Leichenfund am Everest Bergsteiger galten womöglich seit Monaten als vermisst

Rettungskräfte haben vier leblose Körper auf dem Mount Everest entdeckt. Nun stellt sich heraus, dass die Toten schon seit dem vergangenen Jahr dort liegen könnten.

Mount Everest
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Die auf dem Mount Everest gefundenen Toten könnten möglicherweise bereits seit dem vergangenen Jahr dort gelegen haben. Das teilte das nepalesische Tourismusministerium mit. Ein Rettungsteam hatte die Leichen im höchstgelegenen Camp vor dem Gipfel des Berges gefunden.

Örtliche Medien hatten zunächst berichtet, dass es sich bei den auf 7950 Meter Höhe gefundenen Leichen um die Körper zweier ausländischer Bergsteiger und ihrer Bergführer handelt. Die fraglichen Personen seien jedoch inzwischen im Basislager des Berges angekommen, hieß es nun.

Die Identität der im sogenannten Lager 4 gefundenen Toten sei damit weiter unklar, teilten die Behörden mit. Möglicherweise handele es sich um Bergsteiger, die im vergangenen Jahr als vermisst gemeldet, aber bisher nicht gefunden worden seien.

In diesem Jahr sind bereits sechs Kletterer beim Besteigen des Berges zu Tode gekommen. Die Behörden in Nepal erwarten in diesem Jahr eine Rekordzahl von Sportlern, die den Mount Everest besteigen wollen. Wie das Amt für Tourismus jüngst mitteilte, seien Lizenzen an 372 Personen vergeben worden. Eine Lizenz kostet 11.000 Dollar.

Im Vorjahr hatten Kletterprofis moniert, dass zu viele unerfahrene Personen unterwegs seien. Der Mount Everest ist mit offiziell 8848 Metern der höchste Berg der Welt. Die kurze Bergsteigersaison im Himalaya dauert nur von April bis Ende Mai, wenn günstiges Wetter herrscht. Von Juni an verursacht der Monsun-Regen erschwerte Bedingungen.

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Mount Everest: Ist der Hillary Step weg?

Zurzeit herrscht Verwirrung in der Bergsteigerszene: Einige Kletterer, die den Gipfel in der vergangenen Woche erreicht hatten, berichteten, dass die legendäre Felsstufe, der Hillary Step, verschwunden sei. Nepalesen bestreiten dies jedoch. Der Felsen sei unter viel Schnee begraben und nur schwer zu erkennen. Bisher gibt es jedoch keine offizielle Bestätigung oder Dementierung.

mxw/abl/dpa

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