Niederschlesien Polnischer Zentralbankchef nennt Nazi-Zug einen Hoax

Die Nachricht lockt Schatzsucher aus aller Welt nach Polen: In einem unterirdischen Versteck in Niederschlesien soll ein gepanzerter Zug der Nazis stehen. Zentralbanker Marek Belka hält von der Geschichte jedoch nichts.

Zugewachsene Schienen bei Walbrzych: Unterirdisches Versteck
DPA

Zugewachsene Schienen bei Walbrzych: Unterirdisches Versteck


Der Chef der polnischen Zentralbank, Marek Belka, hat große Zweifel an der Existenz des Nazi-Zuges in Walbrzych. "Ich denke, dass die Geschichte ein Hoax ist", sagte Belka. Niemand in der Zentralbank habe seiner Ansicht nach auch nur eine Sekunde daran geglaubt.

Der polnische Verteidigungsminister sieht das anders: Er hatte zuletzt Militärexperten nach Walbrzych geschickt. Sie sollen die Suche nach dem Panzerzug aus dem Zweiten Weltkrieg unterstützen.

Seit über einer Woche kommen zudem Schatzsucher aus aller Welt in die Region, um dort das angebliche unterirdische Versteck zu finden. Zuletzt hatte die Polizei deswegen dort ihre Patrouillen verstärkt.

Ein Deutscher und ein Pole hatten über einen Anwalt von dem Fund berichtet und eine Georadar-Aufnahme vorgelegt. Für die Herausgabe von Informationen zum genauen Fundort verlangten sie eine Belohnung - und wandten sich zunächst an die Behörden der nächstliegenden Stadt Walbrzych in Niederschlesien. Die Stadt hatte den Fall an die Regierung in Warschau weitergereicht.

Die Legende besagt, dass ein Panzerzug gegen Ende des Zweiten Weltkriegs in einem Tunnel in der Region verschwunden sein soll. Beweise gibt es dafür keine, dafür aber jede Menge Spekulationen, dass sich Raubgold an Bord befinde.

Polens stellvertretender Kulturminister Piotr Zuchowksi hatte am Freitag gesagt, er sei "zu 99 Prozent" sicher, dass in der Gegend um Walbrzych ein gepanzerter Nazi-Zug gefunden worden sei. "Ich habe die Georadar-Bilder gesehen, und das sieht in der Tat wie eine Panzerung aus."

brk/Reuters

insgesamt 27 Beiträge
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Seite 1
Peter Eckes 02.09.2015
1. .
Der stellvertretende Kulturminister gibt wenigstens einen Grund dafür an warum er an den Zug glaubt, nämlich die Geo-Radar-Aufnahme. (BTW. Wurde im Forum zum Nofretete-Grab nicht noch erzählt das ein Bodenradar unbezahlbar teuer sei?) Aber welche Grundlage hat der Zentralbankchef die Existenz auszuschließen? Ein paar Fakten würden der Geschichte langsam mal guttun. Die erste Meldung ist ja nun schon ein paar Tage her. Zum Beispiel wäre mal interessant wie hoch die geforderte Belohnung ist. Aber wahrscheinlich steht im nächsten Artikel nur drin ob der Präsident vom polnischen Fußballverband glaubt das der Zug existiert oder nicht.
dickbohne 02.09.2015
2.
Zuerst müssen die doch erstmal heimlich den Zug leerräumen. Die beiden "Entdecker" fordern 10% vom Wert des Inhaltes wurde geschrieben. Ich bin gespannt und finde das auch merkwürdig, dass nichts weiter passiert. Wahrscheinlich also, dass viel passiert aber keiner wissen soll was;)
flaviussilva 02.09.2015
3. Antwort.
Zitat von Peter EckesDer stellvertretende Kulturminister gibt wenigstens einen Grund dafür an warum er an den Zug glaubt, nämlich die Geo-Radar-Aufnahme. (BTW. Wurde im Forum zum Nofretete-Grab nicht noch erzählt das ein Bodenradar unbezahlbar teuer sei?) Aber welche Grundlage hat der Zentralbankchef die Existenz auszuschließen? Ein paar Fakten würden der Geschichte langsam mal guttun. Die erste Meldung ist ja nun schon ein paar Tage her. Zum Beispiel wäre mal interessant wie hoch die geforderte Belohnung ist. Aber wahrscheinlich steht im nächsten Artikel nur drin ob der Präsident vom polnischen Fußballverband glaubt das der Zug existiert oder nicht.
In der Gegend gibt es viele Legenden um verschollene Deutsche Goldzüge, Panzerzüge etc. Das ist aber bei weiten nicht die einzige Legende die dort rum spukt, bei N24 kommt immer mal wieder eine Reportage das die Nazis in der Gegend ein UFO in Glockenform gebaut hätten. Und da die Region ja gerade von Schatzsuchern/Touristen überschwemmt wird, ist doch nur klar das es Verantwortliche gibt, die das Thema gern noch ein wenig am köcheln halten.
o.schork 02.09.2015
4. problem?
Es kann ja nicht so schwer sein mit den "Entdeckern" eine Vereinbarung zu finden. X% vom Wert des Fundes abzüglich Bergungskosten, jedoch nicht mehr als Y ?. Und dann einigt man sich auf zwei Gutachter. Und kann zumindest schon mal nach was Konkretem suchen.
tobiash 02.09.2015
5. Lange gefunden!
Zitat von Peter EckesDer stellvertretende Kulturminister gibt wenigstens einen Grund dafür an warum er an den Zug glaubt, nämlich die Geo-Radar-Aufnahme. (BTW. Wurde im Forum zum Nofretete-Grab nicht noch erzählt das ein Bodenradar unbezahlbar teuer sei?) Aber welche Grundlage hat der Zentralbankchef die Existenz auszuschließen? Ein paar Fakten würden der Geschichte langsam mal guttun. Die erste Meldung ist ja nun schon ein paar Tage her. Zum Beispiel wäre mal interessant wie hoch die geforderte Belohnung ist. Aber wahrscheinlich steht im nächsten Artikel nur drin ob der Präsident vom polnischen Fußballverband glaubt das der Zug existiert oder nicht.
Der gepanzerte Zug wurde schon vor einer Woche vom polnischen Militär gefunden. Den beiden Entdeckern steht ein Finderlohn von 10% des Wertes zu. Das wurde schon letzte Woche in der WrProst berichtet: ( www.wprost.pl/Pociąg_pancerny_został_znaleziony.html ). Allerdings war der Fund so sensibel, dass die Medien nicht weiter darüber berichten durften und der Fund als Verschlusssache eingestuft wurde. Der Grund ist klar: neben diversen Goldbarren, die die Nazis in Sicherheit bringen wollten befand sich in dem Zug ein Großteil des sagenumwobenen Bernsteinzimmers. Da insbesondere Russland Anspruch darauf angemeldet hat, würde der Fund Putin einen (aus russischer Sicht) belastbaren Grund liefern, augenblicklich in Polen einzumarschieren und sich sein Eigentum zurück zu holen. Es gibt nur zwei Möglichkeiten, dies zu verhindern: Entweder man händigt das Bernsteinzimmer an Russland aus oder man hält die Sache geheim. Ersteres will man unbedingt vermeiden, also blieb nur Möglichkeit 2.
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