den beschädigten Fukushima-Reaktoren sind an der Westküste der USA festgestellt worden. Allerdings sei bei den Messungen in Sacramento, Kalifornien keine beunruhigend hohe Strahlung gemessen worden. Ein erhöhtes Gesundheitsrisiko besteht laut US-Behörden nicht.

+++ Oettinger: AKW-Stresstest soll "verbindliche Richtschnur" sein +++

[22.19 Uhr] Die Ergebnisse der geplanten Stresstests für die rund 140 europäischen Atomkraftwerke sollen nach den Worten von EU-Energiekommissar Günther Oettinger "für alle Mitgliedsstaaten eine verbindliche Richtschnur" bilden. Die Kriterien für die Untersuchung der 143 Anlagen würden von den Staaten mit erarbeitet und die betroffenen 14 Länder und Energieversorgungskonzerne hätten allesamt "Zustimmung signalisiert", sagte Oettinger dem "Mannheimer Morgen". Die Stresstests seien daher keine Augenwischerei.

Oettinger sprach sich zudem dafür aus, die Überprüfungen "so gründlich wie nötig, aber auch so schnell wie möglich" abzuhandeln. Bei einem Sondertreffen der EU-Umweltminister am Montag sollen demnach die generellen Linien für die Prüfung festgelegt werden.

+++ US-Armee hilft bei Rettungsaktion +++

[21.49 Uhr] Nicht nur beim Wasserwerfer-Einsatz am AKW Fukushima erhalten die japanischen Rettungskräfte Unterstützung aus den USA. Auch bei der Versorgung der vielen Flüchtlinge und Verletzten helfen US-Kräfte: Neun Frachtmaschinen und acht Hubschrauber sind nach Armee-Angaben im Einsatz.

+++ Druck in Reaktor 3 geht leicht zurück +++

[21.29 Uhr] Teilerfolg der Kühlaktion: Nach dem massiven Wasserwerfereinsatz im Block 3 des Atomkraftwerks Fukushima ist der Druck in der Reaktorkammer etwas gesunken, wie aus dem jüngsten Bericht der japanischen Atomsicherheitsbehörde (Nisa) hervorgeht. In den beiden anderen Blöcken aber, die nach dem Erdbeben vor einer Woche automatisch abgeschaltet wurden, zeigen die am Samstagmorgen (Ortszeit) veröffentlichten Werte eine leicht steigende Tendenz. Die Nisa gibt lediglich Zahlenwerte an und bewertet diese nicht.

+++ US-Behörde testen Japan-Importe auf Strahlung +++

[21.26 Uhr] Die USA prüfen importierte Nahrungsartikel aus Japan auf radioaktive Strahlung. Laut der Agentur Reuters erwarten die Behörden aber keine Bedrohung für die US-Bevölkerung. Ohnehin sei der Anteil der Japan-Importe im Nahrungsmittelsektor gering.

+++ Deutscher Forscher: Weitere große Beben zu befürchten +++

[21.09 Uhr] Dem Erdbeben von Japan werden nach Auffassung von Wissenschaftlern voraussichtlich weitere Beben folgen. "Man muss davon ausgehen, dass dieses Erdbeben andere große Erdbeben nach sich ziehen wird", sagte der Geophysiker Hans-Peter Bunge von der Ludwig-Maximilians-Universität München. Der Spannungszustand des gesamten Erdkörpers habe sich verändert. Andere Erdplatten müssten nun zwangsläufig reagieren. Die Wellenbewegungen des Bebens von Japan hatten sich über die ganze Erde ausgebreitet. Sogar in München, wo die "Welle" nach zehn Minuten eintraf, habe sich der Boden noch um zwei Zentimeter gehoben und gesenkt, sagte Bunge. Mess-Stationen hätten dies aufgezeichnet.

+++ Lieferprobleme bei iPad2 befürchtet +++

[21.02 Uhr] Beim iPad 2 könnte es nach Einschätzung von Analysten zu Lieferengpässen kommen. Wie die US-Marktforschungsgruppe IHS iSuppli mitteilte, stammen mindestens fünf Komponenten des neuen Tablet-Computers von japanischen Herstellern, deren Produktion durch das Erdbeben zum Teil beeinträchtigt wurde. Bei einigen Bauteilen könne Apple zwar auf andere Hersteller aus Korea oder den USA ausweichen, bei mindestens einem sei dies jedoch nicht ohne Weiteres möglich, so die Analysten.

