Nepal Japaner stirbt bei achtem Versuch, Mount Everest zu besteigen

Neun Fingerkuppen hatte Nobukazu Kuriki bereits verloren bei Versuchen, den Mount Everest zu erklimmen. Dennoch wollte der Japaner immer wieder auf den höchsten Berg der Welt. Das ist ihm nun zum Verhängnis geworden.

AP

Es war bereits sein achter Anlauf, um auf den höchsten Gipfel der Welt zu kommen: Am Mount Everest ist ein bekannter japanischer Bergsteiger ums Leben gekommen. Das teilten Vertreter des Tourismusministeriums in Nepals Hauptstadt Kathmandu mit.

Nobukazu Kuriki, 36 Jahre alt, sei tot aufgefunden worden. Er hatte nahe dem Lager zwei auf 7400 Meter Höhe übernachtet. "Sherpas fanden seine Leiche im Zelt", so das Ministerium. Details zu dem Vorfall seien noch nicht bekannt, offenbar starb Kuriki aber im Schlaf.

Der Japaner hatte zuvor bereits sieben erfolglose Versuche unternommen, den Everest allein und ohne Sauerstoffgerät zu besteigen. Er war 2015 als erster Bergsteiger nach dem schweren Himalaya-Erdbeben zum Gipfel aufgebrochen. Bei einem anderen Aufstiegsversuch waren ihm neun Fingerkuppen abgefroren.

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Mount Everest: Immer wieder bis nach oben

Im Jahr 2012 hatte Kuriki zwei Tage in einem Schneeloch in 8230 Meter Höhe bei Temperaturen unter minus 20 Grad Celsius verbracht. Er wurde gerettet, doch seine Fingerspitzen mussten amputiert werden. Kuriki hatte bereits einige Gipfel der "Seven Summits", der jeweils höchsten Berge der sieben Kontinente, bestiegen. Darunter waren der Aconcagua in Südamerika, der Elbrus im Kaukasus und der Kilimandscharo in Afrika.

Kuriki sei das zweite Todesopfer der aktuellen Klettersaison am 8848 Meter hohen Mount Everest. Zuvor sei bereits ein 63 Jahre alter Mazedonier gestorben. Seit Beginn der Saison im März hätten es aber bereits 340 ausländische Bergsteiger zum Gipfel geschafft.

Darunter war auch der Australier Steve Plain, der in nur 117 Tagen alle "Seven Summits" erreicht hatte und damit einen neuen Weltrekord aufstellte. Zudem hatte ein an beiden Beinen amputierter chinesischer Bergsteiger zusammen mit sieben Begleitern den Gipfel erreicht - auf Beinprothesen. Einen weiteren Rekord gab es durch den nepalesischen Bergführer Kami Rita. Er stand kürzlich zum 22. Mal auf dem höchsten Berg der Welt - und hält damit den Rekord für die meisten Everest-Besteigungen.

joe/Reuters

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