Schönheitswettbewerb Rassistische Kommentare gegen neue Miss America

Erstmals hat eine Frau mit indischen Wurzeln die Wahl zur Miss America gewonnen. Nina Davuluri, amtierende Miss New York, setzte sich gegen 52 Konkurrentinnen durch. Kaum trug sie ihre Krone, hagelte es im Internet rassistische Kommentare.


Atlantic City - New York hat bei der Wahl zur Miss America einen Lauf. Nach Mallory Hagan beim vergangenen Wettbewerb kommt auch die neue Schönheitskönigin aus dem US-Bundesstaat. Die Siegerin heißt Nina Davuluri und ist die erste Frau indischer Herkunft, die gewonnen hat.

Es dauerte nicht lange, bis sich im Internet Kommentare fanden, die Davuluri wegen ihrer Herkunft nicht als Siegerin akzeptieren wollten. "Wenn du #Miss America bist, solltest du Amerikanerin sein", lautete ein Kommentar bei Twitter. "Miss America? Eher Miss 7-11", schrieb ein anderer - und spielte damit auf das Vorurteil an, Inder arbeiteten nur in Tankstellen und Drogerien.

"Die liberalen Miss-America-Juroren werden dies nicht sagen - aber Miss Kansas verlor, weil sie tatsächlich die amerikanischen Werte repräsentierte", twitterte Todd Starnes vom konservativen TV-Sender Fox. Eine Twitter-Nutzerin fragte: "Miss America oder Miss al-Qaida?" Und ein anderer Nutzer schrieb: "Dies ist Amerika, nicht Indien."

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Wahl zur Miss America: Premiere in Atlantic City

Es oblag vielen anderen Usern und Medien wie CNN, den Rassismus anzuprangern und herauszustellen, dass Davuluri US-Bürgerin sei und aus einer Arztfamilie stamme. Die Gewinnerin selbst sah davon ab, sich zu den rassistischen Kommentaren zu äußern.

Lieber Miss Kansas

Davaluris Sieg beendete die kurze Amtszeit Hagans. Sie war erst im Januar zur Miss America 2013 gewählt worden - damals noch in Las Vegas. Weil der Wettbewerb nun nach sechs Jahren wieder an die Ostküste nach Atlantic City zurückkehrte, wurde schon jetzt die Königin für das Jahr 2014 gewählt. Im Januar-Rhythmus wollten die Veranstalter offensichtlich nicht bleiben - ließ sich doch durch die Wahl im September die Sommersaison im Touristenort Atlantic City um eine Woche verlängern.

Insgesamt waren 53 Kandidatinnen am Start - eine aus jedem US-Bundesstaat sowie jeweils eine Vertreterin Puerto Ricos, des District of Columbia und der Amerikanischen Jungferninseln.

Eine Kandidatin hatte schon im Vorfeld die Blicke auf sich gezogen: Theresa Vail, amtierende Miss Kansas. Sie gilt als erste Frau, die bei der Miss-America-Wahl offen Tattoos zeigte. Vail hat den Text eines Gebets auf der rechten Seite ihres Oberkörpers sowie ein militärisches Symbol auf ihrer Schulter eintätowieren lassen. Vail ist Mitglied der Nationalgarde. Sie, blond und weiß, war die Favoritin vieler Zuschauer, denen Davuluris Sieg nicht gefiel.

Während andere Kandidatinnen bei einem Auftritt auf der Strandpromenade mit prachtvollen Kostümen erschienen, trug Vail Tarnkleidung und Armeestiefel. Ganz gleich, ob sie gewinne oder nicht, habe sie ihr Ziel erreicht, hatte Vail schon vor dem Wettbewerb getwittert. "Ich habe Frauen ermutigt. Ich habe Augen geöffnet." Am Ende landete Vail in den Top Ten.

Auf andere Weise sorgte derweil Miss Florida für Aufsehen: Myrrhanda Jones hatte sich bei den Proben für ihre Jonglage-Einlage Bänder im Knie gerissen. Also trug sie eine mit Glitzersteinen besetzte Kniegelenkorthese - und schaffte es in die Top Fünf.

ulz/AP

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