Monsun in Indien: Hunderte Tote, Tausende Vermisste

Indien: Verheerender Monsunregen Fotos
DPA

Die Folgen der tagelangen Monsun-Regenfälle in Indien sind verheerend: Hunderte Leichen sind bereits geborgen, Tausende Menschen verschollen. Hochwasser und Erdrutsche haben viele Straßen unpassierbar gemacht, mehrere Orte können nur noch per Hubschrauber erreicht werden.

Neu-Delhi - Die Zahl der Toten ist nach tagelangen Regenfällen in Indien auf rund 300 gestiegen. Noch immer gelten knapp 14.000 Menschen als vermisst. Rettungskräfte versuchen, durch Hochwasser abgeschnittene Orte im Norden des Landes zu erreichen. Mit Helikoptern suchen sie nach Überlebenden und werfen Essenspakete ab. Fernsehbilder zeigten, wie Menschen sich an Klippen entlanghangeln, um sich in Sicherheit zu bringen.

Nach wie vor sitzen rund 50.000 Menschen fest, darunter zahlreiche Pilger, die im am schwersten betroffenen nordindischen Bundesstaat Uttarakhand die zahlreichen hinduistischen Tempel besuchen wollten. Der Monat Juni gilt dort als Hochsaison für Pilgerreisen und Tourismus. In diesem Jahr hatte der Monsunregen aber früher als üblich eingesetzt und die Menschen überrascht.

Radhey Shyam, der nach Kedarnath gepilgert war, ist der einzige Überlebende seiner dreizehnköpfigen Familie. "Meine Frau, meine Tochter und meine Verwandten wurden alle von den Fluten fortgespült", sagte er dem Sender NDTV. "Eine Menge Leute sind auf Berge geklettert oder befinden sich im Wald. Sie brauchen Hilfe und müssen so schnell wie möglich gerettet werden." Bisher wurden Behördenangaben zufolge etwa 35.000 Menschen in Sicherheit gebracht.

Allein im Bundesstaat Uttarakhand starben seit Sonntag mindestens 250 Menschen, wie der lokale Katastrophenschutz mitteilte. Verärgerte Angehörige blockierten die Straßen um den Flughafen Jolly Grant in der Hauptstadt des Bundesstaates. Damit protestierten sie gegen mangelnde Unterstützung und Informationen durch die Behörden.

Auch in den Bundesstaaten Uttar Pradesh und Himachal Pradesh waren in den vergangenen Tagen Dutzende Menschen den Fluten zum Opfer gefallen. Insgesamt sind fast 10.000 Soldaten im Einsatz, um in Dörfer und Städte zu gelangen, die durch Überschwemmungen und Erdrutsche abgeschnitten sind.

Auch im Nachbarland Nepal richteten Hochwasser und Erdrutsche Verwüstungen an. Dort seien bislang 39 Todesopfer gemeldet worden, sagte der Chef des Nationalen Katastrophenschutzzentrums.

wit/dpa/AFP

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Bevölkerung: 1213,370 Mio.

Hauptstadt: Neu-Delhi

Staatsoberhaupt:
Pranab Mukherjee

Regierungschef: Manmohan Singh

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