+++ Kraftwerk-Anwohner: "Niemand geht mehr vor die Tür" +++

[20.56 Uhr] Die BBC zitiert einen besorgten Anwohner des beschädigten Kraftwerks Fukushima. "Niemand geht mehr vor die Tür. Die Straßen sind so still. Den meisten Leuten hier geht es gut, aber keiner weiß, was zu tun ist. Es ist schrecklich", sagt Paul Morris, der mit Frau und Tochter rund 40 Kilometer von den Reaktoren entfernt lebt.

+++ Hersteller verteidigt AKW-Modell +++

[20.43 Uhr] Der US-Hersteller der japanischen Krisenreaktoren hat den Vorwurf von Konstruktionsmängeln zurückgewiesen. Die Reaktoren des Typs Mark 1 entsprächen allen Vorschriften und hätten "in den vergangenen 40 Jahren gut funktioniert", teilte der Konzern General Electric (GE) mit. Laut GE wurde das Reaktormodell in den Sechziger Jahren entwickelt.

Fünf der sechs Reaktoren im japanischen Krisen-AKW Fukushima I sind vom Typ Mark 1. Das Unternehmen bezeichnete es als "verfrüht", Aussagen über den genauen Verlauf des Reaktorunglücks zu machen. Das Mark-1-Modell war in den Sechziger und Siebziger Jahren eines der weltweit beliebtesten Reaktormodelle. In den USA wurden 23 davon gebaut, in anderen Ländern 32. Kritiker hatten gewarnt, das Fabrikat könne möglicherweise nicht einer starken Druckentwicklung standhalten, wie sie bei einem Ausfall der Kühlsysteme zu erwarten sei.

+++ Kühlpumpen in Reaktoren könnten irreparabel beschädigt sein +++

[20.33 Uhr] Was bringt die neue Stromleitung zu den Reaktoren 1 und 2 beim Unglücks-AKW Fukushima I? Nicht viel, wenn man einem Bericht der "Los Angeles Times" glaubt. Demnach glauben manche Ingenieure, dass die Kühlpumpen in den Reaktoren durch die Explosionen in den Gebäuden oder durch das danach zugeführte Meerwasser irreparabel beschädigt worden sind. Wenigstens, so der Bericht, würde die Stromversorgung viele der Kontrollfunktionen an den Reaktoren wieder herstellen.

+++ AKW-Betreiber will Kühlsysteme prüfen +++

[20.24 Uhr] Die Stromversorgung zu den beschädigten Reaktoren im AKW Fukushima I steht nach Angaben der Betreibergesellschaft Tepco - doch damit ist noch nicht garantiert, dass die Kühlsysteme wieder laufen. Tepco hat mitgeteilt, man werde prüfen, ob Kühlwasserpumpen und andere Geräte funktionieren, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Falls nicht, werde man versuchen, beschädigte Teile zu ersetzen. Geräte, die Kühlwasser zu den Reaktoren bringen, würden vorrangig behandelt. Dabei handelt es sich beispielsweise um ein System zur Einführung von Meerwasser.

+++ 400.000 Menschen übernachten in Notunterkünften +++

[20.14 Uhr] In Japan wird es schon bald wieder hell. Nach Angaben der BBC übernachten in der Nacht zum Samstag fast 400.000 Menschen im Nordosten des Landes in Notunterkünften. Die Vorräte an Lebensmitteln, Wasser, Medikamenten und Heizöl seien gering.

+++ Tepco übt sich in Selbstkritik +++

[19.56 Uhr] Es ist der Versuch einer Entschuldigung: Die AKW-Betreibergesellschaft Tepco hat eine Pressemitteilung veröffentlicht. Darin heißt es: "Wir möchten uns bei den Menschen in der Gegend des Kraftwerks aufrichtig für die Besorgnis und Belästigung durch den Vorfall am Atomkraftwerk Fukushima Daiichi und das Ausströmen radioaktiver Substanzen entschuldigen."

