Entthronte Miss Puerto Rico Schöne Bescherung

Kristhielee Caride sollte für Puerto Rico bei den Wahlen zur Miss Universe antreten. Doch daraus wird nun nichts. Der Dame mangelt es offenbar an der passenden Einstellung.

imago/ ZUMA Press

Eine Frau, die bei einer Misswahl gewinnt, dürfte wissen, was auf sie zukommt: strahlen, lächeln, freundlich sein. Und das immer und überall, sobald sich eine Kamera nähert. Vier Monate lang amtierte Kristhielee Caride als Miss Universe Puerto Rico. Und offenbar ging ihr der Zwang zur bella figura ordentlich auf die Nerven.

In einem Interview mit einer Lokalzeitung wirkte sie vor wenigen Tagen herablassend. Mehr noch: Sie gab zu Protokoll, Kameras möge sie gar nicht. Die nationale Chefin der Missveranstaltung, Desiree Lowry, saß daneben - und "wollte in der Erde versinken". Es sei "selbstverständlich, dass wir vor Kameras gehen und alle Fragen beantworten müssen".

Die Reaktion kam prompt. Eigentlich sollte Kristhielee Claride bei den internationalen Wahlen zur Miss Universe 2016 antreten. Daraus wird nun nichts. Veranstalterin Lowry und ihre Kollegen nahmen Caride die Krone vom Haupt. Die Gescholtene habe ein Problem mit ihrer Einstellung und darüber hinaus auch noch mehrere Termine versäumt.

Die Entthronte zeigte sich zerknirscht. In einem längeren Eintrag bei Facebook schrieb sie, auch eine Schönheitskönigin habe mal einen schlechten Tag. Es tue ihr alles leid. "Ich habe meinen Gefühlen erlaubt, meine Arbeit zu beeinflussen." Mit der Entscheidung der Veranstalter sei sie nicht einverstanden.

Jueves 17 de marzo de 2016.Saludos a todos, Como bien había expresado en la carta enviada el pasado lunes: "No...

Posted by Kristhielee Caride on Donnerstag, 17. März 2016

Doch rückgängig zu machen ist da wohl nichts. Die Veranstalter haben bereits Carides Nachfolgerin präsentiert, Brenda Jiminez. Und die war - die funkelnde Krone auf dem Haupt - ganz aus dem Häuschen. "Ich habe die Sache noch gar nicht verarbeitet."

sms/AP



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insgesamt 2 Beiträge
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Drscgk 18.03.2016
1. Ob als Miss oder als Mister oder als Minister,
wer im Kapitalismus was werden will, muss die Entmenschlichung des kapitalistischen Systems persönlich locker und auf allen Gebieten locker übertreffen. Dazu eignet sich beileibe nicht jeder Normalo, jeder einfach Mensch Gebliebene. Im Kapitalismus erfolgreich, das heißt: Als Mensch komplett unmöglich sein und als offensichtliches Schwein zu kleine Ohren haben. Genau wie zum Beispiel all die Winterkörner müssen sie sein, wie die Steinmeier, wie die Schäubles, so wie die Wiedekings, na "Sie wissen schon, Der und Die", wie Margarete Stokowski sie heute alle in einem Unwort treffend nannte. Sonst nützt Dir alle zu Tage liegende Schönheit, Intelligenz, Kompetenz, Humanität usw.usf. ganz und gar rein nichts.
Thomas Schnitzer 18.03.2016
2. Eine gehörige Portion Zynismus dazu.
Tja, da hat sie nun ganz umsonst mit den Funktionären und Juroren der Miss-Wahlen geschlafen, die sich ihrer widerwärtigen Machtposition sehr bewusst sind, denn anders kommt man diversen Berichten über diesen Wettbewerb zufolge nicht weiter. Wann stellt man diese menschenverachtende Fleischbeschau, die als rein subjektives Empfinden der Schönheit niemals ein objektives Ergebnis haben kann endlich ein?
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