Mit 99 Jahren Eichmann-Richter Mosche Landau gestorben

Er war der Vorsitzende Richter im Prozess gegen den NS-Verbrecher Adolf Eichmann in Jerusalem: Mosche Landau ist im Alter von 99 Jahren gestorben. Ministerpräsident Netanjahu würdigte das Lebenswerk und die Persönlichkeit des gebürtigen Danzigers.

Mosche Landau auf der Richterbank (Mitte): Prozess gegen Adolf Eichmann
AP

Mosche Landau auf der Richterbank (Mitte): Prozess gegen Adolf Eichmann


Jerusalem - Israel gedachte am Montag der sechs Millionen Opfer des Holocausts, jenes gigantischen Massenmordes, der von Adolf Eichmann organisiert wurde. Einen Tag zuvor starb Mosche Landau, vor 50 Jahren Vorsitzender Richter im Prozess gegen den NS-Verbrecher in Jerusalem. Er war am Freitag 99 Jahre alt geworden.

Der Eichmann-Prozess mit den erschütternden Aussagen Überlebender wurde 1961 im israelischen Rundfunk übertragen. Eichmann wurde unter Vorsitz Landaus für schuldig befunden und zum Tod durch den Strang verurteilt. In der Nacht auf den 1. Juli 1962 wurde er hingerichtet.

Landau, am 29. April 1912 in Danzig geboren, wurde 1953 ans Oberste Gericht Israels berufen. 1982 ging er in Pension, 1991 wurde ihm der Israel-Preis, die höchste zivile Auszeichnung des Landes, verliehen.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu würdigte Landau in seiner Rede am Sonntag in Jad Vaschem: Der Eichmann-Prozess habe auf ihn als Kind einen tiefen Eindruck gemacht. "Die Leute verneigen sich, um ihre Ehrerbietung und tiefe Anerkennung für sein Lebenswerk und seine Persönlichkeit auszudrücken", sagte Netanjahu.

jjc/dapd



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