+++ Betreiber: Stromversorgung zum AKW Fukushima I steht +++

[19.48 Uhr] Tepco, die Betreibergesellschaft des AKW Fukushima I, hat am Freitag mitgeteilt, dass eine Stromverbindung zu der Unglücksanlage hergestellt worden sei. Dem Unternehmen zufolge können die Reaktoren damit mit Strom versorgt werden. Laut Tepco ist geplant, zunächst Reaktor 2 zu versorgen, dann Reaktor 1, dann die Meiler 3 und 4. Wann der Strom fließen soll, ist unklar. Mit der Stromversorgung soll versucht werden, das durch die Katastrophe außer Betrieb gesetzte Kühlsystem für die Brennstäbe wieder in Gang setzen.

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26  Bilder
Eine Woche danach: Schweigen für die Toten, Leid bei den Überlebenden
+++ Verschonte Gebiete öffnen Notunterkünfte für Opfer +++

[19.34 Uhr] Die "Japan Times" berichtet, dass Gegenden Japans, die von den schweren Folgen des Erdbebens und des Tsunamis verschont blieben, Notunterkünfte für Opfer der Katastrophe öffnen. Tokio habe unter anderem die Veranstaltungshalle Budokan Arena zur Verfügung gestellt, so das Blatt.

+++ Tsunami drang kilometerweit ins Landesinnere vor +++

[19.25 Uhr] Die japanische Zeitung "Asahi" berichtet auf ihrer Facebook-Seite von Satellitenfotos, die Aufschluss über die Kraft des Tsunamis geben. Demnach drang die Riesenwelle an der Ostküste des Landes bis zu drei Kilometer ins Landesinnere vor. Der Zeitung zufolge sank die Küste in den Präfekturen Fukushima und Miyagi um bis zu 75 Zentimeter.

