Monaco: Prinz Albert bekennt sich zu unehelichem Sohn

Seit Wochen schon kursieren Gerüchte, Prinz Albert von Monaco sei Vater eines kleinen Jungen. Nun hat das Fürstenhaus Grimaldi auch offiziell Zuwachs bekommen: Prinz Albert beendete das Rätselraten und bekannte sich zu seinem Sohn Alexandre.

Monaco - Der kleine Alexandre wird am 24. August zwei Jahre alt. Seine Mutter, die Afrikanerin Nicole Coste, ging Anfang Mai, vier Wochen nach dem Tod von Fürst Rainier, mit der Enthüllung an die Öffentlichkeit. Die 33-Jährige forderte Albert unter anderem in einem "Bunte"-Interview auf, sich zu seinem Sohn zu bekennen, "wie er es versprochen hat". Das hat er jetzt sechs Tage vor seiner feierlichen Inthronisierung als Fürst getan.

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Die Grimaldis: Familie des Glamours

Der kleine Alexandre trägt den zweiten Vornamen von Prinz Albert, der sich nach Angaben von Nicole Coste während ihrer Schwangerschaft an der Namenssuche beteiligte. "Er mochte Eric, Stéphane und auch seinen eigenen zweiten Vornamen Alexandre", erzählte sie der "Bunten". Das Kind trägt den Nachnamen der Mutter, die geschieden ist und noch zwei ältere Söhne hat. Im theoretischen Fall, dass Albert seine Freundin heiraten möchte, müsste der Papst über die Ehefähigkeit entscheiden. Die aus Togo stammende Afrikanerin ist nach eigenen Angaben Katholikin und hatte nicht kirchlich geheiratet. Kennen gelernt habe sie den Prinzen am 13. Juli 1997 als Stewardess auf einem Flug Nizza-Paris, sagte sie in dem am 4. Mai veröffentlichten Interview. In den Anfangsjahren hätten sie sich einmal im Monat für jeweils drei bis vier Tage gesehen. Dann, nach der ersten Begegnung mit Fürst Rainier, habe er gesagt: "Ich glaube, es wäre besser, wenn wir nur Freunde bleiben."

Trotzdem hätten sie sich weiter getroffen; sie sei Ende 2002 ungewollt schwanger geworden. Prinz Albert habe auf die Nachricht, dass er Vater werde, so reagiert: "Ich verspreche dir nicht die Heirat, aber behalte es und hab' keine Angst. Ich werde es peu à peu in die Familie einführen." Nach fünf Monaten Schwangerschaft habe er den Kontakt zu ihr aber abgebrochen, sagte Coste. Kurz nach der Geburt des Sohns in einem Pariser Krankenhaus habe sie einem DNA-Test zugestimmt.

Am 15. Dezember 2003 habe Prinz Albert beim Notar ein Dokument unterzeichnet, erzählte die Mutter. Er habe angeordnet, dass dieses Schriftstück erst nach seiner Thronbesteigung - wie vorgeschrieben - dem zuständigen Rathaus vorgelegt werden soll. Coste betonte: "Ich bin keine Goldgräberin." Sie wolle nur, dass Albert sich zu seiner Verantwortung für das Kind bekenne und jederzeit seinen Sohn sehen könne. Während ihrer Schwangerschaft habe sie ihm gesagt, dass sie im Fall, dass er das Kind nicht anerkenne, gerichtlich gegen ihn vorgehen müsse. "Noch etwas wollte ich", sagte Coste. "Dass er für uns ein Haus ganz in seiner Nähe findet." Im April 2004 habe sie es gefunden; es sei noch eine Baustelle. Offiziell gehöre es zur Hälfte einer Immobiliengesellschaft, die andere Hälfte sei auf ihren Sohn eingetragen. "Ich habe Wohnrecht bis zum 18. Geburtstag meines Kindes, was ich nicht sehr großzügig finde", sagte Coste.

Andererseits lobte sie ihren Exfreund: "Albert hat immer für uns gesorgt. Wir wohnen in seiner Wohnung, und er kommt für unseren Unterhalt auf." Sie gehe an die Öffentlichkeit, weil sie nicht mehr im Schatten leben wolle, sagte die frühere Stewardess in dem Interview und gab zugleich die Veröffentlichung von Fotos frei, die Prinz Albert mit dem kleinen Alexandre zeigen. Gegen den Abdruck in der Zeitschrift "Paris Match" ging Albert gerichtlich vor - mit der Begründung, dass er seine Privatsphäre verletzt sehe.

Inge Treichel, AP

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