Baby neun Stunden begraben Das Wunder aus dem Wald

Mehr als neun Stunden lag ein Baby im US-Bundesstaat Montana unter Ästen und Schutt begraben, ehe es Polizisten im Wald fanden. Das Kind hat überlebt - für die Beamten ist seine Rettung ein Wunder.

Der fünf Monate alte Säugling
AP/ Missoula County Sheriffs Office

Der fünf Monate alte Säugling


Unter seinen kleinen Fingernägeln kleben noch Reste von der Erde, es hat ein paar Schürfwunden und Prellungen - doch es geht dem Baby gut: Im Westen des US-Bundesstaats Montana haben Einsatzkräfte einen kleinen Jungen im Wald gefunden. Der fünf Monate alte Säugling war laut der Polizei mehr als neun Stunden unter Ästen und Schutt begraben gewesen und überlebte.

Die Mitarbeiter des Sheriffbüros sprechen von einem Wunder, wie sie in einem Statement mitteilten, das der "Time" vorliegt. Denn nur durch einen Routineeinsatz erfuhren sie von dem Schicksal des kleinen Jungen.

Am Samstagabend wurden die Beamten gegen 20 Uhr alarmiert. Im Waldgebiet des Lolo National Forest bedrohte ein Mann andere Besucher und sagte, er habe eine Waffe. Als die Polizisten den Mann in der Nähe von Thermalquellen stellten, deutete er an, dass in der Nähe ein Baby begraben liege.

Sofort stellte das Büro des Sheriffs aus Missoula einen Suchtrupp zusammen, der den Wald nach dem Säugling absuchte. Sechs Stunden lang durchkämmten die Einsatzkräfte das Gebiet, ehe ein Polizist gegen 2.30 Uhr "das schwache Wimmern" eines Babys hörte.

Nasser und verschmutzter Strampler

Wenig später fand er den kleinen Jungen. Das fünf Monate alte Kind lag mit dem Gesicht nach unten auf der Erde, begraben von Ästen und Schutt. Bei nur acht Grad Außentemperatur trug es nur einen nassen und verschmutzten Strampler.

Die Beamten brachten das Baby in ein Krankenhaus. Nach seiner Untersuchung kam es in staatliche Obhut. Wo das Kind in Zukunft leben und wer seine Fürsorge übernehmen werde, ließ das Sheriffbüro im Bezirk Missoula unbeantwortet. Dem Säugling ginge es den Umständen entsprechend gut, sagte eine Sprecherin.

In welcher Beziehung Francis Crowley, der erst die Menschen im Wald bedroht und dann den Beamten die Hinweise gegeben hatte, zu dem Kind steht, blieb unklar. Das Baby habe sich zuvor in seiner Obhut befunden und sei vor dem Einsatz der Beamten mehrere Stunden nicht mehr gesehen worden, teilten die Polizisten mit. So berechneten sie, dass der kleine Junge mindestens neun Stunden lang unter den Ästen begraben gewesen sein musste.

Der 32-jährige Crowley wurde wegen Gefährdung des Kindeswohls festgenommen. Seine Kaution beträgt 50.000 Dollar. Nach Informationen des Sheriffbüros sollen weitere Anklagen folgen.

sen/AP/dpa

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