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insgesamt 533 Beiträge
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1. Arbeitet noch jemand im AKW?
reniard 17.03.2011
Zitat von sysopEin neuer Kühlungsversuch hat begonnen: Militärhubschrauber überschütten den überhitzten Reaktor 3 im AKW Fukushima mit Wasser. Die japanische Polizei bereitet einen Einsatz mit Wasserwerfern vor. Verfolgen Sie die Ereignisse im Liveticker. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,751401,00.html
+++ Hubschrauber können nicht über dem AKW kreisen +++ Do [02.10 Uhr] Aufgrund der hohen radioaktiven Strahlung können die Militärhubschrauber laut BBC nicht in der Luft über dem AKW Fukushima kreisen. Sie müssen versuchen, das Wasser beim Vorbeifliegen abzuwerfen. Das erschwere die Aktion. - - - - - - - - - - - Beträchtliche Radioaktivität freigesetzt (bereits Dienstag) Der japanischen Regierung zufolge wurde dadurch eine beträchliche Strahlung freigesetzt. Bei dem Reaktor 4 wurden danach 100 Millisievert gemessen. Reaktor 3 strahlt ebenfalls. Dort zeigten die Geräte 400 Millisievert an. Das übersteigt den Grenzwert für die Strahlenbelastung für ein Jahr um das 400-fache. 1.000 Millisievert können Übelkeit und Erbrechen auslösen - Symptome der Strahlenkrankheit. 5.000 Millisievert können einen Menschen binnen eines Monats töten. - - - - - - - - - - - - - Das kann sowohl der berühmte Silberstreif am Horizont als auch der Griff nach dem Strohhalm sein. Hoffen wir ersteres. Nachdem noch nicht einmal Hubschrauber über dem AKW kreisen können frage ich mich allerdings wo die 50 Techniker sind. Bereits mit 400mSv verstrahlt oder in einer Zentrale mit Fernsteuerung? Wenn 100mSv bereits bei 1% der Verstrahlten Krebs auslösen und 4000mSv die Sterblichkeit auf 50% erhöhen und 7000mSv sicher tödlich sind? Wer kann dort noch arbeiten? Was bedeutet diese Meldung?
2. Fukushernobyl
reniard 17.03.2011
Gerade gefunden (die Diskussion verteilt sich derzeit auf mehrere Blogs) - - - - - - - - - - - - - - - - - - http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,751070,00.html Die "Tapferen 50" an der Strahlenfront Die Gesundheit der Männer steht dabei hintan: Nach einem Bericht der größten japanischen Tageszeitung "Asahi" hat die Regierung die Obergrenze für zulässige Strahlenwerte bei den Arbeitern von 100 Millisievert auf insgesamt 250 Millisievert (mSv) angehoben, damit die Techniker und Ingenieure im AKW weiterarbeiten können. "Angesichts der Gesundheit der Arbeiter ist es ist undenkbar, die Werte noch weiter anzuheben", sagte Gesundheitsministerin Yoko Komiyama laut der "New York Times". - - - - - - - - - - - - - - - - -- - - Ein Block strahlt jedoch mit 400mSv (siehe Vorgängerpost). Erinnert mich an Tschernobyl als die Arbeiter nur noch wenige Minuten eingesetzt werden konnten und viele danach starben. Die Freuden der Kernenergie live. Bin gleichzeitig auf die Dummheit der Kernenergiefans wütend und sehr traurig.
3. ...
hokie 17.03.2011
---Zitat--- Angesichts der Katastrophe ist die japanische Währung Yen auf ein Rekordhoch gestiegen. Für einen Dollar mussten zeitweise auf der Handelsplattform EBS nur noch 76,25 Yen bezahlt werden und damit deutlich weniger als Anfang 1995. Damals mussten nach dem schweren Erdbeben in Kobe nur noch 79,75 Yen gezahlt werden. ---Zitatende--- vielleicht haette ich meine Zeit doch mit einem BWL oder vergleichbarem Studium verschwenden sollen dann wuerde ich nun nicht folgende Frage stellen: Ein stark verschuldeter Staat hat hunderte Milliarden auf Pump "auf den Markt" geworfen, dessen Wirtschaft von einem starken Erdbeben vermutlich stark getroffen wurde und dann ist da noch die Gefahr einer Kernschmelze ! wie kann dann die Waehrung eben dieses Staates auf ein de facto Jahrzehnt-Wechselkurs-Hoch steigen ?!? auch wenn die Strahlenwerte verlaesslich zurueckgehen werden, dann wird Japan demnaechst auf BB- vllt sogar B+ abgewertet werden!
4. Ehrerbietung dem wahren Heldentum
Ursprung 17.03.2011
