Katholische Kirche US-Justizministerium leitet Ermittlungen zu Kindesmissbrauch ein

Katholische Geistliche sollen Tausende Kinder im US-Bundesstaat Pennsylvania missbraucht haben. Nun sind erste Vorladungen in den Bistümern angekommen, damit beginnen die Ermittlungen auf Bundesebene.

Papst Franziskus
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Nach den Missbrauchsvorwürfen in der katholischen Kirche hat das US-Justizministerium Ermittlungen eingeleitet. Das Erzbistum Philadelphia teilte mit, von einem Bundesgeschworenengremium eine Vorladung erhalten zu haben und Dokumente vorlegen zu müssen.

"Das Erzbistum wird in dieser Angelegenheit mit dem US-Justizministerium zusammenarbeiten", teilte die Kirche mit. Es sind die ersten Ermittlungen zu Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche in den USA auf Bundesebene.

Das ebenfalls im US-Bundesstaat Pennsylvania gelegene Bistum Greensburg teilte mit, auch eine solche Vorladung erhalten zu haben. US-Medienberichten zufolge bestätigten weitere Bistümer aus dem Bundesstaat solche Vorladungen.

Ein Geschworenengremium in Pennsylvania hatte im August einen erschütternden Bericht über Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche vorgelegt. Demnach missbrauchten mehr als 300 katholische Priester in dem Bundesstaat über Jahrzehnte hinweg über tausend Kinder sexuell. Der Bericht dürfte die umfassendste Dokumentation zu Missbrauch in der katholischen Kirche der USA sein, seit die Zeitung "Boston Globe" 2002 einen massiven Skandal über Kindesmissbrauch aufgedeckt hatte.

Die Dunkelziffer könnte noch sehr viel höher liegen, wie eine Untersuchung ergab. Der Vatikan hatte dazu im August "Scham und Bedauern" geäußert und den Opfern Unterstützung zugesichert.

Vergangene Woche zog der Papst im Skandal um seine Kirche Konsequenzen. Wegen sexuellen Missbrauchs entließ er zwei frühere chilenische Bischöfe aus dem Klerikerstand. Damit verhängte Franziskus eine der härtesten Kirchenstrafen gegen den früheren Erzbischof Francisco José Cox Huneeus, der seit Jahren in Deutschland lebt, und den ehemaligen Bischof Marco Antonio Órdenes Fernández. Beide verlieren damit ihren Bischofstitel und sind auch keine Priester mehr.

sen/AFP

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