Katholische Kirche Pädophiler Priester versetzt - neuer Missbrauch

Ein Bischof soll einen verurteilten pädophilen Priester in den Siebzigerjahren versetzt haben - und ermöglichte dadurch neuen Missbrauch. Nun hat sich das betroffene Bistum entschuldigt.

Kirche "Zur Heiligen Familie" in Rhede
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Kirche "Zur Heiligen Familie" in Rhede


Ein katholischer Priester soll sich in den Siebzigerjahren in der nordrhein-westfälischen Kleinstadt Rhede an zahlreichen Kindern vergangen haben. Nun wurde bekannt, dass der Mann zuvor bereits des sexuellen Missbrauchs verurteilt worden war.

Bei einer Informationsveranstaltung in der betroffenen Kirchengemeinde "Zur Heiligen Familie" in Rhede im westlichen Münsterland erläuterte das Bistum Münster die genaueren Hintergründe. Demnach wurde der 1964 zum Priester geweihte Mann 1968 vom Landgericht Bochum zu einer Bewährungsstrafe wegen Unzucht mit einem abhängigen Kind verurteilt.

Dennoch versetzte der 2013 gestorbene Bischof des Bistums Münster, Reinhard Lettmann, den Kaplan 1971 nach Rhede. Dort verging sich der Priester nach Bistumsangaben an zahlreichen Kindern. Die genaue Zahl ist nicht bekannt.

Bistum entschuldigt sich

Der stellvertretende Generalvikar des Bistums, Jochen Reidegeld, bat die Opfer in Rhede bei der Versammlung im Namen von Bischof Felix Genn um Vergebung. Reidegeld forderte seine eigene Kirche auf, Frauen den Zugang zu Ämtern möglichst schnell zu ermöglichen und Strukturen wie "Männerbünde" aufzubrechen, die als Ursache der Vertuschung für den Missbrauch in der Kirche gelten.

Die katholische Kirche hatte im September eine Studie zu sexuellem Missbrauch vorgestellt. Demnach sollen zwischen 1946 und 2014 mindestens 1670 katholische Kleriker 3677 Minderjährige missbraucht haben. Im Bistum Münster fanden sich bei 138 Klerikern Hinweise auf Beschuldigungen des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger.

kry/dpa



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