Heldenmacher sind nicht nur Islamisten, sondern ist auch ganz profan eine Zivielbevoelkerung. Das haben wir bei Tschernobil gesehen, unter amerikanischen Feuerwehrleuten um 9/11, man kann es foermlich spueren, wie es jetzt in Japan geschieht. Wir stehen mit dem Heldentum im Westen, bei den Japanern, bei den Russen nicht den selbsternannten Helden der Al Qaida-Verbrecher irgendwie nach. Im Gegenteil: unseren Helden ist klar, was sie tun. Sie tun es unindoktriniert, koennten jede Sekunde ihre Aktion wieder abbrechen und tun es trotzdem unter eigener Todesverachtung weiter, starben und es werden wieder welche sterben. Es ist zu hoffen, dass die bisher so gefuerchteten Scharfmacher und "Hassprediger" aus der islamistischen Ecke auch bei den bisher dafuer empfaenglichen Kreisen im Gegensatz zu frueher als vergleichsweise armselige Piffer eingestuft werden. Die sich sogar noch sonnten in einer Pseudowichtigkeit, winzig gegen das, was z. B. jetzt an Heldentum in Japan wieder ablaeuft. Bei der Verhinderung von tausendfachem Mehrtod anstatt dessen Herbeifuehrung. Sie tun es auch nicht, weil sie etwa glauben, danach ins Paradies zu kommen, also selbstsuechtig. Sondern nur, weil sie anderen eine Hoelle auf Erden verhindern wollen, von deren Vermeidung sie selber nicht mehr profitieren koennen. Ehrerbietung!
5. viel trubel um wenig wirkung
kat7 17.03.2011
Wird ein guter Medientrubel gemacht dabei waren es nur 2 Hubschrauber die je 2 mal geflogen sind, also 4x7,5 tonnen Wasser. Und wenn man den Livestream angeschaut hat sieht man das bei 3 von 4 Versuchen das Wasser sich so in der Luft vernieselt das unten nur ein wenig Feucht ankommt, falls die wichtigen Stellen überhaupt getroffen wurden. Immerhin der Herr Hettkämper der fürs ARD/ZDF Morgenmagazin aus Japan berichtet sah es genauso kritisch und nannte es "Flickschusterei".
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Die wichtigsten Fragen zur Strahlengefahr
Was richtet Strahlung im menschlichen Körper an?
Corbis
Die Schwere der Schäden hängt davon ab, welches Gewebe wie stark von der Strahlung betroffen ist. Erste Symptome einer Strahlenkrankheit sind Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Sie treten wenige Stunden nach Einwirken der Strahlung auf den Körper auf. Klingen die Symptome ab, stellt sich nach einigen Tagen Appetitlosigkeit, Übermüdung und Unwohlsein ein, die einige Wochen andauern.
Wie qualvoll eine akute Strahlenkrankheit bei hoher Dosis enden kann, zeigen die Opfer der Atombombenabwürfe in Hiroshima und Nagasaki und der Tschernobyl-Katastrophe. Haarausfall, unkontrollierte Blutungen, ein zerstörtes Knochenmark, Koma, Kreislaufversagen und andere dramatische Auswirkungen können den Tod bringen.
Wie verläuft eine leichte Strahlenkrankheit?
Menschen mit einer leichten Strahlenkrankheit erholen sich zwar in der Regel wieder. Doch oft bleibt das Immunsystem ein Leben lang geschwächt, die Betroffenen haben häufiger mit Infektionserkrankungen und einem erhöhten Krebsrisiko zu kämpfen.
Wie kann man sich schützen?
DPA
Im Gebiet, in dem ein nuklearer Niederschlag zu befürchten ist, kann es helfen, sich in geschlossenen Räumen aufzuhalten. Gegen radioaktives Jod schützt die vorsorgliche Einnahme von Kaliumjodidtabletten. Allerdings schützt diese nur vor Schilddrüsenkrebs. Das eingenommene Jod lagert sich in den Drüsen links und rechts des Kehlkopfes an und verhindert so die Aufnahme von radioaktivem Jod. Wichtig: Jodtabletten nicht ohne behördliche Aufforderung einnehmen.
Radioaktives Jod baut sich in der Umwelt allerdings schnell ab. Gefährlicher ist radioaktives Cäsium, es hat eine längere Lebensdauer und wirkt bei Aufnahme durch die Luft oder über Nahrungsmittel im ganzen Körper. Dagegen helfen keine Pillen. Bricht ein Reaktor, wie in Tschernobyl geschehen, auseinander, gelangen großen Mengen Cäsium in die Atmosphäre und verstrahlen die Gegend, in der die Partikelwolke niedergeht, auf viele Jahre.
Was bedeutet die Maßeinheit Millisievert?
DPA/ Kyodo/ Maxppp
Sievert (Sv) ist eine Maßeinheit für radioaktive Strahlung. Ein Sievert entspricht 1000 Millisievert. Die Einheit gibt die sogenannte Äquivalentdosis an und ist somit ein Maß für die Stärke und für die biologische Wirksamkeit von Strahlung.
7000 Millisievert, also sieben Sievert, die direkt und kurzfristig auf den Körper treffen, bedeuten den sicheren Tod (siehe Grafik). Zum Vergleich: Am Montagmorgen maßen die Techniker am Kraftwerk Fukushima I eine Intensität von 400 Millisievert pro Stunde. In Tschernobyl tötete die Strahlung von 6000 Millisievert 47 Menschen, die unmittelbar am geborstenen Reaktor arbeiteten.
Wie hoch ist die Belastung im Alltag?
DPA/ NASA
Menschen sind tagtäglich der natürlichen radioaktiven Strahlung im Boden oder der Atmosphäre ausgesetzt. In Deutschland beträgt sie laut Bundesamt für Strahlenschutz 2,1 Millisievert pro Jahr (siehe Grafik). Der menschliche Organismus hat Abwehrmechanismen gegen die natürliche Strahleneinwirkung entwickelt, um sich vor diesen Belastungen zu schützen.
Fotostrecke
Bangen in Fukushima: Zerfetzte Reaktoren, dicker Qualm

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