Missouri Tausende Spinnen machen Luxushaus zur Horrorimmobilie

Luxuriöses Haus, traumhafte Lage, mit Tausenden Spinnen zu verkaufen: In Missouri erweist sich eine vermeintliche Traumimmobilie als Horrorhaus. Trotz des Einsatzes von Kammerjägern dürfte das Objekt schwer zu vermitteln sein.


Weldon Spring - Der Blick fällt auf einen gepflegten Golfplatz, die Einrichtung ist äußerst gediegen, die Räume sind großzügig geschnitten: Susan und Brian Trost dachten, in Weldon Spring im US-Bundesstaat Missouri ihr Traumhaus gefunden zu haben. 2007 kauften sie es für 450.000 Dollar.

Sehr lange konnte sich die Familie an dem Haus nicht erfreuen. Als Susan Trost durch die Räume lief, stellte sie an einer Lampe Spinnweben fest. Bald fand sie Spinnen hinter Vorhängen, in Luftschächten, der Küchenzeile und dem Kamin - selbst in der Dusche. Die Trosts bemühten mehrere Spezialfirmen, um der Spinnenplage Herr zu werden. Alles war vergeblich. Die Familie zog wieder aus, seitdem steht das Haus leer. Es war 1988 erbaut worden.

Kammerjäger schätzen, dass es sich rund 5000 Spinnen in dem Haus gemütlich gemacht hatten. Es handelte sich um Einsiedlerspinnen, ihr Biss ist giftig. "Er bringt dich nicht um, aber er sorgt dafür, dass du wünschst, du wärst tot", sagt der Biologieprofessor Jamel Sandidge.

Nun wurde ein neuer Anlauf unternommen: Eine Firma packte das gesamte Haus in eine rot-blaue Plastikplane ein, um darunter Schädlingsvertilgungsbekämpfungsmittel zu versprühen. Danach werde in dem Haus "nichts mehr leben", sagte ein Mitarbeiter. Die Maßnahme kostet rund 14.000 Dollar und war offenbar erfolgreich. Die Frage bleibt dennoch, ob jemand angesichts der Vorgeschichte in dem Haus wohnen will.

Der Kampf gegen die Spinnen beschäftigt inzwischen auch die Gerichte. Die Trosts verklagten die vorherigen Besitzer, weil sie das Spinnenproblem verschwiegen haben sollen. Eine Jury sprach ihnen 472.110 Dollar zu, aber das Geld haben sie nie bekommen. Die Vorbesitzer konnten nicht zahlen, und ihre Versicherung weigerte sich.

ulz



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